Tropic Thunder

[Kino]-Review

Es war alles bis ins kleinste Detail perfekt durchgeplant. Für seine Hollywood-Persiflage Tropic Thunder engagierte Ben Stiller mit Robert Downey Jr., Jack Black & Co. eine ganze Armada an Superstars, in deren Fahrtwind von Iron Man und Kung Fu Panda zumindest geldtechnisch nichts schief laufen konnte . Dazu schneiderte er ihnen die groteskesten Alter Egos auf den Leib und erzeugte mit Fake-Trailern á la Grindhouse und geschicktem Marketing eine perfekte Basis für einen Film-im-Film. Mit Etan Cohen (nicht Ethan Coen) und Justin Theroux holte er sich zusätzlich 2 Drehbuchautoren ins Boot, mit denen er seine Vorstellungen perfekt umsetzen wollte. Seitenhiebe auf die Filmwelt, hochkarätige Witze – für alles sollte gesorgt sein. Aus diesem Grund nahm Stiller 7 Jahre nach Zoolander auch wieder selbst Platz auf dem Regiestuhl. Summa summarum vielleicht etwas zu viel Arbeit für den 43-jährigen, denn eines ist klar: aus den starken und interessanten Zutaten ist letztendlich leider nur ein mittelmäßiger Film geworden.

Tropic Thunder soll der größte und beste Vietnamfilm aller Zeiten werden. Dafür haben die Produzenten keine Kosten und Mühen gescheut und die Hauptrollen mit einem Potpourri aus Superstars besetzt. Da wäre  zum einen Tugg Speedman (Ben Stiller), ein tief gefallener Actiondarsteller, der sein angestaubtes Image  wieder aufpolieren will. Zu ihm gesellen sich Jeff Portnoy (Jack Black), ein drogensüchtiger Pfurz-Komödiant und der mehrmalige Oscar-Gewinner Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.), ein eingefleischter method actor, der sich für die Rolle eines schwarzen Seargents sogar hat operieren lassen hat. Auf Grund ihrer Verschiedenheit prallen die 3 Charaktere beim Dreh jedoch ständig zusammen und auch der junge Regisseur Damien Cockburn (Steve Coogan) hat dem nichts entgegenzusetzen. Auf Druck des schleimigen Produzenten Les Grossman (Tom Cruise), der um sein Geld fürchtet, greift Cockburn zu einer rabiaten Maßnahme. Er setzt die Darsteller im Dschungel aus, um so mehr Authentizität zu erreichen. Dumm nur, dass dortige Guerilla-Einheiten die Schauspieler für ein amerikanisches Spezialkorps halten…

Die Frage ist natürlich, was Stiller falsch gemacht hat, aus dem mit gehörigem Potential gesegneten Ansatz so wenig rauszuholen. Die Probleme des Films liegen dabei auf der Hand und das ärgerlichste ist, dass diese in der Vergangenheit bei anderen (Möchtegern)-Satiren und Parodien auch schon aufgetreten sind, de facto also vermeidbar gewesen wären. Zum einen versteht es Stiller nicht, unterschiedliche Handlungsstränge und Charaktere zu einer Einheit zu verschmelzen. Zu viel hat er wohl gewollt, parallel die  verwobene Story von Speedman & Co., dem schleimigen Produzenten und Speedmans Agenten (Matthew McConaughey) zu erzählen und gleichzeitig die divergentesten Figuren unter einen Hut zu kriegen. Hier wäre er besser gefahren, hätte er die Haupthandlung und Hauptfiguren strikter beleuchtet. Nervig wird im Verlauf des Films auch der Hang zur Großartigkeit, wenn zum Beispiel in den unnötigsten Situationen CGI-Feuerwerke über die Leinwand huschen. Auch hier wäre weniger mehr gewesen.

Es ist aber nicht alles schlecht an Tropic Thunder, denn unter der Fassade tummelt sich ein kurzweiliges Sommerkino-Vergnügen, dass an vielen Ecken zu unterhalten weiß. Dies ist vor allem Robert Downey Jr. geschuldet, dessen Performance ganz klar das Highlight des Film ist. Als australischer method actor mit Pigemntierungsoperation nimmt er Kollegen wie Christian Bale, Daniel Day-Lewis oder Robert De Niro aufs Korn, die ihre Rolle nicht spielen, sondern ihre Rolle sind. Er reizt seine Figur dabei richtig aus, wenn er auch außerhalb des Sets noch spielt und erklärt, er könne die Rolle erst nach den fertigen DVD-Kommentaren ablegen. Spätestens, wenn sein Alter Ego Kirk Lazarus in Gegenwart des afroamerikanischen Nebendarstellers Alpa Chino (Brandon T. Jackson) Martin Luther King zitiert und die Freiheit der unterdrückten Schwarzen fordert, ist das eines der größten Comedyszenen des Jahres.

Schade ist, dass neben Downey Jr. fast die komplette Darstellerriege untergeht. Ben Stiller, der eigentliche Hauptdarsteller, spielt ungewöhnlich ruhig und zurückhaltend und schafft es nicht, gegen seinen auch im Film konkurrierenden Kollegen Robert Downey Jr. anzukommen. Stiller nimmt man den Actionheld einfach nicht ab, auch wenn seine komödiantischen Anteile gewohnt sehenswert sind. Schlimmer hat es da noch Jack Black getroffen, dessen Rolle von Grund auf substanzlos und nervig ist, so dass er gar nicht mehr viel ausrichten kann. Besser gefallen haben mir da schon Brendan T. Jackson und Jay Baruchel, die in ihren kleinen Nebenrollen unglaublich viel Leinwandpräsenz ausstrahlen. Lustig ist auch der Auftritt von Tom Cruise als schmieriger und dauerpöbelnder Produzent, auch wenn die Rolle zum Ende hin ausgereizt ist. Von Anfang an blass bleibt Matthew McConaughey als Speedmans Agent. Mit schauspielerischem Talent ist dieser sowieso nicht gesegnet, aber trotzdem hätte man mehr von dem beau erwarten können.

Mein Fazit:

Was als kluge Hollywood-Parodie angepriesen wurde, entpuppt sich unter der Fassade leider als durchschnittliche Komödienkost. Zu viel hat Ben Stiller gewollt, zu viel Geschichte, zu viel Figuren, zu viel Witz, zu viel Explosionen. So ist Tropic Thunder unausgereift und schnell ausgereizt. Trotzdem weiß der Film zu unterhalten. Alleine die Performance von Robert Downey Jr. ist genial und macht den Film sehenswert. Wenn auch nicht unbedingt im Kino, dann auf DVD. (6/10)

★★★★★★☆☆☆☆

BLOGSPIEGEL

Equilibrium: 5,5/10

Symparanekronemoi: 7,5/10

MoviezKult: 6/10

Durchschnittwertung: 6,3/10

Tropic Thunder: R-Rated Trailer

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Bei WorstPreviews.com ist heute exklusiv ein neuer Trailer zu Ben Stillers neustem Projekt Tropic Thunder erschienen, R-Rated wohl gemerkt. Der Trailer sieht super aus, könnte ein Comedy-Highlight des Jahres werden!

Tropic Thunder dreht sich um 5 Schauspieler (neben Stiller unter anderem auch Robert Downey Jr., Jack Black und Nick Nolte), die für einen Kriegsfilm engagiert wurden. Wie der Zufall es will, landen sie jedoch in einem echten Kriegsgebiet… – an der Story sollte es also nicht scheitern, denn ist ist eindeutig mehr als genial und garantiert zusammen mit dem Cast (Downey Jr. als schwarzer Soldat, anyone???) Gags am laufenden Band!