Milk

Filmkritik
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Freiheit und Gerechtigkeit sind zwei der wichtigsten Grundprinzipien der heutigen Gesellschaft. Prinzipien, die sich Randgruppen und Minderheiten in den letzten Dekaden hart erkämpfen mussten. „I have a dream“ sprach der afroamerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King am 28. August 1963 vor 250.000 Menschen bei einer friedlichen Demonstration in Washington D.C.. Worte, die den Kampf der unterdrückten Schwarzen in einem Amerika der Rassentrennung bis heute symbolisieren. Und Worte, die eine schwierige, jedoch stetige Progression der Gleichberechtigung nach sich zogen, bis hin zum ersten farbigen amerikanischen Präsidenten. Ein Fortschritt, von dem die Lesben-/ und Schwulenbewegung nur träumen kann. Im letzten Jahr verabschiedete der Bundesstaat Kalifornien den so genannten „Antrag 8“, der es Homosexuellen untersagt, gleichgeschlechtliche Ehen einzugehen. „Antrag 8“ ist für das freie Amerika ein derber Rückschlag – erwirkte doch 30 Jahre zuvor der erste demokratisch gewählte schwule Stadtrat von San Francisco, Harvey Milk, eine Ablehnung des von Erzkonservativen initiierten „Antrag 6“, der Homosexuelle prophylaktisch aus dem Schulwesen entfernen wollte. Milk war ein Vorkämpfer für Toleranz und Gleichberechtigung, ein Mann, der für seine Ideale letztlich den Tod sterben musste. Und diesem Mann setzt Regisseur Gus Van Sant mit seinem gleichnamigen Biopic ein filmisches Denkmal. Zwei Oscars bei acht Nominierungen sprechen für sich – in einem ambivalenten Amerika, geprägt vom Wandel und von „Antrag 8“, ist das Thema so aktuell wie nie.

Dabei sollte schon 1991 mit der Produktion an einem Film über Harvey Milk begonnen werden. Oliver Stone schrieb das Drehbuch zu The Mayor Of Castro Street, dass von Gus Van Sant mit Robin Williams in der Hauptrolle verfilmt werden sollte. Andere Kandidaten für die Rolle des Harvey Milk waren Daniel Day-Lewis, Richard Gere und James Woods. Doch Van Sant überwarf sich wegen kreativer Differenzen mit dem Studio. Es dauerte sechzehn Jahre, bis Van Sant 2007 das Projekt wieder ins Auge fasste und in Dustin Lance Black’s Drehbuch eine geeignete Vorlage fand. Zur gleichen Zeit begann Regisseur Bryan Singer die Arbeit an einer Verfilmung von Oliver Stones ursprünglichem Drehbuch. Das Projekt verschwand aber im Zuge des Autorenstreiks in der Versenkung. Nun war für Van Sant der Weg endgültig frei, Milk zu realisieren. Er besetzte die Hauptrollen mit Sean Penn und Matt Damon, der auf Grund von Terminproblemen später durch Josh Brolin ersetzt wurde. Van Sant drehte fast ausschließlich an Originalschausplätzen. Eine Tatsache, die dem Film ein großes Stück Authentizität verleiht und seinen dokumentarischen Anspruch unterstreicht. Kameramann Harris Savides, der mit American Gangster oder Zodiac schon ein großes Gespür dafür bewies, die 60er und 70er Jahre lebendig auf die Kinoleinwand zu zaubern, gelingen außergewöhnlich schöne Fotografien, die einen ganz besonderen Zeitgeist einfangen. Diese Kulisse bildet Rahmen für ein extraordinäres Darstellerensemble, das im Verlaufe der Geschichte genügend Freiraum bekommt, seine ganze Stärke auszuspielen.

Allen voran Sean Penn als Dreh-/ und Angelpunkt des Films liefert seine wohl bis dato beste Karriereleistung ab und hätte zu Recht den Oscar gewonnen, wenn Mickey Rourke nicht gewesen wäre. Er porträtiert einen mutigen und sympathischen Mann, der für Zivilcourage und Toleranz kämpft, mal wunderbar ironisch, mal gefühlvoll mitreißend. Es sind eine erstaunliche physische Präsenz Penns, seine Mimik und seine Gestik, die eine ungeheure Faszination auf den Zuschauer ausüben. Hervorzuheben ist neben Penn aber auch Josh Brolin, der als Milks konservativen Amtskollegen Dan White seine derzeitige Position als Garant für beständig gute Leistungen unterstreicht. Es ist schon erstaunlich, wie Wandlungsfähig sich Brolin in seinen letzten Filmen gezeigt hat, vom durchgeknallten Doktor in Planet Terror über einen gewieften Polizisten in American Gangster bis hin zum ehemaligen US-Präsidenten Bush in W.. Er ist auf dem besten Weg, sich in die erste Garde Hollywoods zu spielen, und das ist dem sympathischen Mann gegönnt. Auch in der zweiten Reihe überzeugt Milk durch gute bis sehr gute Darstellerleistungen von Emile Hirsch, James Franco oder auch Alison Pill, die als lesbische Wahlkampfbetreuerin Milks die wohl coolste Performance des Films hinlegt.

Wenn man dem Film etwas vorwerfen will, dann sein unausgereiftes Drehbuch, das ungerechter Weise den Oscar einheimsen konnte. Zum Es gelingt ihm nicht, einen adäquaten Einstieg in den Film – und damit in die Hauptfigur zu vermitteln. Der Film startet mit dem 40. Geburtstag des Protagonisten und bläst bis zu dessen Entscheidung, politisch aktiv zu werden, den Schnelldurchlauf. Das familiäre Umfeld, seine gesellschaftliche Integration – das Buch verwehrt dem Zuschauer tiefere Einblicke in die Person Harvey Milk, kratzt lediglich an dessen wenn auch zugegeben faszinierender Oberfläche. Auch im weiteren Verlauf des Films bleibt das Gefühlsleben der Figuren außen vor. Doch Van Sant schafft es mit einer starken Regie, die Schwächen des Drehbuchs zu überspielen. Das Gespür für große Bilder, das Timing für intensive Szenen, für eine starke Symbolik: man bemerkt, dass Van Sant sehr viel an dem Projekt liegt und er jede Kameraeinstellung, jede Szene bis ins Detail geplant hat. Es ist ihm hoch anzurechnen, dass er dabei auf Klischees verzichtet und mit viel Witz und Ironie die gesellschaftliche Randgruppe im brisanten Kampf um Gleichberechtigung und Toleranz zeigt. Gerade die Vermischung der großartigen Bilder mit Archivmaterial und grobkörnigen, gar dokumentarisch anmutenden Szenen ist sehr gelungen und verstärkt die wichtige Intention des Films.

Mein Fazit:

Milk ist ein wichtiger Film. Ein Film, der für Freiheit, Toleranz und Gleichberechtigung von gesellschaftlichen Randgruppen kämpft und dem Vorreiter der amerikanischen Schwulenbewegung, den ersten demokratisch gewählten Stadtrat Harvey Milk, ein großes Denkmal setzt. Neben den schönen Bildern und dem wuchtigen Soundtrack von Danny Elfman überzeugt vor allem der Cast um Sean Penn, der innerhalb der zwei Stunden Laufzeit zu Hochform aufläuft. Und auch wenn das Drehbuch nicht frei von Schwächen ist, ist Milk wohl einer der wichtigsten Filme des Jahres mit einer eindeutigen, klaren und essentiellen Intention. Gerade in Zeiten von „Antrag 8“. (8/10)

★★★★★★★★☆☆

BLOGSPIEGEL

Symparanekronemoi: 8/10

From Beyond: 9/10

Marcus kleine Filmseite: 10/10

Kino, TV & Co.: 8/10

MoviezKult: 8/10

Durchschnittwertung: 8.6/10

Oscars 2009: Die Nominierten

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Nun sind sie da, die heiß erwarteten Nominierungen für die 81. Academy Awards, die am 22. Februar vergeben werden. Der größte Gewinner der Vorauswahl ist David Finchers The Curious Case Of Benjamin Button mit satten 13 (!) Nominierungen (unter anderem für den besten Film, die beste Regie und den besten Hauptdarsteller). 10 mal nominiert wurde Danny Boyles Golden Globes-Abräumer Slumdog Millionär. Mit 8 Nominierungen folgen Gus Van Sants Biopic Milk über den homosexuellen Politiker Harvey Milk und Christopher Nolans The Dark Knight. Aus deutscher Sicht erfreulich sind die Nominierungungen des Baader Meinhof Komplexes als bester nichtenglischsprachiger Film und Spielzeugland sowie Auf Der Strecke als beste Kurzfilme . Auch Werner Herzog könnte sich mit seiner Dokumentation Encounters At The End Of The World auf einen Oscar freuen. Erfreulich ist auch die Nominierung von Michael Shannon für seine brilliante Leistung in Revolutionary Road, auch wenn er gegen Heath Ledger keine Chance haben dürfte. Neben Ledger als besten Nebendarsteller dürften mit Mickey Rourke, der nicht nur mich mit seiner Performance in The Wrestler weggehauen hat, und Wall-E (bester Animationsfilm) auch schon einige andere Gewinner feststehen. Übrigens eine Schande, dass Bruce Springsteen für “The Wrestler” mit keiner Nominierung bedacht wurde. Eine komplette Liste der Nominierten gibt es hier.

W.: First Look Auf Stone’s Kabinett!

V.l.n.r.: Jeffrey Wright als Colin Powell, Toby Jones als Karl Rove, Dennis Boutsikaris als Paul Wolfowitz, Richard Dreyfuss als Dick Cheney, Josh Brolin als George W. Bush, Thandie Newton als Condoleeza Rice, Rob Corddry als Ari Fleischer, Bruce McGill als George Tenet & Scott Glen als Donald Rumsfeld

Die Vanity Fair präsentierte heute exklusiv einen first look auf das Kabinett von Olivers Stones Bush-Bipoic W. Angelehnt an das berühmte cover shooting für die V.F. im Jahr 2002, zeigt sich, dass die Schauspieler den Originalen zumindest optisch in nichts nachstehen. In einem Interview bekräftigte er außerdem, ein “faires und wahres Porträt” des Präsidenten gefertigt zu haben, welches Bush-Freunde wie auch Hasser überraschen wird. Überraschend war auch seine Aussage, dass eigentlich Robert Duvall die Rolle als Dick Cheney übernehmen sollte, ihm der Stoff aber zu heikel war. Ich jedenfalls werde immer heißer auf das Projekt, welches pünktlich zu den US-Wahlen in die Kinos kommt.

Milk: Trailer Zum Drama Von Gus Van Sant

Manchmal sieht man einen Trailer und weiß, dass man diesen Film unbedingt sehen muss, auch wenn man bisher von dem Projekt noch nichts gehört hat. So geschehen heute, als ich mir die ersten bewegten Bilder aus Gus Van Sant’s Biopic Milk angeschaut habe. Der Film erzählt die wahre Geschichte des homosexuellen amerikanischen Politikers Harvey Milk, einem Vordenker der Schwulenbewegung, der 1978 in San Francisco erschossen wurde. Die Story spricht mich zwar vordergründig nicht wirklich an, aber alleine der Cast lässt die Herzen von Filmfans höher schlagen. So spielen neben Sean Penn noch Josh Brolin, Emile Hirsch, James Franco und Eric Stoltz. Auch optisch scheint Milk eine Wucht zu werden. Das 70er-Feeling ist perfekt auf Zelluloid gebannt, so wie das zuletzt auch American Gangster schaffte. Kein Wunder, denn mit Harris Savides (Zodiac, The Game) haben beide Filme den gleichen Kameramann. Schade nur, dass wir Deutschen bis 2009 auf ein Kinostart warten müssen.

W.: Interessanter Behind The Scenes-Clip Und Neues Poster

Im Netz kursiert seit Kurzem ein interessanter Behind The Scenes-Clip von Oliver Stones kommendem Bush-Biopic W. Dabei fällt vor allem eins auf: Brolin gibt als George W. Bush eine gute Figur ab und hat sogar dessen Dialekt drauf. Außerdem releasten die Macher ein neues Poster, welches bei Moviegod zu finden ist. Kenner werden sich über dessen ironischen Untertitel freuen ;) . Ich jedenfalls freue mich auf den baldigen Kinostart.

W.: Teaser Zum Bush-Film

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Endlich ist er da, der erste Teaser in HD-Qualität (480p/720p/1080p) zu Oliver Stones Biopic über den amerikanischen Noch-Präsidenten George Walker Bush. Wie es ausschaut, wird der mit W. schlicht betitelte Film wohl inhaltlich zweigeteilt werden. Im ersten Part geht es um die frühen Jahre des Studenten George W., der seine Familie mit Alkohol-Exzessen und Schlägereien in Verruf bringt. Nach seinem Wandel zum Staatsmann beleuchtet der Film dann seine politischen Machenschaften. Optisch jedenfalls ist W. schonmal ein Vergnügen, denn die Charaktere ähneln ihren Originalen schon sehr. Wenn Oliver Stone sein Versprechen wahr macht und aus dem Film keine politische Propaganda und Hetze auf den wenig beliebten Präsidenten werden lässt, sondern schlicht sein Leben und Wirken objektiv zeigt, könnte da ein interessantes Filmchen auf uns zukommen. Ich freu mich drauf!

[via:Equilibrium]

W: Erstes Bild Von Brolin Als Bush!

Ja, wir haben nicht schlecht gestaunt, als Oliver Stone für sein Bush-Biopic W. Josh Brolin für die Hauptrolle vorstellte, der optisch keine großen Gemeinsamkeiten mit dem amerikanischen Noch-Präsidenten aufweist. Die Seite TheBadAndUgly.com zeigte heute aber exklusiv das Cover der neuen Entertainment Weekly mit Brolin und Schauspielkollegin Elizabeth Banks als George W. und Laura Bush und siehe da: die Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen. Die Vorfreude steigt!

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Drehbuchseiten aus Bush-Film aufgetaucht!

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Der Hollywood Reporter veröffentlichte heute die ersten Seiten aus dem Drehbuch von Oliver Stones’ Bush-Biopic W. Die ersten Seiten sind schonmal recht interessant – man darf gespannt sein, wie sich das Projekt mit Josh Brolin der Hauptrolle entwickelt. Das Drehbuch in Form einer .pdf-Datei findet Ihr hier.

Der Cast Zum Bush-Film Steht

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Oliver Stone, Regisseur von Natural Born Killers und JFK, hat das Casting zu seinem Bush-Film W über die politischen Entwicklungsjahre des derzeitigen US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush abgeschlossen. So wird Josh Brolin, der zuletzt in immer mehr guten Filmen zu sehen war (American Gangster, No Country For Old Men) und sich seit Jahren stetig steigert, die Hauptrolle übernehmen. Elizabeth Banks, bekannt aus der Spider Man-Trilogie, spielt George Walkers Frau Laura. Den Cast komplettieren James Cromwell (Ein Schweinchen Namens Babe) als George Herbert Bush und Ellen Burstyn (Requiem For A Dream) als dessen Frau Barbara.

Im Tal Von Elah

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Paul Haggis gilt nach seinem Erfolg mit “L.A. Crash” (Oscar für besten Film und bestes Drehbuch) als eines der neuen Wunderkinder Hollywoods. Er ist einer der wenigen kompletten Filmemacher, sprich er führt Regie, produziert und schreibt auch seine Drehbücher selbst. So schrieb er neben “L.A. Crash” auch Blockbuster wie “Million Dollar Baby”, “James Bond – Casino Royale” und “Flags Of Our Fathers”. An seinem neusten Werk, dem Irak-Drama “Im Tal Von Elah”, biss sich Haggis jedoch die Zähne aus…

Der ehemalige Soldat und Vietnam-Veteran Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) lebt mit seiner Frau Joan (Susan Sarandon) zurückgezogen auf dem Land. Ihr Sohn Mike (Jonathan Tucker) dient, ganz nach dem Vorbild des ehrgeizigen Vaters, bei der Army und ist im Irak stationiert. Eines Tages bekommt Hank einen Anruf vom Militär, dass sein Sohn sich nach der Rückkehr in die USA unerlaubt von der Truppe abgesetzt hat. Das passt so gar nicht in das Bild, was der Vater von seinem Jungen hat. Somit fängt er an, eigene Recherchen zum Verschwinden Mikes zu starten. Er sucht die Polizistin Emily Sanders (Charlize Theron) auf. Diese lehnt den Fall aber ab und verweist auf die Militärpolizei. Indes wird neben einem Gun-Shop eine stark zerstückelte Leiche gefunden. Man stellt fest, dass es sich dabei um Mike handelt. Es entfaltet sich ein großes Gerangel um die Kompetenzen zwischen der Polizei und der Militärpolizei. Deshalb stellt Hank eigene Ermittlungen an. Die Polizistin Emily hilft ihm dabei.

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