Ruinen

[Kino]-Review
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Die 4 Amerikaner Jeff (Jonathan Tucker),  Eric (Shawn Ashmore), Amy (Jena Malone) und Stacey (Laura Ramsey) verbringen zusammen ihren Urlaub in Mexiko. Dort lernen sie den Deutschen Mathias (Joe Anderson) kennen, der ihnen von einer besonderen Tour in den Dschungel erzählt, bei der sein Bruder Heinrich vor ein paar Tagen nicht zurückgekehrt ist. Der Abenteurergeist der Amerikaner ist natürlich geweckt und so macht sich die Gruppe auf in den abgelegenen Ort. Sie entdecken dort eine Ausgrabungsstätte, finden jedoch keinen Hinweis auf den Verbleib von Heinrich. Plötzlich und unerwartet jedoch werden sie von Eingeborenen angegriffen und Dimitri (Dimitri Baveas), ein Freund Mathias’, erschossen. Den Rest der Gruppe scheuchen diese hinauf auf einen Maya-Hügel. Dort findet Mathias die Leiche seines Bruders. Schon bald ist klar, dass die Eingeborenen nicht die größte Gefahr dort oben sind, denn wuchernde Killer-Pflanzen dezimieren die Zahl der Lebenden drastisch…

Ruinen von Regisseur Carter Smith beruht auf den mir unbekannten Roman Dickicht des US-Autors Scott Smith (Ein Einfacher Plan). Der schrieb auch das Drehbuch zur Adaption. Zugegeben, die Story klingt stinklangweilig und altbacken, doch Carter und Scott Smith gelingt es, aus der 08/15-Masse einen kurzweiligen Horror-Film zu formen. Dabei ist eine große Leistung, die Killerpflanzen-Thematik nie ins Lächerliche abrutschen zu lassen. Vielmehr sorgt diese in Zeiten von Hostel und Saw für eine etwas andere Atmosphäre.

Schon am Anfang des Filmes wird klar, worauf sich Carter Smith bei seinem Kino-Debüt konzentrieren will. Es gibt keine lange Einführung wie in den meisten anderen Slasher-Filmen. Vielmehr werden die Figuren kurz, aber prägnant vorgestellt, ehe es nach gut 15 Minuten schon ans Eingemachte geht. Dabei baut Smith auf eindrucksvolle Bilder, die trotz der Begrenzung des Raumes auf den Maya-Hügel eine ungemein hohe Atmosphäre schaffen und dem Spannungsaufbau dadurch extrem behilflich sind. Hier zahlt sich sicherlich dessen Erfahrung als Werbe-Filmer aus. Zurückhalten tut sich Smith auch nicht bei der Darstellung von Gewalt, die gen Ende nicht mit den Darstellungen aus Hostel zu unterscheiden sind. Trotzdem läuft Ruinen auf Grund einer immensen Spannung und guten schauspielerischen Leistungen nie Gefahr, in das toture porn-Genre abzurutschen. Die Gewalt dient einfach in keiner einzigen Sekunde dem Selbstzweck. Trotzdem ist eine FSK16-Freigabe nicht zu verstehen, denn alleine eine Szene (die ich nicht spoilern will, wer den Film gesehen hat, weiß aber bestimmt was ich meine) verlangt dem Zuschauer alles ab und ist ähnlich hart und eklig wie die Augen-Szene aus Hostel.

Mein Fazit:

Ruinen ist ein netter Horror-Streifen, der sich auf Grund der Thematik erfreulicherweise von der derzeitigen Hollywood-Stangenware abhebt. Regisseur Carter Smith kann dabei bei seinem Spielfilm-Debüt auf unverbrauchte, aber talentierte Darsteller und eine starke Romanvorlage eines Oscar nominierten Autors setzen. Durch eindrucksvolle Bilder, einen guten Score und gut platzierte Gore-Effekte wird es in den 90 Minuten nie langweilig. Lediglich die FSK16-Freigabe ist untertrieben, denn wenn es zur Sache geht, dann hält Smith mit der Kamera unverblümt hin. (6,5/10)

★★★★★★½☆☆☆

BLOGSPIEGEL

CineKie: 7/10

MoviezKult: 6,5/10

Durchschnittwertung: 6,8/10