Kurzkritiken: Kinoschnelldurchlauf #4

A Serious Man

Mit ihrer rabenschwarzen Tragikomödie A Serious Man besinnen sich Joel und Ethan Coen nach Filmen wie No Country For Old Men oder Burn After Reading zurück auf ihre jüdischen Wurzeln. Im Mittelpunkt des Films steht Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg), ein Physikprofessor im Amerika der späten 60er  Jahre. Sein idyllisches Leben kommt auf einmal ins Bröckeln, als seine Frau (Sari Lennick) ihm eröffnet, eine Affäre mit seinem verwitweten Nachbarn Sy Ableman (Fred Melamed) zu haben, seine Kinder statt Schule lieber Kiffen und Stehlen, sein Bruder Arthur (Richard Kind) sich auf Grund privater Probleme bei ihm einnistet und zu guter letzt ein Student ihn mit einer Stange Geld zu bestechen versucht. Wie ein Kartenhaus fällt sein Leben zusammen. Eine Kettenreaktion tritt in Gang, an deren Ende der geschasste Larry Hilfe bei den Rabbis der Gemeinde sucht. Die Coens bedienen sich offensichtlich der Geschichte von Ijob aus dem Tanach, der hebräischen Bibel. Ijobs Glaube wurde von Satan schwer geprüft – Prüfungen und Schicksalsschläge sollten Gott zeigen, dass sein Glaube nur so lange besteht, wie Gott eine schützende Hand über seinen Besitz hält. Larry, der sich fragt, welche abscheulichen Taten er begangen haben muss, um so bestraft zu werden, fällt nicht vom Glauben ab. Bei den Rabbis wähnt er seelischen Beistand, sucht Antworten, die er jedoch nicht erhalten wird. Anders als Ijob erliegt er schließlich am Ende des Films der satanischen Versuchung und wird prompt bestraft. Wie, zeigen die Coens nicht. Sie blenden einfach ab. Die Coens überlassen ihre Figuren dem Schicksal, etwas, was nur sie mit ihrem tiefschwarzen und zynischen Stil zu vermögen können. A Serious Man ist ein Kuriosum, ein Sammelsurium mysteriöser Ereignisse, eine wundervolle Parabel mit einer echten Neuentdeckung in der Hauptrolle. (7.5/10)

It’s Complicated (Wenn Liebe So Einfach Wäre)

Im Pool der zahlreichen RomComs, die jedes Jahr das Licht der Welt erblicken, ist es manchmal nicht leicht, kleine Perlen zu entdecken. Zu durchwachsen ist meist die Qualität, zu kommerziell ihre Ausrichtung. Mit It’s Complicated jedoch vermag endlich mal wieder eine RomCom zu gefallen. Als Glücksgriff erweisen sich dabei zwei Dinge: das Drehbuch und der Cast. Nancy Meyers gelingt der schwierige Spagat zwischen gekonntem Witz und übertriebener Gefühlsduselei und präsentiert einen Film, der 120 Minuten Spaß macht. Jane Adler (Meryl Streep) ist eine typisch moderne Frau. Als dreifache Mutter und erfolgreiche Inhaberin einer Bäckerei führt sie ein geregeltes Leben, auch ohne Mann, denn vor zehn Jahren ließ sich ihr Ehemann Jake (Alec Baldwin) für eine jüngere Frau scheiden. Auf einer Familienfeier jedoch landen Jane und Jake nach genügend Drinks wieder gemeinsam im Bett. Es entwickelt sich eine Affäre, die sie auch vor ihren Kindern geheim halten. Als zusätzlich der bodenständige Innenarchitekt Adam (Steve Martin) in Janes Leben tritt, ist das Chaos perfekt. Meyers treibt ihre Figuren durch allerlei komische und pointierte Situationen, nimmt sich jedoch zwischendurch immer wieder Zeit, mit zurückgenommenem Tempo in sie hineinzuschauen. It’s Complicated lebt so unter anderem von seinem Abwechslungsreichtum, seinen lustigen wie auch dramatischen Momenten. Einen erheblichen Anteil daran hat der blendend aufgelegte Cast, dem man den Spaß am Drehen ansieht. Meryl Streep liefert eine Performance ab, die zwar subtiler und ruhiger als die in Julie & Julia, aber gerade deswegen um einiges stärker ist. Es ist schon erstaunlich, wie man der mittlerweile 60-Jährigen die Hauptrolle in einer romantischen Komödie immer noch abnimmt. It’s Complicated dürfte jetzt schon ein Anwärter auf die Komödie des Jahres sein, so rund, wie sich der Film präsentiert. (7/10)

Sherlock Holmes

Nach mehr als zehn Jahren im Filmgeschäft wagt Regisseur Guy Ritchie nun den Sprung nach Hollywood – mit einer typisch englischen Geschichte im Gepäck und einem für seine Verhältnisse bombastischen Budget. Regietechnisch macht Ritchie dabei auch alles richtig, er transformiert die etwas angestaubte Figur Sherlock Holmes in die Moderne. Zwar spielt die Geschichte immer noch Ende des 19. Jahrhunderts, doch der Detektiv wirkt in Ritchies Version wie aus einem Superheldencomic entsprungen, modern, hip und trendig. Robert Downey Jr. brilliert in der Rolle mit purem Zynismus und sichtlichem Spaß, darf sich austoben wie sich Darsteller nur bei Ritchies Filmen austoben dürfen. Selbst Jude Law spielt seinen Part als Dr. Watson ohne größere negative Auffälligkeiten. Doch so gut Ritchie auch gegen das mangelhafte Drehbuch ankämpft, ausmerzen kann er dessen Probleme nicht ganz. Die Geschichte plätschert nur so vor sich hin, der Plot ist alles andere als spannend und vorhersehbar. Für eine Laufzeit von mehr als zwei Stunden passiert zu wenig, um den Zuschauer wirklich zu begeistern.  Zwar wird das Geschehen durch einige gute vor allem komödiantische Einfälle aufgelockert, doch wahres Krimi-Feeling kommt nie auf. Zu unentschlossen ist das Drehbuch, ob es nun Komödie, Kriminal-/, Abenteuer-/ oder Actionfilm sein will. Guy Ritchies Version von Sherlock Holmes hinterlässt einen zwiegespaltenen Eindruck. Auf der technischen Seite überragend, kommt die inhaltliche Komponente viel zu kurz. Auf das sichere Sequel darf man sich trotzdem freuen, denn als Start in ein neues Franchise taugt der Film allemal. (5/10)

Friendship!

Ein Roadmovie aus Deutschland hat es bisher noch nicht oft gegeben. Ein gutes Roadmovie aus Deutschland war noch seltener. Umso erfrischender kommt Friendship! daher, ein Film, der die beiden Freunde Veit (Friedrich Mücke) und Tom (Matthias Schweighöfer) auf ihrer Reise quer durch die USA begleitet. Es ist 1989, die Mauer ist gerade gefallen. Veit und Tom wollen endlich die große weite Welt sehen – am besten in Form der Golden Gate Bridge, dem westlichsten Punkt der Erde. Danach kommt bekanntlich schon Asien. Ihr Geld reicht jedoch nur für einen Flug nach New York. Ohne Geld in der Tasche trampen sich die beiden durch Amerika und begegnen dabei den unterschiedlichsten Charakteren. Ob verkiffte Cartoon-Zeichner, dumme Südstaaten-Blondchen oder eine Rockergang – Friendship! lebt von seinen Figuren, die glücklicherweise nicht ins Unerträgliche überspitzt sind, sondern mit einem kleinen Augenzwinkern die große weite Welt aus der Sicht der zwei Ex-DDR-Bürger zeigen. Sowieso, der Comedy-Faktor kommt zwar nicht zu kurz, doch Friendship! als reine Komödie zu bezeichnen, wäre schlichtweg falsch. Dafür sorgen schon die zwei großen Neuentdeckungen des Films. Friedrich Mücke liefert neben den gewohnt aufgeregten Matthias Schweighöfer ein ruhiges und pointiertes Spiel ab, das gerade im Hinblick auf das Ende, welches vielleicht nicht jedem gefallen dürfte, sich aber vollends in das Gesamtbild fügt, eine große Bereicherung für die Geschichte darstellt. Regiedebütant Markus Goller hingegen besinnt sich auf seine Wurzeln als Werbefilmer und legt einen technisch einwandfreien Film mit teilweise wunderschönen Fotografien vor. Friendship! ist, gerade nach dem verulkten Trailer, eine der größten Überraschungen des noch jungen Kinojahres. Ein Film über Freundschaft und Abenteuer, aber auch ein Film über die große Freiheit in einem weiten Land. (7/10)

Oscars 2010: Die Nominierten

Erst vor wenigen Minuten in einer Pressekonferenz bekanntgegeben, haben die Kollegen von den Fünf Filmfreunden schon die komplette Liste der Oscar-Nominierten am Start. Erfreulich sind vor allen Dingen die nicht allzu überraschende Nominierung von Christoph Waltz als Bester Nebendarsteller sowie die Nominierungen für Das Weiße Band als Bester Fremdsprachiger Film und Beste Kamera (Christian Berger). Eine ausführlichere Wertung der Nominierungen folgt in ein paar Tagen.

Actor in a Leading Role
Jeff Bridges in “Crazy Heart”
George Clooney in “Up in the Air”
Colin Firth in “A Single Man”
Morgan Freeman in “Invictus”
Jeremy Renner in “The Hurt Locker”

Actor in a Supporting Role
Matt Damon in “Invictus”
Woody Harrelson in “The Messenger”
Christopher Plummer in “The Last Station”
Stanley Tucci in “The Lovely Bones”
Christoph Waltz in “Inglourious Basterds”

Actress in a Leading Role
Sandra Bullock in “The Blind Side”
Helen Mirren in “The Last Station”
Carey Mulligan in “An Education”
Gabourey Sidibe in “Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire”
Meryl Streep in “Julie & Julia”

Actress in a Supporting Role
Penélope Cruz in “Nine”
Vera Farmiga in “Up in the Air”
Maggie Gyllenhaal in “Crazy Heart”
Anna Kendrick in “Up in the Air”
Mo’Nique in “Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire”

Animated Feature Film
“Coraline” Henry Selick
“Fantastic Mr. Fox” Wes Anderson
“The Princess and the Frog” John Musker and Ron Clements
“The Secret of Kells” Tomm Moore
“Up” Pete Docter

Art Direction
“Avatar” Art Direction: Rick Carter and Robert Stromberg; Set Decoration: Kim Sinclair
“The Imaginarium of Doctor Parnassus” Art Direction: Dave Warren and Anastasia Masaro; Set Decoration: Caroline Smith
“Nine” Art Direction: John Myhre; Set Decoration: Gordon Sim
“Sherlock Holmes” Art Direction: Sarah Greenwood; Set Decoration: Katie Spencer
“The Young Victoria” Art Direction: Patrice Vermette; Set Decoration: Maggie Gray

Cinematography
“Avatar” Mauro Fiore
“Harry Potter and the Half-Blood Prince” Bruno Delbonnel
“The Hurt Locker” Barry Ackroyd
“Inglourious Basterds” Robert Richardson
“The White Ribbon” Christian Berger

Costume Design
“Bright Star” Janet Patterson
“Coco before Chanel” Catherine Leterrier
“The Imaginarium of Doctor Parnassus” Monique Prudhomme
“Nine” Colleen Atwood
“The Young Victoria” Sandy Powell

Directing
“Avatar” James Cameron
“The Hurt Locker” Kathryn Bigelow
“Inglourious Basterds” Quentin Tarantino
“Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” Lee Daniels
“Up in the Air” Jason Reitman

Documentary (Feature)
“Burma VJ” Anders Østergaard and Lise Lense-Møller
“The Cove” Nominees to be determined
“Food, Inc.” Robert Kenner and Elise Pearlstein
“The Most Dangerous Man in America: Daniel Ellsberg and the Pentagon Papers” Judith Ehrlich and Rick Goldsmith
“Which Way Home” Rebecca Cammisa

Documentary (Short Subject)
“China’s Unnatural Disaster: The Tears of Sichuan Province” Jon Alpert and Matthew O’Neill
“The Last Campaign of Governor Booth Gardner” Daniel Junge and Henry Ansbacher
“The Last Truck: Closing of a GM Plant” Steven Bognar and Julia Reichert
“Music by Prudence” Roger Ross Williams and Elinor Burkett
“Rabbit à la Berlin” Bartek Konopka and Anna Wydra

Film Editing
“Avatar” Stephen Rivkin, John Refoua and James Cameron
“District 9” Julian Clarke
“The Hurt Locker” Bob Murawski and Chris Innis
“Inglourious Basterds” Sally Menke
“Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” Joe Klotz

Foreign Language Film
“Ajami” Israel
“El Secreto de Sus Ojos” Argentina
“The Milk of Sorrow” Peru
“Un Prophète” France
“The White Ribbon” Germany

Makeup
“Il Divo” Aldo Signoretti and Vittorio Sodano
“Star Trek” Barney Burman, Mindy Hall and Joel Harlow
“The Young Victoria” Jon Henry Gordon and Jenny Shircore

Music (Original Score)
“Avatar” James Horner
“Fantastic Mr. Fox” Alexandre Desplat
“The Hurt Locker” Marco Beltrami and Buck Sanders
“Sherlock Holmes” Hans Zimmer
“Up” Michael Giacchino

Music (Original Song)
“Almost There” from “The Princess and the Frog” Music and Lyric by Randy Newman
“Down in New Orleans” from “The Princess and the Frog” Music and Lyric by Randy Newman
“Loin de Paname” from “Paris 36” Music by Reinhardt Wagner Lyric by Frank Thomas
“Take It All” from “Nine” Music and Lyric by Maury Yeston
“The Weary Kind (Theme from Crazy Heart)” from “Crazy Heart” Music and Lyric by Ryan Bingham and T Bone Burnett

Best Picture
“Avatar” James Cameron and Jon Landau, Producers
“The Blind Side” Nominees to be determined
“District 9” Peter Jackson and Carolynne Cunningham, Producers
“An Education” Finola Dwyer and Amanda Posey, Producers
“The Hurt Locker” Nominees to be determined
“Inglourious Basterds” Lawrence Bender, Producer
“Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” Lee Daniels, Sarah Siegel-Magness and Gary Magness, Producers
“A Serious Man” Joel Coen and Ethan Coen, Producers
“Up” Jonas Rivera, Producer
“Up in the Air” Daniel Dubiecki, Ivan Reitman and Jason Reitman, Producers

Short Film (Animated)
“French Roast” Fabrice O. Joubert
“Granny O’Grimm’s Sleeping Beauty” Nicky Phelan and Darragh O’Connell
“The Lady and the Reaper (La Dama y la Muerte)” Javier Recio Gracia
“Logorama” Nicolas Schmerkin
“A Matter of Loaf and Death” Nick Park

Short Film (Live Action)
“The Door” Juanita Wilson and James Flynn
“Instead of Abracadabra” Patrik Eklund and Mathias Fjellström
“Kavi” Gregg Helvey
“Miracle Fish” Luke Doolan and Drew Bailey
“The New Tenants” Joachim Back and Tivi Magnusson

Sound Editing
“Avatar” Christopher Boyes and Gwendolyn Yates Whittle
“The Hurt Locker” Paul N.J. Ottosson
“Inglourious Basterds” Wylie Stateman
“Star Trek” Mark Stoeckinger and Alan Rankin
“Up” Michael Silvers and Tom Myers

Sound Mixing
“Avatar” Christopher Boyes, Gary Summers, Andy Nelson and Tony Johnson
“The Hurt Locker” Paul N.J. Ottosson and Ray Beckett
“Inglourious Basterds” Michael Minkler, Tony Lamberti and Mark Ulano
“Star Trek” Anna Behlmer, Andy Nelson and Peter J. Devlin
“Transformers: Revenge of the Fallen” Greg P. Russell, Gary Summers and Geoffrey Patterson

Visual Effects
“Avatar” Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham and Andrew R. Jones
“District 9” Dan Kaufman, Peter Muyzers, Robert Habros and Matt Aitken
“Star Trek” Roger Guyett, Russell Earl, Paul Kavanagh and Burt Dalton

Writing (Adapted Screenplay)
“District 9” Written by Neill Blomkamp and Terri Tatchell
“An Education” Screenplay by Nick Hornby
“In the Loop” Screenplay by Jesse Armstrong, Simon Blackwell, Armando Iannucci, Tony Roche
“Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” Screenplay by Geoffrey Fletcher
“Up in the Air” Screenplay by Jason Reitman and Sheldon Turner

Writing (Original Screenplay)
“The Hurt Locker” Written by Mark Boal
“Inglourious Basterds” Written by Quentin Tarantino
“The Messenger” Written by Alessandro Camon & Oren Moverman
“A Serious Man” Written by Joel Coen & Ethan Coen
“Up” Screenplay by Bob Peterson, Pete Docter, Story by Pete Docter, Bob Peterson, Tom McCarthy

Der Coen-Test: Welche Coen-Figur Bist Du?

Die Besten Filme Des Jahres 2009 und der Dekade

Nicht nur das Filmjahr 2009, sondern auch die erste Dekade des neuen Jahrtausends sind beendet. Zeit, sich wie die meisten Filmbloggerkollegen an die obligatorischen Best-Of-Listen zu machen. Fakt ist eines: in quantitativer Sicht hat sich das Filmjahr für mich gelohnt. Gegen 55 Kinobesuche im letzten stehen 63 in diesem Jahr. Außerdem habe ich, dank der ausgedehnten Semesterferien, 385 weitere Filme auf Blu-ray, DVD und im TV sehen können. Qualitativ jedoch gehört das Filmjahr 2009 eher zu den schwächeren. Vor allem die zweite Jahreshälfte war geprägt von unzähligen Flops und uninspirierten Blockbustern. Nichtsdestotrotz konnte der geneigte Filmfan auch in diesem Jahr wieder einige Highlights im Kino und auf DVD entdecken.

Beste Filme Des Jahres 2009
(Berücksichtigt sind alle Filme, die im Jahr 2009 in Deutschland veröffentlicht worden.)

slum

10 Slumdog Millionaire (Regie: Danny Boyle)

mart

09 Martyrs (Regie: Pascal Laugier)

gran

08 Gran Torino (Regie: Clint Eastwood)

rev

07 Revanche (Regie: Götz Spielmann)

eden

06 Eden Lake (Regie: James Watkins)

durst

05 Durst (Regie: Park Chan-wook)

04 Avatar (Regie: James Cameron)

band

03 Das Weisse Band (Regie: Michael Haneke)

wres

02 The Wrestler (Regie: Darren Aronofsky)

bas

01 Inglourious Basterds (Regie: Quentin Tarantino)

Runner-ups: Dead Snow, Milk, Glaubensfrage, Der Vorleser, The Hurt Locker


Beste Filme Des Jahrzehnts

young

10 Young @ Heart (Regie: Stephen Walker, Sally George)

09 Das Leben Der Anderen (Regie: Florian Henckel von Donnersmarck)

lady

08 Lady Vengeance (Regie: Park Chan-wook)

07 No Country For Old Men (Regie: Joel & Ethan Coen)

meer

06 Das Meer In Mir (Regie: Alejandro Amenábar)

05 There Will Be Blood (Regie: Paul Thomas Anderson)

unterg

04 Der Untergang (Regie: Oliver Hirschbiegel)

03 Schmetterling & Taucherglocke (Regie: Julian Schnabel)

02 Inglourious Basterds (Regie: Quentin Tarantino)

kill

01 Kill Bill 1&2 (Regie: Quentin Tarantino)

Runner-ups: Brokeback Mountain, Into The Wild, Abbitte, The Dark Knight, Million Dollar Baby

Ab Februar wird der Blog mit verändertem Design und neuer Frische zur Aktivität zurückkehren. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein frohes und glückliches Jahr 2010!

Burn After Reading

Kurzkritik

Nachdem sich die Coen-Brüder im letzten Jahr mit ihrem 4-fach Oscar gekrönten Neo-Western No Country For Old Men fulminant zurückgemeldet haben, präsentieren sie nun im Fahrwasser ihres massenkompatiblen Erfolgs die Komödie Burn After Reading als Kontrastprogramm zu der staubtrockenen Romanadaption. Bunt, durchgeknallt und dank George Clooney, Brad Pitt und Co. mit einem immensen Staraufgebot, katapultierte sich der Streifen am Startwochenende mit einem Einspiel von mehr als 19 Millionen Dollar auf Platz 1 der US-amerikanischen Kinocharts. Die Idee für den Film bekamen Joel und Ethan Coen, als sie sich über eine erneute Zusammenarbeit mit ihren Stammschauspielern Gedanken machten. Das Ergebnis ist eine episodenartige Agentenkomödie, rabenschwarz, bitterböse und extrem lässig. Trotzdem will der Funke an keiner Stelle des Films so recht überspringen. Zu konstruiert wirken Plot und Dialoge, zu uninspiriert die Regie, zu lustlos die Darsteller. Man hat das Gefühl, die Coens seien so naiv, dass sie den Zuschauern einen auf ihre unabstreitbaren Stärken aufbauenden Film präsentieren könnten, ohne jegliche Innovationen, ohne jegliche Frische. So funktioniert Burn After Reading zwar in einem gewissen Rahmen, aber man wird das beschleichende Gefühl nicht los, alles schon einmal in der Form von den Ausnahmeregisseuren gesehen zu haben.

Dabei besitzt die Komödie ein Potential, das, wenn es besser ausgenutzt worden wäre, Burn After Reading zu einem Highlight des Jahres hätte machen können. Die Stärke des Films liegt nämlich nicht in der Story oder den Dialogen, sondern in den Figuren, mit denen die Schauspieler jeweils ihr eigenes Image und damit auch das gesamte Hollywood-Business aufs Korn nehmen. So mimt George Clooney den Frauenheld Harry Pfarrer, der sich trotz einer scheinbar funktionierenden Ehe in eine Affäre nach der anderen flüchtet. Brad Pitt gibt den ewig jung gebliebenen Schönling Chad Feldheimer, einen Hohlkopf, der mit seiner naiv aufdringlichen Art jeden auf die Palme bringt. Frances McDormand parodiert ihre Stellung im adulten Hollywood als reife Frau, die mit ihren Problemzonen zu kämpfen hat. Tilda Swinton hingegen unterstreicht mit der Rolle als intrigantes Miststück Katie Cox ihr Image als eisige und undurchschaubare Frau. Dieser Ansatz, die Schauspieler sich selbst persiflieren zu lassen, geht im Verlauf der Geschichte aber leider völlig unter. Nicht lustig und scharfzüngig genug, zu verkrampft und routiniert. Auch die Dialoge, ein prägendes Markenzeichen der Brüder, erreichen nie die Stärke ihrer großen Filme. Hoffentlich ist Burn After Reading nur die Ruhepause vor dem großen Sturm, die Einstimmung auf etwas großes, was in Zukunft in Form von A Serious Man und Hail Cesar auf uns zukommt. Und hoffentlich passen Joel und Ethan Coen auf, nicht durch weitere Filme wie diesen in Zukunft selbst ein Teil der parodierten Hollywood-Welt zu werden. Es wäre ihnen, aber auch uns Zuschauern zu wünschen. (5/10)

★★★★★☆☆☆☆☆

BLOGSPIEGEL

Symparanekronemoi: 5/10

Marcus Kleine Filmseite: 9/10

Zeitverschwender: 6/10

MoviezKult: 5/10

Durchschnittwertung: 6.3/10

Burn After Reading: Erster R-Rated Trailer!

Ab sofort gibt es den ersten Trailer zu der Komödie Burn After Reading der Coen-Brüder mit Topbesetzung um Brad Pitt und George Clooney zu sehen. Was die ersten Bilder versprachen, setzt sich hier fort: eine verdrehte Story, viele Gags & Darsteller, die sichtlich Spaß haben. Abwarten, könnte eine sehr coole Sache werden.

Zum Trailer

Erste Bilder Zum Neuen Coen

Nach ihrem vielfach ausgezeichneten Meisterwerk No Country For Old Men gehen die Coen-Brüder mit ihrem neuen Film Burn After Reading wieder einmal in eine ganz andere Richtung und präsentieren eine Komödie mit Top-Besetzung. So spielen neben Brad Pitt & John Malkovich der diesjährige Oscar-Nominierte als Bester Hauptdarsteller, George Clooney und die Oscar-Gewinnerin Tilda Swinton (beide für Michael Clayton). Der Spaß startet im Herbst in den USA. Die Bilder, der Cast und nicht zuletzt die Regisseure versprechen einen witzigen Film.

burn.jpg

(more…)

No Country For Old Men

NoCountry1

“No Country For Old Men” ist es also, der beste Film des Jahres 2008. Mit 4 Oscars wurde der Thriller in diesem Jahr ausgezeichnet. Dabei konnte er sich gegen das im Vorfeld schon als neues “Citizen Kane” verschriene “There Will Be Blood” in allen wichtigen Kategorien durchsetzen. Neben der wichtigsten Kategorie als “Bester Film” gewannen die Coen-Brüder jeweils einen Oscar für ihre Regie-Arbeit und ihr adaptiertes Drehbuch. Außerdem wurde Javier Bardem für seine Vorstellung als knallharter Killer Anton Chigurh ausgezeichnet.

Joel und Ethan Coen kehren mit “No Country For Old Men” zurück in das Metier, in dem sie in den Jahren 1984 bis 2003 bei Kritikern und Fans gleichermaßen für Furore sorgten. Mit Filmen wie “Blood Simple”, “Millers Crossing” oder “Fargo” schufen sie sich weltweit den Ruf, staubtrockene Gewalt mit einer großen Portion schwarzem Humor zu mischen. Dabei entstanden zeitlose Klassiker der Filmgeschichte. Umso ärgerlicher war der nicht gerade ruhmreiche Ausflug der Brüder in das Komödienfach.

(more…)

And the winner is … No Country For Old Men

Gestern Nacht wurden in Los Angeles zum 80. Mal die Oscars verliehen. Als die größten Favoriten gingen dabei mit jeweils 8 Nominierungen die Filme “There Will Be Blood” und “No Country For Old Men” ins Rennen. Letzterer ist mit 4 Oscar-Auszeichnungen der Gewinner des Abends. Neben dem Oscar für den besten Film des Jahres gewannen Joel & Ethan Coen den Preis als beste Regisseure und für ihr Drehbuch. Javier Bardem wurde für seine Rolle als Killer als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. “There Will Be Blood” strich überraschend nur 2 Oscars ein, für den besten Hauptdarsteller (Daniel Day-Lewis) und die beste Kamera.

Bei den Frauen gewann die Französin Marion Cotillard den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle als Edith Piaf in “La Vie En Rose”. Das war nach der Auszeichnung für das beste Make-Up der zweite Oscar für die Biografie der Chanteuse. Dabei mauserte sich Cotillard duch ihre sympathische Art zum heimlichen Star des Abend. Ich jedenfalls habe mich sofort in die Französin verliebt . Die Britin Tilda Swinton wurde für ihrer Rolle in “Michael Clayton” als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

(more…)