Wolfman

Kurzkritik

Unter keinem guten Vorzeichen stand von Anfang an das Remake zum Horrorklassiker The Wolf Man von 1941. Angekündigt im März 2006, sollten der Drehbuchautor Andrew Kevin Walker sowie Hauptdarsteller Benicio Del Toro und Regisseur Mark Romanek (One Hour Photo) die Arbeiten an dem Projekt übernehmen. Wegen kreativer Differenzen schied Romanek aber kurz darauf aus. Mit Brett Ratner, Frank Darabont, James Mangold, Joe Johnston, Bill Condon und Martin Campbell bemühte sich Universal um eine Reihe prominenter Regisseure, die aber alle nicht mit dem bisherigen Drehbuchentwurf von Walker zufrieden waren. 2008 schließlich sagte Joe Johnston zu unter der Bedingung, dass David Self das Drehbuch überarbeitet. Viele Köche verderben den Brei, sagt ein altes Sprichwort. Und so merkt man Wolfman auch an, dass das Drehbuch durch mehrere Hände gewandert ist und die ursprüngliche Version nach und nach durch Zugeständnisse an die Regisseure zerpflückt wurde. Wer einen durch und durch dramaturgisch stimmigen Film mit einer kohärenten Handlung und tiefgründigen Figurenstudien erwartet, wird von Wolfman enttäuscht werden. Nebenhandlungen werden zum Teil nicht auserzählt, wichtige Vorgeschichten höchstens angedeutet und immer mal wieder lediglich Versatzstücke guter Ideen eingestreut. Das Drehbuch ist eine wahre Katastrophe, oberflächlich, inhaltsleer und klischeebeladen. Dass Wolfman aber trotzdem funktioniert, liegt an seiner audiovisuell hervorragenden Inszenierung. Die Bilder von Shelly Johnson sind eine Wucht, erzeugen mit ihrem Spiel aus Licht und Dunkelheit, Grau-/ und Schwarztönen eine ungeheure Atmosphäre. Das akribisch erarbeitete Set Design bringt mit sehr viel Liebe zum Detail das Viktorianische Zeitalter zurück auf die Leinwand. Es sind die Bilder, die in Wolfman zu fesseln vermögen und nicht die Geschichte, die letzlich eher als Aufhänger dient. Optisch erinnert der Film gar an Werke von Tim Burton – was durch den hervorragenden Score von Burtons Hauskomponisten Danny Elfman unterstrichen wird. Elfman, dessen Musik ursprünglich aus dem Film herausgenommen wurde, weil sie dem Testpublikum missfiel und später dann nach dem für das Studio enttäuschendem Score von Paul Haslinger wieder integriert wurde, untermalt mit der typisch Elfman’uesquen Düsterheit und musikalischen Virtuosität perfekt die Fotografien und trägt so einen großen Teil an der Atmosphäre des Films bei. Auch Del Toro sorgt mit seiner fast animalischen Präsenz dafür, dass die Drehbuchschwächen nicht groß ins Gewicht fallen. Sowieso, der Cast besticht durch Schauspieler, die auch ohne ausgefeilte Figuren ein gewisses Charisma auf der Leinwand versprühen. Wolfman ist ein harter Horrorfilm, bei dem, überraschend für eine Studioproduktion, nicht mit Gore-Effekten gegeizt wird. Das Drehbuch ist löchrig wie ein Schweizer Käse und kommt deshalb manchmal sogar etwas trashig daher. Die Inszenierung aber reißt es komplett raus – die Fotografien sind wunderschön und stimmig, Elfman Score famos und die Darsteller perfekt besetzt. Man darf gespannt sein, was der knapp 20 Minuten längere Extended Cut auf DVD & Blu-ray noch so bereit hält. (7/10)

★★★★★★★☆☆☆

Erste Bilder Zu The Wolf Man

Die Remake-Welle hört nicht auf. Mit “The Wolf Man” musste nun der nächste Klassiker der Filmgeschichte daran glauben, von Hollywood-Produzenten verwurstet zu werden. Bei dem Cast aber, der für das Remake verpflichtet wurde (unter anderem Benicio Del Toro und Anthony Hopkins), könnte ein schönes Filmchen auf uns zukommen! Die Poster vom fertigen Wolfsmann versprechen jedenfalls schon mal optisch eine starke Umsetzung des Originals!

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[via: Equilibrium]