Posted by Christopher K. on October 31st 2008 to
Kurzkritiken

Halloween. Im Zuge der Amerikanisierung der deutschen Gesellschaft wird auch dieses Fest immer mehr Bestandteil unseres Jahresrhythmus’. Was für die Wirtschaft einen höheren Gewinn und für die Kinder ein paar Süßigkeiten mehr bedeutet, ist für uns Filmfans vor allem Zeit, sich den einen oder anderen Horror-Streifen anzusehen. Grund genug für mich, in einem “Halloween Spezial” meine bescheidene Meinung über 11 Filme des Genres Kund zu tun, die ich innerhalb der letzten Woche gesehen habe.
Black Sheep: Ein stark gehypter Tiersplatterfilm aus Neuseeland, der in den Foren dieser Welt gerne mit Severance verglichen wird. Leider krankt Black Sheep letztendlich an den gleichen Symptomen. Unter der harten und komödiantischen Oberfläche tummelt nämlich eine Geschichte, der schnell die Puste ausgeht und deren Flachheit irgendwann nervig wird. Trotzdem cool für einen DVD-Abend mit Freunden und einer Menge Bier. (5/10)
Das Waisenhaus: Produziert von Wunderkind Guillermo del Toro, präsentiert Regieneuling Juan Antonio Bayona einen soliden Streifen, der vor allem von den großartigen Darstellern und der atmosphärischen musikalischen Untermalung lebt. Trotzdem fehlt das gewisse Etwas, das Das Waisenhaus von der Masse an Horror-Filmen abheben könnte. (6.5/10)
Night Of The Living Dead: George A. Romero wusste sicherlich selber nicht, was er 1968 mit seinem Amateurfilm Night Of The Living Dead lostrat. Als Mutter aller Zombiestreifen überzeugt NOTLD durch eine wegweisende Story, die unter der Oberfläche mit einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik aufwartet. Rund wird die Produktion schließlich durch einen für die damalige Zeit überraschend hohen Splatteranteil und einem Schuss Lakonie. Muss man gesehen haben. (9/10)
Hostel: Von vielen Fans und Kritikern verpönt, ist Eli Roth’ Startschuss für das torture porn-Genre für mich einer der besten und interessantesten Horrorfilme der letzten Jahre. Klar, die Thematik und die drastischen Gewaltdarstellungen sind nichts für Softies, aber der Film präsentiert nebenbei eine Rahmengeschichte, die inhaltlich und schauspielerisch Filmen wie Inside um längen überlegen ist. Dazu gibt es einen Kurzauftritt von Takashi Miike. Was will man mehr? (8/10)
Hostel 2: Diesmal schickt Eli Roth eine Gruppe junger und hübscher Studentinnen nach Osteuropa. Leider braucht die Geschichte ein wenig, um in Fahrt zu kommen, aber auf dem Höhepunkt kann Hostel 2 seinen Vorgänger sogar noch ein bisschen übertrumpfen. In Deutschland leider um 7 Sekunden gekürzt, trotzdem ein Muss für Fans des torture porn. (7.5/10)
Halloween: Alleine wegen des großartigen Themes von John Carpenter Pflicht. Nebenbei führt der Streifen einen der bekanntesten Killer der Horrorgeschichte ein, der noch in zahlreichen Sequels und Prequels auftauchen sollte. Kult, wenn auch aus heutiger Sicht vor allem narrativ etwas angestaubt. (7/10)
Shaun Of The Dead: Die britische Horrorkomödie von Edgar Wright war eine der größten Überraschungen im Jahr 2004. Mit Simon Pegg und Nick Frost großartig besetzt, überzeugt der Film durch witzige Dialoge und kultige Charaktere. Meilenweit besser als Hot Fuzz. (8.5/10)
Saw: Der zweite Horrorfilm, der 2004 für Furore sorgte. Regisseur James Wan präsentierte mit Saw einen Mix aus David Finchers Se7en und torture porn, der so erfolgreich war, dass sich daraus mittlerweile ein ganzes Franchise und zahlreiche Nachahmer entwickelt haben. Nebenbei führte der Film in Tobin Bell alias Jigsaw einen der coolsten Serienkiller der Geschichte ein. Ein harter Psychotrip, der es in sich hat. (8.5/10)
Saw II: Mit Darren Lynn Bousman bekam das Sequel zwar einen neuen Regisseur, der führte aber die Maxime des ersten Teils konsequent fort. Jigsaw, dessen screentime zum Glück deutlich erhöht wurde, mordet eifrig weiter und liefert sich zusätzlich ein Psychoduell mit Detective Eric Matthews (Donnie Wahlberg), das es in sich hat. Inhaltlich sogar noch besser, aber mit kleineren Längen im Mittelteil. (7.5/10)
Saw III: Der bisher schwächste Teil der Reihe. Nachdem die Story im zweiten Teil überraschend stark war, dient sie diesmal nur als Aufhänger für die inflationär eingesetzten Mordszenen. Dafür punktet Saw III auf anderer Ebene: der Splatteranteil wurde deutlich erhöht und sorgt für Ohrenschlackern bei gorehounds. Definitiv einer der härtesten Horrorfilme aller Zeiten. (5.5/10)
Saw IV: Saw IV kommt inhaltlich wie eine Frischzellenkur daher. Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Splatteranteil wieder etwas verringert, dafür wurde der Plot weiter ausgebaut und in Richtung Thriller verlagert. Man fragt sich nur, wie die Macher das Franchise nach dem vierten Teil weiterführen wollen, denn die Geschichte ist eigentlich fertig erzählt. (7/10)
In diesem Sinne: eine schaurige Nacht noch! 