8 Blickwinkel

Mit Regisseur Pete Travis aus Großbritannien wagt sich ein weiterer ambitionierter europäischer Filmemacher an das Abenteuer Hollywood. In seiner Heimat wird der Mann aus Manchester schon gefeiert als neuer Ridley Scott. Mit Fernsehfilmen wie Omagh begeisterte er die Insel mit seinem eigenen unverkennbaren Stil hinter der Kamera. Auch sein Hollywood-Debüt ist unverkennbar einzigartig: einen Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten aus 8 Blickwinkeln zu zeigen und diese am Ende zu einem furiosen Finale zusammenzuführen – klingt zwar nicht bahnbrechend, aber erfrischend neu.
Was ist also der Grund, warum der Film in jeglichen Kritiken im Internet und der Presse zerrissen wird? Ich habe da so meine eigene These. Vorab möchte ich sagen, dass ich von 8 Blickwinkel durchweg begeistert bin. Der Film bleibt von der ersten bis zur letzten Sekunde hoch spannend – wo hat man das heutzutage noch in Hollywood? Allein die Tatsache, wie es Travis schafft, den Anschlag aus mehreren Perspektiven 5 Mal zu wiederholen (nicht 8 Mal) ohne dass dabei Spannung verloren geht, zeugt von seinem großen Talent als Drehbuchautor und Regisseur. Bei jedem neuen Blickwinkel werden so zum Beispiel andere Elemente eingebaut, die vorher noch nicht da waren. Man kann es erklären wie ein Puzzle, welches mit jedem Blickwinkel zusammengefügt wird. Das schnelle Tempo á la Bourne verhilft dabei auch, den Zuschauer nie außer Atem kommen zu lassen. Am Ende dann fügen sich die Blickwinkel zusammen zu einem großen Showdown, in dem die Hauptfigur Thomas Barnes (Dennis Quaid) in schon angesprochener Bourne-Manier eine riesige Verfolgungsjagd mit den Terroristen aufnimmt und den Fall löst.
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