The Expendables: Ist Arnold Schwarzenegger Dabei?

So langsam entwickelt sich Sylvester Stallones The Expendables zu einem meiner Lieblingsprojekte. Denn wie Harry Knowles von AICN erfahren haben will, soll Arnold Schwarzenegger für ein kleines Cameo in die Rolle von Gouverneur Arnold Schwarzenegger schlüpfen. Er und Barney Ross, der Charakter von Stallone, sollen sich angeblich vom gemeinsamen Dreh zu Conan, Der Barbar kennen. Klingt echt krank, aber diese Besetzung wäre ein riesiger Coup. Auch bei der weiteren Besetzung hat sich so einiges getan. Sir Ben Kingsley ist wohl raus aus dem Projekt und wird durch Eric Roberts ersetzt. Mickey Rourke hingegen hat endlich unterschrieben und auch Danny Trejo soll eine Rolle ergattert haben. Ein “Ensemblefilm á la Oceans 11, nur mit hässlichen Typen” (O-Ton Stallone)? Kann definitiv kommen.

Irgendwann In Mexico

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2003 komplettierte der Regisseur Robert Rodriguez mit dem Actioner Irgendwann In Mexico seine “Mexiko Trilogie”. Diesmal baute er vor allem auf ein immens hohes Aufgebot an Hollywood-Stars. So stießen zum Cast um Antonio Banderas und Salma Hayek große Namen wie Johnny Depp, Mickey Rourke, Eva Mendes und Willem Dafoe. Doch das große Stars einen Film nicht zwangsweise zum Selbstläufer machen, zeigt Dieser am Ende sehr deutlich.

Der korrupte CIA-Agent Sands (Johnny Depp) will nicht ganz uneigennützig den Putschversuch des Drogenbarons Barillo (Willem Dafoe) verhindern, denn er will selber die Geschicke in Mexiko leiten. Dazu hat er sich mit dem fiesen General Marquez (Gerardo Vigil) verbündet. Gleichzeitig setzt er den Mariachi (Antonio Banderas) auf den Mord an Barillo an. Der hat mit Marquez noch ein Hühnchen zu rupfen, denn dieser ist für den Mord an dessen Frau (Salma Hayek) und Tochter verantwortlich. Ein Spiel um Macht, Gier und persönliche Interessen beginnt – und dabei lassen so Einige ihr Leben.

Wie schon bei den zwei Vorgängerfilmen El Mariachi und Desperado ist Robert Rodriguez hier praktisch für die gesamte Produktion verantwortlich. Er führt Regie, bedient die Kamera, schreibt das Skript, schneidet und besorgt den Soundtrack. Vor allem Desperado zeigte aber, dass Rodriguez eindeutig Defizite beim Drehbuch schreiben hat. Genau dieses Problem schlägt sich auch in Irgendwann In Mexico wieder. Dieses mal legt er den Fokus mehr auf die neue Figur des CIA-Agenten und lässt den Mariachi dabei fasst in den Hintergrund drängen. Das ist schade, denn es wäre der perfekte Zeitpunkt gewesen, den Mariachi etwas mehr von innen zu beleuchten. Seine Frau und seine Tochter sind tot und er zieht wieder in Rache durch das Land. Wie es ihm dabei ergeht, beschreibt Rodriguez leider gar nicht. Er begeht auch den Fehler, eine zu konstruierte Geschichte zu erzeugen, die beim Zuschauer oftmals Fragen aufwirft. Sicherlich, der Film ist ein Actioner, doch etwas mehr Tiefgang wie beim ersten Teil hätte ihm sehr gut getan.

Dagegen sind die Action-Szenen wieder allererste Sahne. Nachdem er in Desperado noch eindeutig John Woo würdigte, verneigt Rodriguez sich diesmal vor Sergio Leone. Zu erkennen ist das schon im englischen Titel Once upon a time in Mexico. Doch auch stilistische Mittel des italienischen Großmeisters benutzt er, wie zum Beispiel Großaufnahmen von Augen und Augenbrauen. Aber vor allem die wieder einmal großartig inszenierten shoot outs erinnern an Werke wie Spiel Mir Das Lied Vom Tod. Was Irgendwann in Mexico im Vergleich zu seinem Vorgänger noch richtig macht, ist die Tatsache, dass er sich selbst in jeder Szene auf die Schippe nimmt. War Desperado noch bierernst, erwartet den Zuschauer hier eine entspannte Lockerheit. Das liegt aber auch an den stark aufspielenden Hauptakteuren und dem fulminant besetzten Cast.

Johnny Depp und Antonio Banderas liefern sich ein Duell um die Coolness-Krone. Auf der einen Seite ist da der zwielichtige Sands. Depp gibt dieser Figur einen psychopathischen und zugleich dümmlichen Touch. Alleine die Szene, in der Sands einen Koch umbringt, weil das Essen zu gut geschmeckt hat, ist überragend und sehenswert. Depp hatte beim Dreh großen Spaß, und das wirkt sich auch positiv auf den Film aus. Banderas gibt wie schon im Vorgänger den von inneren Zerwürfnissen geplagten Pistolero, der seine Knarren stets im Gitarrenkoffer dabei hat. Leider geht die Figur des Mariachi, wie schon gesagt, zu sehr unter. So kann Banderas außer Action-Szenen diesmal fast gar nichts zeigen. Auch Salma Hayeks Figur wurde auf ein Minimum zurechtgeschrumpft. Sie ist nur in Rückblenden zu sehen und kommt auf eine screen time von vielleicht 2 Minuten. In der zweiten Reihe glänzt vor allem Mickey Rourke als weichlicher Killer mit schwulem Touch und Hündchen auf dem Arm. Auch Willem Dafoe gibt den Bösewicht routiniert und gekonnt.

Mein Fazit:

Auf Grund eines schwachen Drehbuchs kann auch Irgendwann in Mexico dem ersten Teil der “Mexiko Trilogie”, El Mariachi, nicht das Wasser reichen. Die Figuren sind zu oberflächlich konzipiert und die Story viel zu konstruiert. Schade ist auch, dass der Mariachi fast in die zweite Reihe gedrängt wurde. Abgesehen davon erwarten den Zuschauer schön choreografierte shoot outs im Stile von Sergio Leone, einen schönen Soundtrack und klasse Darsteller. Ein kurzweiliges Vergnügen, aber vielleicht ein etwas unwürdiger Abschluss der Trilogie. (6/10)

★★★★★★☆☆☆☆

Desperado

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Nach dem Achtungserfolg seines Debüt-Films El Mariachi, den Regisseur Robert Rodriguez mit einem Budget von nur 7.000 Dollar drehte, klopften die großen Studios an und boten ihm eine Menge Geld für ein Sequel. Rodriguez, der damit sein Ziel erreicht und endlich einen Weg in das Hollywood-Business gefunden hatte, ließ sich natürlich nicht lumpen. Mit einem Budget von 7 Millionen Dollar, also dem 1000-fachen  seines Vorgängers, drehte er mit Desperado den zweiten Teil seiner “Mexiko Trilogie”.

Der Mariachi (Antonio Banderas) ist zurück! Sein einziges Ziel: Rache. Rache für den Mord an seiner Liebe Domino, aber auch Rache für die ihm zugefügten Verletzungen, die es ihm unmöglich machen, jemals wieder so Gitarre spielen zu können wie früher. So zieht er mit seinem einzigen Freund (Steve Buscemi) durch Mexiko, um den Gangster-Boss Bucho (Joaquim de Almeida) zu finden und zu töten. Dabei hinterlässt er stets blutige Spuren, die ihn in der Bevölkerung zur Legende werden lassen. Doch Buchos Schergen sind vorgewarnt und bis hinter beide Ohren bewaffnet. So bahnt sich ein blutiger Kampf an, bei dem es viele Verlierer geben wird…

Auch bei seinem Hollywood-Erstling Desperado hat es sich Robert Rodriguez nicht nehmen lassen, das Drehbuch komplett selbst zu schreiben. Ein gewagter Schritt, denn das Skript zu El Mariachi war alles andere als ausgegoren. Vielmehr glich er da inhaltliche Mängel durch den besonderen Charme wieder aus. Einen Charme, den er in einer Hollywood-Produktion nie erreichen kann. So kommt es auch, dass das Drehbuch dem Film von vornherein versagt, eine Referenz im Genre zu werden (wo bei den Grundvoraussetzungen sicherlich Potential dagewesen wäre). Rodriguez schafft es einfach nicht, seinen Figuren inhaltliche Tiefe zu verpassen. Ob der Mariachi oder der Gangster-Boss Bucho – ein Unterschied in der Charakterisierung ist nicht auszumachen. Auch die Story wirkt dumm und banal. Dialoge sind de facto nur als Lückenfüller vorhanden, vorhersehbar und lassen jeglichen Humor vermissen. Den negativen Höhepunkt bildet die Liebesbeziehung zwischen dem Mariachi und Carolina (Salma Hayek). Die ist so weichgespült, dass man an gewissen Stellen denkt, man befinde sich in einem anderen Genre. Ein weiteres Problem ist die Einordnung von Desperado. Ist es nun ein Remake? Ein Sequel? Anhand des Filmes ist dies meiner Meinung nach nicht hundertprozentig festzumachen.

Trotz der eindeutigen Defizite des Drehbuchs sind die Action-Szenen des Films perfekt durchgestylt und durchchoreografiert. In der “10 Minuten Filmschule: Anatomie einer Schießerei”, die auf DVD enthalten ist, erklärt Rodriguez, dass dabei das Hong Kong-Kino der 90er Pate stand. Allen voran John Woo und Filme wie Hard Boiled und Hard Target dienten als Vorlage, was man in jeder Szene sieht. So fliegt der Mariachi wie Chow Yun-Fat in seinen besten Zeiten in Zeitlupe durch die Luft, immer 2 Pistolen im Anschlag, um die Gegner von allen 4 Seiten zu bedienen. Auf Realismus wird dabei getrost verzichtet. Vielmehr sind die Action-Szenen comichaft dargestellt, sei es der schier unverwundbare Protagonist oder die Tatsache, dass Gitarrenkoffer sogar als Raketenwerfer und Maschinengewehre umfunktioniert werden können. Hier nimmt sich Desperado selbst nicht Ernst – und das kommt ihm gut.

Ob es aber gut war, die Hauptrolle mit einem anderen Darsteller zu besetzen, sei dahingestellt. Sicher, Carlos Gallardo ist ein Laie, doch er hat seinen Job bei El Mariachi genial gemeistert und sich dadurch die Herzen der Fans gespielt. Wer oder was Rodriguez dazu bewogen hat, jemanden anders zu casten, kann nur gemutmaßt werden. Antonio Banderas war zu diesem Zeitpunkt in Amerika ein unbeschriebenes Blatt. Außer Mini-Rollen in Philadelphia und Interview mit einem Vampir spielte er nur in europäischen Produktionen mit. Also kann der Wunsch  des Studios, diesen No-Name zu besetzen, fast ausgeschlossen werden. Zum Glück bekam Gallardo einen kleinen Cameo-Auftritt und konnte so einen Bezug zum ersten Teil herstellen. Die schließlich gecasteten Darsteller spielen ihr Ding routiniert runter. Darstellerische Glanzpunkte sind auf Grund des Skripts sowieso nicht zu erwarten. Da bleibt höchstens ein cooles Cameo von Quentin Tarantino inklusive des einzigen witzigen Momentes des Films in Erinnerung.

Mein Fazit:

Nachdem Robert Rodriguez 1992 mit El Mariachi einen überraschend starken Actioner ablieferte, waren der Erwartungen an Desperado, bei dem er immerhin das 1000-fache an Geld zur Verfügung hatte, hoch. So überrascht es kaum, dass sein Remake/Sequel enttäuscht. Die Story ist dünn, vorhersehbar und ohne Tiefgang. Die Dialoge sind für Rodriguez-Verhältnisse platt und ohne Witz. Trotzdem gefallen die perfekt durchgestylten Action-Szenen, die den Vorgänger blass aussehen lassen. Die Darsteller wissen zu gefallen. Allen voran Steve Buscemi und Quentin Tarantino lockern das Geschehen auf. (6/10)

★★★★★★☆☆☆☆