Bangkok Dangerous
Kurzkritik

Nicolas Cage, Oscar-Gewinner und einstiger Publikumsmagnet, hat ein riesiges Problem. Um seine zahlreichen Immobilien auf der ganzen Welt unterhalten zu können, braucht er Geld. Und für das Geld spielt er in so ziemlich jedem Film mit, den er angeboten bekommt. Dass darunter letztlich die Qualität leidet, merken Fans und Kritiker schon seit langem. Ob World Trade Center, Ghost Rider oder Next, seine Filme werden regelmäßig in den Gazetten zerrissen und haben Mühe, ihr Budget an den Kassen wieder einzuspielen. Da helfen auch keine Lichtblicke wie Das Vermächtnis Der Tempelritter oder Lord Of War: der Nicky muss aufpassen, nicht wie Steven Seagal, Jean-Claude Van Damme oder Wesley Snipes im Direct-To-DVD-Lager zu enden. Wo wir schon beim Thema wären, denn sein neuster Film, Bangkok Dangerous, ist in den Staaten trotz des Einstiegs auf Platz eins in die Kinocharts total gefloppt und hat noch nicht einmal die Hälfte seines Budgets von 40 Millionen Dollar wieder eingespielt. Grund genug, bei uns in Deutschland auf einen Start in den Lichtspielhäusern zu verzichten und den Actioner direkt für den Heimkinomarkt zu releasen. Ob er dort besser abschneidet, ist abzuwarten. Fakt ist: der Filme ist kein Totalreinfall. Fakt ist aber auch: der Film kann sich nur durch Cage ins Mittelmaß retten.
Bangkok Dangerous hat ganz offensichtlich zwei ganz große Probleme. Zum einen ist das Drehbuch eine Farce. Warum aus dem eiskalten Auftragskiller Joe (Nicolas Cage) plötzlich ein zahmes Lämmchen wird, welches seinen Beruf von Grund auf hinterfragt, wird de facto überhaupt nicht erklärt. Warum er dann auch noch einen dahergelaufenen Straßenjungen die Kunst des Tötens lehrt, auch nicht. Die Figurenzeichnung ist dünn und die mäßigen Dialoge unterstützen die Glaubwürdigkeit der Geschichte auch nicht besonders. Zum anderen setzt die unterirdische Regie der Brüder Danny Pang und Oxide Pang Chun dem ganzen schließlich die Krone auf durch deren Unvermögen, dass fehlerbehaftete Drehbuch zu einem einheitlichen Ganzen zu formen. Jeglichen Anflug von Atmosphäre unterbrechen die Brüder mit vorschnellen Cuts in die nächste Szene und unoriginell platzierten Actioneinlagen. Doch es gibt auch Lichtblicke, die ein komplettes Debakel für Cage verhindern und den Film so noch ins Mittelmaß retten können. Zum einen ist das natürlich Cage selbst, der mit seiner Leinwandpräsenz und Spielstärke seiner Figur den Stempel aufdrücken kann, auch wenn man ihn schon besser gesehen hat. Cage spielt, diesmal mit der besten Frisur aller Zeiten, immer noch halb Hollywood an die Wand und ist geradezu prädestiniert für seine Rolle, aus der man mit einem geeigneten Drehbuch und einem geeigneten Regisseur viel mehr hätte herausholen können. Auch aus der Liebesbeziehung zwischen Joe und der taubstummen Verkäuferin Fon (Charlie Yeung) zieht der Film Stärken, die emotionalen Momente wiegen viel stärker als die brachialen, wenn auch stylishen Actionszenen. Kenner des Originals der Pang-Brüder aus dem Jahre 1999 werden sich vielleicht über die vielen Änderungen im Remake ärgern, den Rest erwartet mit eingeschränkten Erwatungen ein mittelmäßiger Actioner, der zumindest für einen DVD-Abend mit Kumpels taugt. (5/10)










Die DVD und Blu-ray von Bangkok Dangerous erscheinen am 22. Januar.
4 Comments





