Die Mumie – Das Grabmal Des Drachenkaisers
[Kino]-Review

Mit Die Mumie kam 1999 ein durchaus erfolgreicher Indiana Jones-Abklatsch in die Kinos, der 2 Jahre später mit Die Mumie kehrt zurück noch erfolgreicher fortgesetzt wurde. In Zeiten von Sequels, Triquels und Remakes war es klar, dass sich Universal um einen dritten Teil bemüht. Den größten Fehler beging man aber mit der Besetzung von Rob Cohen als Regisseur. Cohen, seines Zeichens verantwortlich für solche Highlights wie The Fast & The Furious oder xXx, brach dem jeher schon einfallslosen Franchise durch seine hohle Art endgültig das Genick.
Das Abenteurer-Paar Rick (Brendan Fraser) und Evelyn O’Connor (Maria Bello) hat sich seit den letzten Abenteuern in einer beschaulichen Villa zur Ruhe gesetzt und führt ein richtiges Spießer-Leben. Ihr Sohn Alex (Luke Ford) jedoch versucht, in die Fußstapfen seiner Eltern zu treten und führt Ausgrabungen in China durch, anstatt zu studieren. Dabei findet er eine Terrakotta-Armee inklusive des versteinerten Drachenkaisers (Jet Li). Wie es der Zufall so will, reisen Rick und Evelyn nach Shanghai, um dort einen Edelstein abzuliefern. Dabei treffen sie auch ihren Sohn. Als der Drachenkaiser durch ein Missgeschick zum Leben erweckt wird und mit seiner Armee nach der Herrschaft im modernen China strebt, findet sich die gesamte Familie O’Connor ungewollt in einem neuen Abenteuer wieder.
Was Rob Cohen den Zuschauern hier präsentiert, ist als eine Beleidigung derer anzusehen. Man könnte den dritten Teil der Mumie-Saga mit wenigen Worten beschreiben: sinnlos, dumm, öde, überladen. Ich glaube, dies trifft es auf den Punkt. Dabei setzt Cohen genau dot an, wo er bei seinen letzten Filmen aufgehört hat. Er dreht Filme ohne Story mit Figuren ohne Gesicht. Er dreht Filme, bei denen CGI das Einzige ist, was zählt. Er dreht Filme für kleine Jungs, die auf Grund pubertärer Testosteron-Stöße denken, sie hätten dicke Eier. Wenn Michael Bay sein Vorbild ist, muss er noch ein wenig üben, denn Bay gibt seinen Filmen wenigstens einen Tick inhaltliche Tiefe. Schon die Eingangs-Szene beschreibt den Verlauf des Films sehr gut. Dort knallen ununterbrochen und maßlos CGI-Aufnahmen durchs Bild, die dem Budget von knapp 150 Millionen Dollar auch noch mehr als unwürdig sind. Die Spitze des Eisbergs sind dann die animierten Yetis, die optisch unter aller Sau sind und dazu auch noch schlecht mit den realen Bildern vermischt wurden.
Bei dem ganzen CGI-Feuer sind die Darsteller nur schmückendes Beiwerk, können aber sowieso nicht viel retten. Brendan Fraser spielt wie immer hölzern und ohne Elan. Lediglich den Idioten nimmt man ihm ab. Rachel Weisz, die in den ersten zwei Teilen Evelyn gespielt hat, schlug die Rolle nun löblicherweise aus, als sie das Drehbuch las. Mit Maria Bello fand man zwar gleichwertigen Ersatz, aber die Bello kann auf Grund der Oberflächlichkeit der Figuren nur durch optische Reize punkten. Jet Li ist mal wieder der Alibi-Chinese Hollywoods, der bisher so viele Rollen von gut bis böse gespielt hat, dass man ihm diese nicht wirklich abnimmt. Positiv herauszustellen sind die Performances von Michelle Yeoh und Isabella Leong, die dem Treiben wenigstens etwas Gefühl und Menschlichkeit geben.
Mein Fazit:
Die Mumie – Das Grabmal Des Drachenkaisers ist wohl einer der schlechtesten Blockbuster dieses Jahres. Auf eine Geschichte und interessante Figuren wurde komplett verzichtet. Vielmehr erwartet dem Zuschauer eine sinnlose Aneinaderreihung mittelmäßiger Action-Szenen, gepaart mit dürftigen CGI-Animationen. Die Darsteller können da auch nicht mehr viel rausreißen, auch wenn die weiblichen Schauspieler dem Film wenigstens ein wenig Pepp verleihen. Hier wäre eindeutig mehr dringewesen – wenn man vielleicht einen richtigen Regisseur engagiert hätte. (3/10)










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