Max Payne
Kurzkritik

Videospielfreunde werden mir zustimmen: Max Payne, einer der atmosphärisch dichtesten, inhaltlich spannendsten und stilistisch perfektesten Shooter aller Zeiten schreit gerade so nach einer filmischen Umsetzung. Doch was soll aus der Adaption werden, wenn aus dem ausschließlich für Erwachsene konzipierten Spiel für das Kino ein weichgespülter und an allen Ecken und Kanten geschnittener Actioner präsentiert wird? Logiklöcher, narrative Schwächen, Gewalt, die weder auf physischer, noch psychischer Ebene mit der Vorlage konkurrieren kann – Regisseur John Moore setzt ökonomische Ziele vor seine Integrität und scheiterte sogar damit, denn in den USA konnte der Film gerade so seine Produktionskosten von 35 Millionen Dollar wieder einspielen. Dabei besitzt Max Payne definitiv starke Ansätze, die ihn eigentlich hätten abheben können vom Einheitsbrei. Visuell glänzt der Film durch einen Neo-Noir-Stil, der die düstere Stimmung des Spiels direkt auf die Leinwand transportiert. Schwarz und Weiß dominieren das Bild, ständiger Regen bei Tag und Schnee bei Nacht sorgen für atmosphärische Kontraste. Selbst die Story, die den ersten Teil des Shooters mit aktueller politischer Brisanz und Anleihen aus alteuropäischer Mythologie würzt, weiß eigentlich zu gefallen, wirkt durch den Schnittsalat aber letztlich wie ein Flickenteppich. Und auch Mark Wahlberg hat seine Hausaufgaben gemacht, spielt den eiskalten Rächer, der innerlich doch so verletzt ist, glaubwürdig und intensiv. Trotzdem ist der Film nicht das, was Fans der Videospiele erwartet haben. Ich warte mit Freude auf den angekündigten Gamers Dedicated Cut, der nach den Worten Moores näher dran ist an der Vorlage. Bis dahin kann ein Gang ins Kino getrost gespart werden. (5/10)










20 Comments



