82nd Annual Academy Awards – Die Gewinner

Das waren sie nun, die 82ten Acedemy Awards. Pro7 hat mal wieder sein Expertenteam um Annemarie Warnkross und Steven Gätjen nach Los Angeles geschickt, um den Zuschauern mit geballtem Fachwissen Hollywood zu erklären. Die screentime von Warnkross wurde glücklicherweise im Vergleich zum letzten Jahr eingeschränkt, den Gätjen ließ man trotzdem 30 Minuten lang live am roten Teppich auf die Stars los. Bekam er dann mal einen vor sein Mikrophon, waren die Fragen unter aller Sau und total irrelevant. Nunja. Die diesjährigen Hosts der Veleihung waren Alec Baldwin und Steve Martin, die zwar den einen oder anderen Witz zustande brachten, aber über den Abend hinweg total blass blieben. Ich wünsche mir hiermit offiziell Jon Stewart oder Billy Crystal als Moderatoren im nächsten Jahr. Auch die Laudatoren waren schlecht ausgewählt, von den lustlosen Twilight-Stars bishin zu Ben Stiller, dessen Avatar-Auftritt eher peinlich als lustig war. Wie im letzten Jahr gilt trotzdem: Preise wurden auch vergeben, hier die Gewinner und ein kleines Fazit.
BESTER FILM
The Hurt Locker – Großer Favorit im Vorfeld. Trotzdem kein Film, der würdig den Titel Best Picture tragen darf, da waren sechs bessere Filme mitnominiert. In 20 Jahren wird man sich wohl fragen, warum ausgerechnet der Film an dem Abend ausgezeichnet wurde. Findige Filmfans verweise ich auf die Oscars von 1976.
BESTER HAUPTDARSTELLER
Jeff Bridges (Crazy Heart) – War abzusehen, ist absolut gerechtfertigt.
BESTE HAUPTDARSTELLERIN
Sandra Bullock (The Blind Side) – Siehe Jeff Bridges. Obschon Gabourey Sidibe und Carey Mulligan eine bessere Performance abgegeben haben.
BESTER NEBENDARSTELLER
Christoph Waltz (Inglourious Basterds) – ’nuff said.
BESTE NEBENDARSTELLERIN
Mo’Nique (Precious) – Hier gibts auch nichts zu mäkeln. Gerechtfertigt.
BESTE REGIE
Kathryn Bigelow (The Hurt Locker) – Der Preis geht klar. Bigelows Regie war famos.
BESTES ORIGINAL DREHBUCH
The Hurt Locker – Skandal. Schiebung. Schande. Der Preis hätte an Tarantino gehen müssen. Oder zumindest an die Coens. Treppenwitz des Abends.
BESTES ADAPTIERTES DREHBUCH
Precious – Freut mich. Obschon Up In The Air den Preis verdient hatte. Dass dieser Film ohne Goldjungen blieb, ist ein schlechter Witz.
BESTE KAMERA
Avatar – Da habe ich mich gefragt, ob hier jetzt die Fotografien oder die Technik gewonnen haben.Das Weiße Band und Inglourious Basterds wären die besseren Sieger gewesen.
BESTER SCHNITT
The Hurt Locker – Völlig in Ordnung.
BESTES KÜNSTLERISCHES DESIGN
Avatar – Unverständlich, dass CGI-Welten hier vor Realbauten gewinnen.
BESTE KOSTÜME
The Young Victoria – Keine große Überraschung. Hat ja quasi als Kostümfilm seine Daseinsberechtigung. Wie The Duchess im letzten Jahr.
BESTES MAKEUP
Star Trek – Völlig verdient. Das Make-Up war groß – obschon Il Divo interessant aussah. Muss ich mal nachholen.
BESTER SOUNDTRACK
Up – Der mit Abstand beste Soundtrack des Jahres. Keine wirkliche Überraschung.
BESTER SONG
The Weary Kind (Crazy Heart) – Von den Nominierten das beste Lied.
BESTER TON
The Hurt Locker – Ungerechtfertigt. Eine neue Welt zu erschaffen (Avatar) ist sicherlich anspruchsvoller als ein paar Schussgeräusche aufzunehmen.
BESTER TONSCHNITT
The Hurt Locker – War zwar sehr gut abgemischt – aber Avatar und Transformers 2 hatten mehr Bumms.
BESTE VISUELLE EFFEKTE
Avatar – Sicher und verdient. Die Effekte waren state of art.
BESTER ANIMATIONSFILM
Up - Pixar gewinnt, auch mit mittelmäßigen Filmen. Schade eigentlich.
BESTER NICHTENGLISCHSPRACHIGER FILM
El Secreto De Sus Ojos -Wie von mir vorhergesagt. Das Weiße Band ist einfach zu sperrig, El Secreto De Sus Ojos dagegen sehr mainstreamig.
Alles in allem ist The Hurt Locker mit übertriebenen sechs Auszeichnungen der Gewinner des Abends. Ob man sich in 20 Jahren noch an ihn erinnert, wird sich zeigen. Dass aber Inglourious Basterds mit einer Auszeichnung und Up In The Air, der keinen Oscar gewann, so untergegangen sind, ist ein Skandal. In your face, academy!
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