Mamma Mia!

[Kino]-Review
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Wer kennt sie nicht, die Welthits der schwedischen Pop-Band Abba? Bei jeder Feier entzücken die Lieder die Massen, ob Jung oder Alt, und jeder kann die Refrains mitgrölen. So war es eine logische Konsequenz, dass 1999 das passende Musical dazu in London uraufgeführt wurde. Verpackt in einer Geschichte um ein Mädchen, welches ihren Vater finden will, avancierte sich das Bühnenstück zu einem Besuchermagneten mit über 30 Millionen Zuschauern. Hollywood erkannte das Potential einer möglichen Verfilmung und machte mehr als 50 Millionen Dollar locker, damit Regisseurin Phyllida Lloyd einen dem Musical würdigen Film mit einem Star-Aufgebot kreieren konnte.

Donna (Meryl Streep) ist allein erziehende Mutter und Hotelbesitzerin auf einer kleinen griechischen Insel. Ihre Tochter Sophie (Amanda Seyfried) steht kurz vor der Heirat und hat einen großen Traum. Sie möchte, dass ihr Vater sie zum Traualtar führt. Leider hat Donna ihr immer verheimlicht, wer ihr Erzeuger ist. Zufällig findet Sophie aber ein altes Tagebuch ihrer Mutter und kann 3 Männer ausfindig machen, die als Vater in Betracht kommen. Sie läd diese Männer ohne Wissen ihrer Mutter auf die Insel ein. Es folgen so allerlei Streitereien und Verwechslungen und ein Gefühlschaos ist vorprogrammiert…

Die Frage bei Musical-Verfilmungen ist immer, wie das Bühnenstück auf die Leinwand transformiert wird und dies ist allzu oft eine Gradwanderung. Wer bei Mamma Mia! ein ähnlich tiefgründigen Film wie zum Beispiel Sweeney Todd erwartet, der ist enttäuscht. Nicht umsonst wurde auch die Regisseurin des Musicals, Phyllida Lloyd, als Regisseurin des Films engagiert. Es geht hier nicht um eine große Geschichte mit enormen Einsatz von filmischen Stilmitteln, sondern es geht genau darum, das Feeling des Originals auf Zelluloid zu bannen und vor allem die großartigen Lieder von ABBA in den Mittelpunkt zu rücken. Genau diese Tatsache spaltet aber die Lager. Wer mit den Songs überhaupt nichts anfangen kann, wird den Kinosaal sowieso meiden. Wer aber auch kitschige Filme nicht leiden kann, der wird kotzen. Abseits der Lieder bietet Mamma Mia! nämlich genau das. The-Duke beschrieb es treffend als Kitschkanone. Mamma Mia! ist ein Gute-Laune-Film, voller Liebe, Schmerz und Heiterkeit. Passend dazu ist der Film in hellen und grellen Farben gedreht, mit kunterbunten Kostümen und Karibik-Feeling.

Getragen wird der Film dabei hauptsächlich von der sympathischen Darstellerriege. Die 14-fach nominierte und 2-fach ausgezeichnete Oscar-Gewinnerin Meryl Streep gibt dabei die beste Figur ab und ist der Eckpfeiler des Films. Die immerhin schon 59-Jährige versprüht mit ihrem Auftritt so viel Kraft und Energie, dass sie glatt 20 Jahre jünger wirkt. Sie nimmt sich außerdem in ihrem Blaumann selbst nicht ernst und gibt ihrer Figur durch ein leicht ironisches Spiel einen besonderen Touch. Überraschend auch, wie gut sie hinter dem Mikrofon agierte. Ihre Songs sind stark, gefühlvoll und voller Aussagekraft. In zweiter Reihe glänzt Amanda Seyfried, die nicht nur ein optischer Leckerbissen in ihrem knappen Badeanzug ist, sondern genau so wie ihre Film-Mama richtig gut singen kann. Auch die 3 potentiellen Väter, allen voran Pierce Brosnan, geben einen luftig leichten Sommer-Auftritt ab. Ihre 3 Charaktere ergänzen sich gegenseitig prima und sorgen so für den einen oder anderen Lacher. Lacher gibt es spätestens dann auch, wenn Brosnan singen darf. Das klingt so schief und so schlecht, dass es den Ex-Bond gleich noch ein bisschen sympathischer macht. Nervig sind nur die 2 sidekicks von Meryl Streep, Julie Walters (bekannt als Molly Weasly aus Harry Potter) und Christine Baranski. Die beiden kann man sich vorstellen wie die 4 Weiber aus Sex And The City, nur vielfach schlimmer.

Mein Fazit:

Mit Mamma Mia! ist den Machern ein luftig-leichter Sommerfilm gelungen, der die Lager spalten wird. Während die einen spätestens bei der cartoonhaften Überspitzung der Story mit dem Kopf schütteln, sind die anderen einfach begeistert von den grandiosen Darstellern und den guten Songs. Es ist halt ein Film, der lediglich den Anspruch hat, gute Laune zu verbreiten – und das ist ihm bei mir gelungen. Nicht umsonst fungiert Tom Hanks als ausführender Produzent, denn auch er hat schon früh das Potential dieses Films erkannt. (7/10)

★★★★★★★☆☆☆

BLOGSPIEGEL

Dukes Movieblog: 7,5/10

From Beyond: 8/10

MoviezKult: 7/10

Durchschnittwertung: 7,5/10