Der Fremde Sohn – Changeling

Filmkritik

changeling

Clint Eastwood gehört trotz oder gerade wegen seines fortgeschrittenen Alters zu den produktivsten und erfolgreichsten Filmemachern, die Hollywood zurzeit zu bieten hat. Neun Filme in den letzten zehn Jahren und zwei Oscars bei sieben Nominierungen sprechen für sich. Eastwood ist „in“, denn trotz seiner von vielen Seiten stets kritisierten konservativen Werteinstellung tragen seine Filme noch eine Botschaft in die Welt – und das ist eine Rarität im spaß-/ und erfolgsorientierten Hollywood. Ob das eindeutige Plädoyer für die Sterbehilfe in Million Dollar Baby oder die Entlarvung des amerikanischen Heldenmythos’ in Flags Of Our Fathers, Eastwood überrascht nicht nur mit liberalem Gedankengut, sondern übertrifft sich inhaltlich wie auch künstlerisch in jedem Film selbst. Für sein neuestes Werk, dem Drama Der Fremde Sohn, hat sich Eastwood mit yellow press-Liebling Angelina Jolie zusammengetan. Eine gewagte Konstellation, die sich auf Grund der wohl schauspielerisch besten Karriereleistung von Jolie voll und ganz ausgezahlt hat.

Los Angeles, 1928. Als die alleinerziehende Mutter Christine Collins (Angelina Jolie) von der Arbeit kommt, ist ihr Sohn Walter (Gattlin Griffith) spurlos verschwunden. Nach anfänglichen Misserfolgen teilt ihr die Polizei fünf Monate später mit, dass man ihren Sohn in Illinois aufgespürt habe. Eine vor zahlreichen Pressevertretern inszenierte Übergabe soll der von Korruption stark gebeutelten LAPD neuen Aufwind verschaffen. Doch Christine ist sich sicher, dass der Junge nicht ihr Sohn ist. Auf Anraten von Captain J.J. Jones (Jeffrey Donovan), der ihr einredet, dass sich das Kind in Monaten der Gefangenschaft stark verändert habe, nimmt sie den Jungen mit nach Hause. Doch dort wachsen ihre Zweifel und sie versucht, eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu erwirken. Als sie damit bei der Polizei auf taube Ohren stößt und in die Öffentlichkeit geht, weist sie der Captain vorsorglich in eine psychiatrische Anstalt ein.

Clint Eastwoods Film basiert auf einer wahren Geschichte. Ende der 20er Jahre erschütterten Amerika die sogenannten „Wineville Chicken Murders“. Der wegen illegalem Aufenthalt in den USA festgenommene Kanadier Sanford Clark erklärte der Polizei, dass er von seinem Onkel Gordon Northcott und dessen Mutter missbraucht wurden war und dass diese ihn gezwungen hatten, kleine Jungen in den Städten zu entführen, diese in umfunktionierte Hühnerkäfige zu sperren und dann zu töten. Auf der Ranch der Northcotts fand die Polizei wenig später zahlreiche verstückelte Kinderleichen. Ob einer der Toten der kleine Walter Collins war, konnte nie geklärt werden. Fakt ist, dass die Täter eine Entführung des Jungen bestätigten. Fakt ist aber auch, dass einigen Kindern die Flucht von der Ranch gelang.

Ein Glück, dass der für Der Fremde Sohn eigentlich vorgesehene Regisseur Ron Howard (Sakrileg – The Da Vinci Code) wegen dessen Arbeiten an Frost/Nixon 2007 von dem Projekt abgesprungen ist. Denn der Stoff ist wie geschaffen für Clint Eastwood, der mit seiner Regiearbeit eine neue Stufe in seiner beachtlichen Karriereleiter erreicht. Er dringt ein in die Welt der späten 20er und frühen 30er, taucht die Bilder in von ausgewaschenen Erdtönen beherrschende Farben, die die düstere und schier aussichtslose Grundstimmung des Films malerisch unterstreichen. Das bis ins kleinste Detail ausgefeilte Set-/ und Kostümdesign setzt dem die Krone auf. Eastwood lässt sich Zeit mit seiner Inszenierung, fängt 140 Minuten lang außergewöhnliche und ausdrucksstarke Bilder ein und gibt allen voran Angelina Jolie genug Spielraum, ihren Charakter behutsam und facettenreich aufzubauen. Auf die Spitze treibt er seine Zusammenarbeit mit Kameramann Tom Stern, die in ihrem nunmehr fünften gemeinsamen Spielfilm perfekt aufeinander abgestimmt scheint. Jede Kameraeinstellung ist virtuos gewählt, jedes Bild fügt sich exzellent in ein Gesamtkunstwerk, jeder Schnitt perfekt. Cinematografisch ist Der Fremde Sohn definitiv einer der besten Filme der letzten Jahre.

Mit der Besetzung Angelina Jolies als verzweifelte Mutter hat Clint Eastwood alles richtig gemacht. Entgegen aller Befürchtungen, die Schauspielerin sei einer ernsten Hauptrollen dieses Ausmaßes nicht gewachsen, liefert diese eine darstellerische Glanzleistung ab, die den Höhepunkt ihrer bisherigen Kinolaufbahn markiert. Das Drehbuch gibt Jolie genügend Spielraum, die volle Bandbreite ihres Könnens abzuliefern. Ob als liebevolle Mutter am Anfang des Films, ob als sich gegen staatliche Institutionen auflehnende Frau im Mittelteil oder ob als trauernde Zeugin in zwei Prozessen am Ende, Jolie hat in Der Fremde Sohn viele Gesichter, und diese sind auf Grund des intensiven, jedoch nie aufdringlichen und ins over acting abgleitenden Spiels glaubwürdig und fassbar. Vor allem die Szenen in der psychiatrischen Anstalt, in denen Jolie eigentlich nur versagen konnte, hat sie eindringlich gemeistert. Bei aller Lobhudelei, hier ist aber auch der größten Schwachpunkt von Der Fremde Sohn versteckt. Trotz 140 Minuten Laufzeit schafft es der Film nie, den Figuren neben Christine Collins genügend Entfaltungsraum zu geben. Collins ist der Dreh-/ und Angelpunkt des Films, was per se ja nicht schlecht ist. Doch man hätte gerne mehr erfahren über den Pastor Gustav Briegleb (John Malkovich), der sich energisch für sie einsetzt, über Umstände der Ermittlungen oder der Morde. So sind die Nebenfiguren nur Randerscheinungen, was auch der hervorragende Cast nicht mehr ausbügeln kann.

Mein Fazit:

Der Fremde Sohn ist der nächste große Wurf von Clint Eastwood. Neben der technischen brillianten Regie und den virtuosen Fotografien überzeugt vor allen Dingen Angelina Jolie in der Rolle der verzweifelten Mutter auf der Suche nach ihrem verschwundenen Kind. Der Film liefert 140 Minuten großes Kino, gemächlich, jedoch nie langweilig. Lediglich das unausgefeilte Drehbuch verhindert eine höhere Wertung. Schade. (7,5/10)

BLOGSPIEGEL

Symparanekronemoi: 5,5/10

From Beyond: 7/10

Marcus Kleine Filmseite: 5/10

MoviezKult: 7,5/10

Durchschnittwertung: 6,25/10

Zeiten Des Aufruhrs – Revolutionary Road

Kurzkritik

revroad

Am Anfang war alles doch noch so unkompliziert. Ende der 40er Jahre lernen sich die aufstrebende Theaterschauspielerin April (Kate Winslet) und der Kriegsveteran Frank Wheeler (Leonardo Di Caprio) kennen und lieben. Sie leben den liberalen Traum, selbstbewusst, abseits des erzkonservativen bürgerlichen Trotts, schwärmen von moderner Kunst, von Freiheit und von fernen Ländern. Doch eine ungewollte Schwangerschaft reißt das Paar aus allen Illusionen. Sie ziehen in eine kleine Vorstadt nach Connecticut, in die Revolutionary Road, einem spießigen Wohngebiet mit quadratischen Rasenflächen und einheitlichen Vorgärten. Sie wissen, sie sind anders als die Bewohner hier. Sie wollen frischen Wind in die angestaubte Region bringen. Doch als Jack einen Bürojob in der ehemaligen Firma seines Vaters annimmt und April hochschwanger mit einem zweiten Kind ihren häuslichen Pflichten nachkommt, scheinen ihre Träume in weite Ferne gerückt zu sein. Beide hassen ihre Aufgaben und ehe sie es merken, sind sie schon längst ein Teil der bourgeoisen Gesellschaft. Ihre Ehe verkommt mit den Jahren zu einer reinen Zweckgemeinschaft, einzig und allein zusammengehalten von den beiden gemeinsamen Kindern und dem bürgerlichen Wertesystem. Mit dem Ziel, nach Paris auszuwandern, wollen sie ihrer Liebe und damit ihrer gemeinsamen Zukunft eine letzte Chance geben. Doch eine ungewollte Schwangerschaft zerreißt das Band zwischen April und Frank endgültig.

Für die Adaption des gleichnamigen Romans von Richard Yates hat sich Regisseur Sam Mendes (American Beauty) etwas ganz besonderes einfallen lassen. Elf Jahre nach dem Megaerfolg Titanic vereint er seine Ehefrau Kate Winslet wieder mit Leonardo Di Caprio als Liebespaar. Ein guter Schachzug, denn schon in James Cameron’s Schiffsepos stimmte die Chemie zwischen den beiden Darstellern. Mittlerweile sind sie aber auf ein derart hohes schauspielerisches Level gereift, dass sie auch den Verfall der Ehe glaubwürdig interpretieren können. Vor allem Di Caprio überzeugt als Büroangestellter wider Willen, der letztlich vor sich selbst in eine Affäre mit einer Kollegin flüchtet, und der nach einer überraschenden Beförderung merkt, dass Geld und Macht vielleicht doch mehr wiegen als Träumereien. Dagegen wirkt Kate Winslet in weiten Teilen des Films blass, sie geht nicht auf in ihrer Rolle, was sich vor allem in einer intensiveren Szene zeigt, in der ein gewöhnlicher Ehestreit der Wheelers in eine Mobiliarschlacht ausartet. Dass sie letzten Endes nicht für diese Rolle Oscar nominiert wurde, ist völlig gerechtfertigt. Gerechtfertigt ist aber auch die Nominierung von Michael Shannon als bester Nebendarsteller. Shannon spielt den psychisch labilen Sohn der Vermieterin der Wheelers (Kathy Bates), der unter Missachtung aller Konventionen dem Ehepaar ungeniert den Spiegel vorhält, der ihren nach außen hin postmodernen Lebensstil auch Heuchlerei enttarnt. Dass Zeiten Des Aufruhrs trotz aller Lobhudelei letztlich doch ein kleines bisschen enttäuscht, ist dem Drehbuch geschuldet, welchem die letzte Konsequenz fehlt. Man hätte gerne mehr erfahren über das Leben der Familie Wheeler, nicht nur des Ehepaars Wheeler. Die Kinder, die inhaltlich mehr zur Geschichte beitragen als vordergründig angenommen, werden so gut wie gar nicht beleuchtet. Auch die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche der Nachkriegszeit werden trotz ihrer Relevanz nicht präzise genug erläutert. Der Film konzentriert sich mehr oder weniger auf den Mikrokosmos der Familie, ohne ihn passend in den Makrokosmos einzuordnen – und das kann Mendes mit seiner schlichten Regie ohne Experimente nicht mehr ausgleichen. (6,5/10)

★★★★★★½☆☆☆

Oscars 2009: Die Nominierten

oscars

Nun sind sie da, die heiß erwarteten Nominierungen für die 81. Academy Awards, die am 22. Februar vergeben werden. Der größte Gewinner der Vorauswahl ist David Finchers The Curious Case Of Benjamin Button mit satten 13 (!) Nominierungen (unter anderem für den besten Film, die beste Regie und den besten Hauptdarsteller). 10 mal nominiert wurde Danny Boyles Golden Globes-Abräumer Slumdog Millionär. Mit 8 Nominierungen folgen Gus Van Sants Biopic Milk über den homosexuellen Politiker Harvey Milk und Christopher Nolans The Dark Knight. Aus deutscher Sicht erfreulich sind die Nominierungungen des Baader Meinhof Komplexes als bester nichtenglischsprachiger Film und Spielzeugland sowie Auf Der Strecke als beste Kurzfilme . Auch Werner Herzog könnte sich mit seiner Dokumentation Encounters At The End Of The World auf einen Oscar freuen. Erfreulich ist auch die Nominierung von Michael Shannon für seine brilliante Leistung in Revolutionary Road, auch wenn er gegen Heath Ledger keine Chance haben dürfte. Neben Ledger als besten Nebendarsteller dürften mit Mickey Rourke, der nicht nur mich mit seiner Performance in The Wrestler weggehauen hat, und Wall-E (bester Animationsfilm) auch schon einige andere Gewinner feststehen. Übrigens eine Schande, dass Bruce Springsteen für “The Wrestler” mit keiner Nominierung bedacht wurde. Eine komplette Liste der Nominierten gibt es hier.

Sieben Leben

Kurzkritik

siebenleben

Der weltweit größte Superstar ist er schon. Egal, welches Projekt er in Angriff nimmt, er spült so viel Geld in die Kassen wie kein zweiter. Doch etwas fehlt ihm noch in seiner großen Karriere, etwas ganz wichtiges: der Oscar. Zweimal wurde er bisher für den wichtigsten Filmpreis nominiert, 2001 für seine grandiose Darstellung des Mohamed Ali in dem gleichnamigen Biopic und 2007 für seine Rolle in Gabriele Muccinos Drama Das Streben Nach Glück. Beide male sollte es nicht klappen. Grund genug für Will Smith, sich abermals mit Muccino zusammenzuschließen und mit Sieben Leben einen neuen Versuch in Richtung Oscars zu starten.

In Sieben Leben spielt Smith den ehemaligen Luftfahrt-Ingenieur Ben Thomas, der das Leben von sieben Menschen grundlegend verbessern will. Getarnt als Finanzbeamter lernt er dabei die todkranke Emily Posa (Rosario Dawson) kennen und lieben. Die erste halbe Stunde des Films inszeniert Muccino wie ein Mysterium. Der Zuschauer weiß nicht, was Thomas überhaupt vorhat, ob er gute oder böse Absichten besitzt und was die Ursachen seines wirren Handelns ist. Nach und nach entschleiert der Film aber die Geschichte und macht keinen Hehl daraus, dass der Zuschauer schon früh das Ende erahnen kann. Dass diese Tatsache Sieben Leben aber keineswegs den Wind aus den Segeln nimmt, ist den guten darstellerischen Leistungen, den interessanten Figuren und nicht zuletzt der getragen durch wunderschöne Fotografien und einer ruhigen Inszenierung eindringlichen Atmosphäre geschuldet. Der Zuschauer kann nun seinen Blick auf das Wesentliche fokussieren, ohne zwei Stunden im Unklaren zu sein. Vor allem zwei Schauspieler heben sich neben dem auf Grund des Zuschnitts der Geschichte auf seine Person schier dauerpräsenten Will Smith besonders hervor. Rosario Dawson, deren Chemie mit Smith einen Großteil der Stärke des Films ausmacht, spielt die todkranke Emily herzergreifend, gibt ihrer Figur ein großes Stück Wärme und Menschlichkeit. Auch Woody Harrelson bleibt mit seiner leider viel zu kurzen Darstellung des blinden Ezra Turner längerwährend in Erinnerung. Für Smith dürfte sich der Film im Hinblick auf seine Oscar-Ambitionen jedoch nicht ausgezahlt haben. Zwar spielt er seinen Part gut, aber nicht überragend. Gerade in den intensiven Momenten merkt man Smiths Schwäche als Charakterdarsteller ganz deutlich. Nichtsdestotrotz erzeugt er am Ende des Films, das trotz seiner Vorhersehbarkeit wegen seiner krassen und drastischen Darstellung gleichzeitig erschreckt und überrascht, eine ganz intensive Gänsehaut-Atmosphäre. (7/10)

★★★★★★★☆☆☆

Slumdog Millionär: Der Deutsche Trailer Ist Da

Slumdog Millionär, der neue Film des britischen Regisseurs Danny Boyle (28 Days Later, Trainspotting), gilt nach den Erfolgen bei den diesjährigen Golden Globes als einer der Hauptanwärter für die Oscars in allen relevanten Kategorien. Das Liebesdrama, das leider auf den  aktuellen Bollywood-Hype aufspringt, erzählt die Geschichte des armen Vollweisen Jamal Malik (Dev Patel), der in der indischen Version der TV-Show “Wer Wird Millionär?” kurz vor dem Hauptgewinn von 20 Millionen Rupien steht. Doch es drängt sich der Verdacht auf, dass Jamal Malik betrogen hat. Wie sonst kann ein Junge aus dem Slums von Mumbai ein solch gutes Allgemeinwissen haben? Für Jamal Malik gibt es jedoch wichtigeres als das Geld: für ihn ist die Sendung nur ein Mittel zum Zweck, seine große Liebe Latika (Freida Pinto) wiederzufinden. Zugegeben, die Geschichte wirkt alles andere als originell und auch die Umsetzung ist dem Trailer nach nicht besonders, doch können all die Kritiker und Fans (zur Zeit IMDb-Platz 34 bei einer Durchschnittwertung von 8,7) irren? Ich bleibe jedenfalls skeptisch und warte auf das Kinorelease am 19.03., danach wissen wir mehr.

MoviezKult: Mein Heimkino Und Meine DVD/BD-Sammlung

Wie versprochen gelangt Ihr über das Foto auf  insgesamt 33 Bilder meines kleinen Heimkinos und meiner DVD/BD-Sammlung. Viel Spaß. Über Lob, Tadel und Anregungen freue ich mich gerne!

Transporter 3

Kurzkritik

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Der Geist von Luc Bessons Original ist auch beim dritten Teil der Transporter-Reihe geblieben. Action, Autos und hübsche Frauen – da verzichtet man gerne auf eine originelle Geschichte oder innovative Ideen, um den B-Moviestar unserer Zeit, Jason Statham, beim prügeln, schießen und Sprüche klopfen zuzusehen. Diese Rezeptur funktioniert, nicht zuletzt durch den sympathischen Hauptdarsteller aus Großbritannien. Statham, nach seinem kraftvollen Auftritt in Death Race gestählert wie nie zuvor, brilliert wie auch in den vorangegangenen Teilen als Frank Martin, ohne unnötige Mimik, ohne Emotionen, dafür straight on the top, knallhart und saucool. Ihm gegenüber steht dieses Mal der zwielichtige Ex-Delta-Force-Soldat Jonas Johnson (Robert Knepper), der bei einem ukrainischen Politiker eine millionenschwere Unterschrift für eine Müllentsorgungsfirma erpressen will. Aus diesem Grund zwingt er Frank, die schöne Valentina (Natalya Rudakova) quer durch Europa zu chauffieren, inklusive neuartiger Explosionsarmbänder, die bei zu weiter Entfernung vom Auto detonieren. Wer genau diese Valentina ist, zeigt sich erst gegen Ende des Films. Bis dahin überzeugt Transporter 3 nicht nur durch nett choreografierte und überzogene Actioneinlagen, sondern auch durch einen gewohnten Schuss Ironie und Wortwitz. Zu nennen sei hier nur die BMX-Verfolgungsjagd zwischen Frank und einem Audi. Fans der Reihe wissen, was sie erwartet und der Film bietet ihnen genau das. Schnörkellose Action ohne viel Sinn und Verstand. Aber bei aller Liebe – ein vierter Teil braucht nicht mehr zu kommen, denn das Franchise wirkt ohne neue Ideen nach drei sich mehr oder weniger gleichenden Filmen ausgelutscht. (6,5/10)

★★★★★★½☆☆☆

MoviezKult Präsentiert: Suchanfragen Teil 1

google

Auf anderen Blogs schon längst Kult, will ich heute zum ersten mal die kuriosesten Suchanfragen präsentieren, mit denen Leute über Google & Co.  in den letzten Wochen hier gelandet sind. Wie Mr. Vincent Vega schon sagte: Real-Satire. Aber wirklich.

• wie heißt der neue film von prett pitt wo er von alt auf jung geht
• bilder von rasierten geschlechtsteilen
• männerfilme die sich selbst in den arsch ficken (Anm.: Geht das?)
• Daniel Craig stinkt
• MEIN DOMINANTER sOHN; MIT mUTTER FICKEN
• erotischer Film von der Mutter fickt den Sohn von Arte
• was verdient ein bestattergehilfe (Anm.: Nicht viel)
• meine schönheitsoperation missglückt, statistik?
• wie sieht die Mutter von Sylvester Stallone aus (Anm.: siehe oben)
• johhny depp liebt seine frau nicht
• Stefanie Hertel Nacktbilder wo?
• feministische filmkritik von vicky cristina barcelona (Anm.: gibts hier nicht)
• nackte arische frauen (Anm.: Da kommst Du ein paar Jahre zu spät)
• Telefonnummer von Scarlett Johannsson (Anm.: hätte ich auch gerne)
• passt ein kopf in eine mumu?

The Expendables: Söldnerfilm Von Und Mit Sly

Bisher habe ich mich mit News zu The Expendables zurückgehalten, obschon ich mich wie ein kleines Kind auf den neuen Film von und mit Sylvester Stallone freue. Darin geht es um eine Gruppe von Söldnern, die in Südamerika einen gefürchteten Diktator stürzen und sein Volk befreien soll. Klingt nach hirnlosem  und knallhartem Ballerspaß á la John Rambo im Stile der 80er-Jahre, was auch der bisher bestätigte Cast um Jason Statham, Jet Li, Randy Couture (!), Dolph Lundgren (!!) und Mickey Rourke (!!!) beweist. In Verhandlungen stehen zudem Forest Whitaker und Sir Ben Kingsley. Leider abgesagt hat Jean-Claude Van Damme, der wohl dem Actionfach endgültig den Rücken gekehrt hat. Das Leben ist zwar kein Wunschkonzert, aber ich hoffe weiterhin auf die Besetzung von Steven Seagal, Wesley Snipes, Michael Dudikoff, Tom Berenger, Tom Sizemore, Kurt Russell und Cameos von Bruce Willis, Harvey Keitel und Chuck Norris. Das ultimative B-Movie also.

Righteous Kill – Kurzer Prozess

Filmkritik
righteouskill

Es ist das erneute Aufeinandertreffen zweier der größten und besten Schauspieler unserer Zeit. Nachdem sie in Coppolas Der Pate II (1974) auf Grund verschiedener Zeitebenen nie gemeinsam vor der Kamera zu sehen waren, vereinigte Regisseur Michael Mann Robert De Niro und Al Pacino vor nunmehr 14 Jahren in seinem Action-Thriller Heat, wenn auch nur für ganze zwei Szenen. Der Film war zwar perfekt und ließ Kritiker wie Cineasten gleichermaßen jubeln, doch die Fans forderten lautstark einen Film, der die beiden Legenden endlich zusammenbringen würde. Dass sich letztlich der mittelmäßig begabte Jon Avnet, seines Zeichens Regisseur des mehr als durchwachsenen Thrillers 88 Minutes, dem angenommen hat, dürfte nicht im Sinne der lauten Unkenrufe gewesen sein. Denn Avnet muss in seinem Film gegen einen Mythos ankämpfen – und scheitert dabei wie erwartet auf ganzer Linie.

Eine Videoaufzeichnung läuft. In ihr erklärt der New Yorker Cop Turk (Robert De Niro), dass er insgesamt 14 Morde in seiner Karriere begangen hat. 14 Morde an zu Unrecht freigelassene Vergewaltiger, Drogendealer, Kinderschänder. Wie Puzzleteile fügt Regisseur Avnet  Rückblenden zwischen Turks Geständnis ein, zeigt die Exekutionen des Geheimnisvollen, der stets Gedichte bei seinen Opfern hinterlässt und zeigt deren polizeiliche Ermittlungen. Ironie genug, dass Turk selbst mit seinem Partner und Freund Rooster (Al Pacino) die Ermittlungen leitet. Doch der  Fall kommt erst ins Rollen, als die jungen Cops Perez (John Leguizamo) und Riley (Donnie Wahlberg) eigene Recherchen aufnehmen. Schnell stellen sie fest, dass nur ein Polizist der Mörder sein könne. Und so gerät der hitzköpfige Turk bald ins Visier der Ermittler…

Doch wo genau krankt überhaupt Righteous Kill, das auf dem Papier gar nicht mal so schlecht aussieht? An seinen Darstellern sicherlich nicht, doch alleine schon das Drehbuch von Russel Gewirtz, dem Autor des überbewerteten Inside Man, ist eine Farce. Er liefert eine Geschichte ab, die vordergründig zwar nett und interessant scheint, doch im Kern nichts weiter ist als aufgewärmte Standardkost. Ein bisschen 80er-Copfilm hier, ein bisschen Se7en da, das Skript ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Das bricht dem Film schon von vornherein das Genick, denn der setzt nicht auf harte Action, sondern auf Story und Dialoge. Und wenn die Müll sind, kann das Ergebnis auch nur Müll sein. Lediglich der Endtwist, der in der Form für mitdenkende Leute keine große Überraschung darstellt, zeigt, dass in Gewirtz wenigstens ein Fünkchen Talent steckt.

Auch Regisseur Avnet hat sich bei seiner Inszenierung wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Anstatt der müden Geschichte durch ideenreche Einfälle mehr Pepp zu verleihen, verlässt er sich komplett auf seine beiden Hauptdarsteller. Dementsprechend gemächlich ist der Filmfluss, sehr dialogreich, mit wenigen Actioneinlagen. Der Film wirkt aus dieem Grund sehr altbacken, wie aus einer anderen Zeit entsprungen. Dadurch wiegt die Tatsache, dass Avnet Righteous Kill durch Clubszenen inklusive Liveraps von Jim Jones und Papoose hipper und massentauglicher gestalten wollte, noch mehr. Dieser Gegensatz, ruhige Inszenierung mit zwei Altstars gegen funkelnde HipHop-Welt, ist deshalb mehr peinlich als originell.

Peinlich ist auch die Rollenauswahl von Al Pacino und Robert De Niro in den letzten Jahren. Der einzige Grund, warum sie in derartigen Filmen mitspielen, ist wohl die Gage. Und die muss sehr hoch ausfallen, wenn man bedenkt, dass der Film ein Budget von 60 Millionen Dollar hat und  unter den gegebenen Umständen – kaum Action, kaum CGI, keine außergewöhnlichen Sets – wohl für weniger als ein Drittel inszeniert worden ist. Die Differenzsumme geht dann ins Personal – ein schöner Verdienst für die beiden, auch wenn ihr Mythos so langsam etwas zu zerbröckeln droht. Dafür stimmen wenigstens ihre schauspielerischen Leistungen. De Niro gibt den hitzköpfigen Bullen routiniert und sorgt mit seiner Leinwandpräsenz dafür, dass der Zuschauer nicht abschaltet. Pacino spielt im Gegensatz dazu den Besonnenen, den good cop, der niemals um einen Kommentar verlegen ist. Die Chemie zwischen De Niro und Pacino stimmt, man merkt bei beiden den Spaß am gemeinsamen Dreh. Doch auch sie können den Film nur noch ins untere Mittelfeld retten. Erfreulich ist übrigens auch die Leistung von Donnie Wahlberg, den ich sogar noch lieber sehe als seinen Bruder und der mal wieder zeigt, dass er als Nebendarsteller nie eine Fehlbesetzung ist.

Mein Fazit:

Optimisten hofften auf eine Reinkarnation des Genres durch das Zusammentreffen von Robert De Niro und Al Pacino, spätestens bei der Bekanntgabe des Regisseurs war aber Kennern klar, dass Righteous Kill nicht mehr als grundsolide sein könne. Am schwersten wiegt das schlechte Drehbuch von Russell Gewirtz, aber auch Avnet macht bei seiner Inszenierung einen Fehler nach dem anderen. Lediglich die Darstellerriege zieht den Karren aus dem Dreck – rein in das nächste Schlagloch, wo der Film in die ewigen Jagdgründe verschwinden wird. (4/10)

★★★★☆☆☆☆☆☆

BLOGSPIEGEL:

Symparanekronemoi: 1.5/10

Marcus Kleine Filmseite: 4/10

MoviezKult: 4/10

Durchschnittwertung: 3/10

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