Harry & Sally

Kurzkritik

Had my dream again where I’m making love, and the Olympic judges are watching. I’d nailed the compulsories, so this is it, the finals. I got a 9.8 from the Canadians, a perfect 10 from the Americans, and my mother, disguised as an East German judge, gave me a 5.6. Must have been the dismount.

Jedes Genre in der Filmwelt hat seinen Primus, einen Streifen, an dem sich alle Neuerscheinungen messen lassen müssen und der nachfolgende Generationen an Filmemachern auch genreübergreifend inspiriert. So hat der Gangsterfilm Coppolas Der Pate und Science Fiction-Freunde schwören auf Kubricks 2001: Odysee Im Weltraum. Bei den romantischen Komödien, einer durch einer enormen Dichte an grenzwertigen und seichten Produktionen verpönten Gattung, führt wohl kein Weg an Rob Reiners 1989 erschienenen Film Harry & Sally vorbei. Ein geniales und bissiges Drehbuch, das vor Zitaten nur so strotzt, ein Leinwandduo, das harmonischer kaum sein könnte und eine zentrale Frage (“Können Frauen und Männer Freunde sein, ohne dass ihnen der Sex dazwischen kommt ?”), die im tiefsten Inneren wohl schon jeden mal durch den Kopf geschossen ist, machten den Film schnell zum Kult.

Episodenartig aufgebaut, beginnt die Geschichte von Harry und Sally im Jahr 1977. Nach ihrem Abschluss an der Universität von Chicago bilden beide eine Fahrgemeinschaft, um günstig nach New York zu kommen. Auf der langen Autofahrt wird ihnen klar, dass sie nichts gemeinsam haben. Während Sally an die wahre Liebe glaubt, behauptet Macho Harry, dass vor allem der Sex zählen würde. 1982 treffen sich beide zufällig auf einem Flughafen wieder. Erst 1987, als sich in einer New Yorker Buchhandlung ihre Wege abermals kreuzen, schließen sie eine rein platonische Freundschaft, aus der sich nach und nach mehr entwickelt. Oberflächlich gesehen lässt die Geschichte keinen Anlass zum Kult, aber die Zutaten sind es, die das Ergebnis zu einer wahren Gaumenfreude werden lassen. Regisseur Rob Reiner ließ das Drehbuch auf Grund eigener Erfahrungen als Single von Nora Ephron (Schlaflos in Seattle) entwerfen. Beide bauten in das Skript ihre eigene, mit den Jahren gereifte Sichtweise auf das andere Geschlecht ein. Das Resultat ist ein scharfzüngiger, direkter und zutiefst ehrlicher Blick in die Realität. Gespickt ist die Geschichte mit einer konstant hohen Dichte an großartigen Dialogen, mal bissig, mal zutiefst anrührend, aber immer charmant und witzig. Die Krone setzen dem Film dann schließlich die Schauspieler auf. Billy Crystal liefert als zynisch-pessimistischer Harry die Leistung seines Lebens ab und zieht den Zuschauer von Anfang an in seinen Bann. Für Meg Ryan, die mit der berühmten Orgasmus-Szene einen magic moment der Filmgeschichte ablieferte, bedeutete Harry & Sally der große Karrieredurchbruch. Abgerundet wird der Film schließlich von einem ganz großen Soundtrack, der von jazzig bis poppig die malerischen Bilder von New York perfekt untermalt. (9.5/10)

★★★★★★★★★½

5 Responses to “Harry & Sally”

  1. October 4th, 2008 | 6:39 pm

    Kramer auto Pingback[...] Harry und Sally – Neuauflage (#10067) Kurzkritik: Harry & Sally [...]

  2. October 4th, 2008 | 11:03 pm

    Kramer auto Pingback[...] Harry & Sally Vor 4 [...]

  3.   TheRudi (135)
    October 5th, 2008 | 1:13 am

    Endlich mal wieder Zustimmung hier auf deinem “Blog des Grauens” :mrgreen:

  4.   Kaltduscher (373)
    October 5th, 2008 | 12:42 pm

    Blog des Grauens

    :sad:

  5. November 15th, 2009 | 2:42 am

    Kramer auto Pingback[...] Kaltduscher: MoviezKult.de Bewertung9.5Herausragend Jedes Genre in der Filmwelt hat seinen Primus, einen Streifen, an dem sich alle Neuerscheinungen messen lassen müssen und der nachfolgende Generationen an Filmemachern auch genreübergreifend inspiriert. So hat der Gangsterfilm Coppolas Der Pate und Science Fiction-Freunde schwören auf Kubricks 2001: Odysee Im Weltraum. Bei den romantischen Komödien, einer durch einer enormen Dichte an grenzwertigen und seichten Produktionen verpönten Gattung, führt wohl kein Weg an Rob Reiners 1989 erschienenen Film Harry & Sally vorbei. Ein geniales und bissiges Drehbuch, das vor Zitaten nur so strotzt, ein Leinwandduo, das harmonischer kaum sein könnte und eine zentrale Frage (”Können Frauen und Männer Freunde sein, ohne dass ihnen der Sex dazwischen kommt ?”), die im tiefsten Inneren wohl schon jeden mal durch den Kopf geschossen ist, machten den Film schnell zum Kult. Kommentar gefällt mir | Antworten | Vollständige Kritik [...]

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