Love Guru: MoviezKult Verlost 2 Fanpakete!

04.10.2008: Erst einmal danke ich allen Teilnehmern dieses Gewinnspiels, mit so regem Andrang hätte ich nicht gerechnet. Meine kleine Schwester hat sich eben als Glücksfee erwiesen und hangover sowie Hertz als Sieger des Fanpaketes gezogen. Herzlichen Glückwunsch!

Am 2. Oktober startet Der Love Guru, die neue Komödie mit Mike Myers und Jessica Alba  in den deutschen Kinos. Aus diesem Anlass verlosen MoviezKult und die ‘Kinowelt GmbH’ 2 Fanpakete, jeweils bestehend aus einem Longsleeve, einer Blumenkette und einem Kinoticket, einlösbar für jede Vorstellung in Deutschland. Um eines der Pakete zu gewinnen, hinterlasst einfach bis zum 3. Oktober einen Kommentar unter diesem Beitrag. Die Gewinner werden am Tag darauf gezogen und bekannt gegeben.

Viel Erfolg allen Teilnehmern!

Der Rechtsweg ist bei dem Gewinnspiel natürlich ausgeschlossen.

The Curious Case Of Benjamin Button: Neuer Trailer!

Nach seinem grandiosen Thriller Zodiac (2007) kommt in diesem Jahr zu Weihnachten mit The Curious Case Of Benjamin Button der neue Film von Regie-Virtuose David Fincher in die amerikanischen Kinos. Hochkarätig besetzt mit Brad Pitt, Tilda Swinton und Cate Blanchett, erzählt der Film die Geschichte eines Mannes, der alt zur Welt kommt und mit den Jahren immer jünger wird. Neben den wundervoll fotografierten Bildern fällt im zweiten Trailer vor allem die bezaubernde Musik von Alexandre Desplat (The Queen) auf, die die Geschichte perfekt untermalt. Deutscher Kinostart ist übrigens der 29. Januar 2009.

Abbitte

Kurzkritik

Dearest Cecilia, the story can resume. The one I had been planning on that evening walk. I can become again the man who once crossed the surrey park at dusk, in my best suit, swaggering on the promise of life. The man who, with the clarity of passion, made love to you in the library. The story can resume. I will return. Find you, love you, marry you and live without shame.

Bestseller-Verfilmungen sind oft so eine Sache. Beim Lesen taucht der Rezipient ein in eine niedergeschriebene Welt, erschafft sich sein eigenes Universum auf Grundlage einer spezifischen, mit der Umwelt korrelierenden Figurenkonstellation. Dieses Universum, ein individuelles Bollwerk, kann durch eine filmische Umsetzung eigentlich nur zerstört werden, denn jeder liest ein Buch mit anderen Augen, findet unterschiedliche Interpretierungsansätze. Trotzdem gibt es immer wieder Filmemacher, denen das Kunststück gelingt, in ihren Adaptionen die größtmögliche Schnittmenge zu vereinigen. Einer von ihnen ist der erst 36-jährige britische Regisseur Joe Wright, der schon 2005 Fans und Kritiker gleichermaßen mit seiner Verfilmung von Jane Austens Klassiker Stolz Und Vorurteil begeisterte. Im letzten Jahr nahm er sich Ian McEwans Roman Abbitte vor, eine Geschichte, in der ein Moment, eine falsche Aussage eines Mädchens im Jahr 1935 das Leben mehrerer Charaktere nachhaltig und schlagartig verändert, wieder mit Keira Knightley in der Hauptrolle. Eine gute Entscheidung, betrachtet man allein die 7 Oscar-Nominierungen, unter anderem für den Besten Film.

Für die Umsetzung des Romans engagierte Wright den vielfach ausgezeichneten Autoren Christopher Hampton (Gefährliche Liebschaften). Dieser erschuf, in Zusammenarbeit mit McEwen, ein Drehbuch, welches das Gefühl, das Kernstück des Romans in eine wunderbare Geschichte verpackte, die sich stark an das Original hält. Großartige Dialoge wechseln sich mit sentimentalen Szenen ab, die jedoch niemals kitschig werden. Geschuldet ist dies auch dem stark aufspielenden Darstellerensemble. Keira Knightley unterstreicht mit einem intensiven Schauspiel und einer enormen Leinwandpräsenz ihre Entwicklung zu einer ernst zu nehmenden Künstlerin. Wichtig und prägend für den Film ist dabei auch die passende und funktionierende Chemie zwischen ihr und James McAvoy, der zuletzt als Actionheld in Wanted zu sehen war. Die größte Entdeckung ist aber die 14-jährige Saoirse Ronan. Ihr Charakter Briony ist die zentrale Figur des Films, ihre Lüge ist der Anstoß der Geschichte. Ronan überzeugt dabei durch ein überraschend erwachsenes Schauspiel, tiefgründig und überzeugend. Nicht umsonst bekam sie für diese Rolle eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin. Abbitte glänzt aber nicht nur schauspielerisch und inhaltlich, sondern hat auch auf der technischen Ebene so einiges zu bieten. Die wunderbar fotografierten und durch einen Zeitsprung in den Zweiten Weltkrieg unterschiedlichen Bilder werden von einem der besten Scores der letzten Jahre untermalt. Dario Marianelli erschuf eine prägende, von dem Geräusch einer tippenden Schreibmaschine begleitende Klaviermelodie, mit so viel Kraft, so viel Gefühl. Highlight des Films ist dann schließlich ein fast fünfminütiger steadycam shot am Strand von Dünkirchen, der den Zuschauer mit seiner emotionalen Aussagekraft überwältigt und GoodFellas klar in den Schatten stellt. (9,5/10)

★★★★★★★★★½

Tropic Thunder

[Kino]-Review

Es war alles bis ins kleinste Detail perfekt durchgeplant. Für seine Hollywood-Persiflage Tropic Thunder engagierte Ben Stiller mit Robert Downey Jr., Jack Black & Co. eine ganze Armada an Superstars, in deren Fahrtwind von Iron Man und Kung Fu Panda zumindest geldtechnisch nichts schief laufen konnte . Dazu schneiderte er ihnen die groteskesten Alter Egos auf den Leib und erzeugte mit Fake-Trailern á la Grindhouse und geschicktem Marketing eine perfekte Basis für einen Film-im-Film. Mit Etan Cohen (nicht Ethan Coen) und Justin Theroux holte er sich zusätzlich 2 Drehbuchautoren ins Boot, mit denen er seine Vorstellungen perfekt umsetzen wollte. Seitenhiebe auf die Filmwelt, hochkarätige Witze – für alles sollte gesorgt sein. Aus diesem Grund nahm Stiller 7 Jahre nach Zoolander auch wieder selbst Platz auf dem Regiestuhl. Summa summarum vielleicht etwas zu viel Arbeit für den 43-jährigen, denn eines ist klar: aus den starken und interessanten Zutaten ist letztendlich leider nur ein mittelmäßiger Film geworden.

Tropic Thunder soll der größte und beste Vietnamfilm aller Zeiten werden. Dafür haben die Produzenten keine Kosten und Mühen gescheut und die Hauptrollen mit einem Potpourri aus Superstars besetzt. Da wäre  zum einen Tugg Speedman (Ben Stiller), ein tief gefallener Actiondarsteller, der sein angestaubtes Image  wieder aufpolieren will. Zu ihm gesellen sich Jeff Portnoy (Jack Black), ein drogensüchtiger Pfurz-Komödiant und der mehrmalige Oscar-Gewinner Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.), ein eingefleischter method actor, der sich für die Rolle eines schwarzen Seargents sogar hat operieren lassen hat. Auf Grund ihrer Verschiedenheit prallen die 3 Charaktere beim Dreh jedoch ständig zusammen und auch der junge Regisseur Damien Cockburn (Steve Coogan) hat dem nichts entgegenzusetzen. Auf Druck des schleimigen Produzenten Les Grossman (Tom Cruise), der um sein Geld fürchtet, greift Cockburn zu einer rabiaten Maßnahme. Er setzt die Darsteller im Dschungel aus, um so mehr Authentizität zu erreichen. Dumm nur, dass dortige Guerilla-Einheiten die Schauspieler für ein amerikanisches Spezialkorps halten…

Die Frage ist natürlich, was Stiller falsch gemacht hat, aus dem mit gehörigem Potential gesegneten Ansatz so wenig rauszuholen. Die Probleme des Films liegen dabei auf der Hand und das ärgerlichste ist, dass diese in der Vergangenheit bei anderen (Möchtegern)-Satiren und Parodien auch schon aufgetreten sind, de facto also vermeidbar gewesen wären. Zum einen versteht es Stiller nicht, unterschiedliche Handlungsstränge und Charaktere zu einer Einheit zu verschmelzen. Zu viel hat er wohl gewollt, parallel die  verwobene Story von Speedman & Co., dem schleimigen Produzenten und Speedmans Agenten (Matthew McConaughey) zu erzählen und gleichzeitig die divergentesten Figuren unter einen Hut zu kriegen. Hier wäre er besser gefahren, hätte er die Haupthandlung und Hauptfiguren strikter beleuchtet. Nervig wird im Verlauf des Films auch der Hang zur Großartigkeit, wenn zum Beispiel in den unnötigsten Situationen CGI-Feuerwerke über die Leinwand huschen. Auch hier wäre weniger mehr gewesen.

Es ist aber nicht alles schlecht an Tropic Thunder, denn unter der Fassade tummelt sich ein kurzweiliges Sommerkino-Vergnügen, dass an vielen Ecken zu unterhalten weiß. Dies ist vor allem Robert Downey Jr. geschuldet, dessen Performance ganz klar das Highlight des Film ist. Als australischer method actor mit Pigemntierungsoperation nimmt er Kollegen wie Christian Bale, Daniel Day-Lewis oder Robert De Niro aufs Korn, die ihre Rolle nicht spielen, sondern ihre Rolle sind. Er reizt seine Figur dabei richtig aus, wenn er auch außerhalb des Sets noch spielt und erklärt, er könne die Rolle erst nach den fertigen DVD-Kommentaren ablegen. Spätestens, wenn sein Alter Ego Kirk Lazarus in Gegenwart des afroamerikanischen Nebendarstellers Alpa Chino (Brandon T. Jackson) Martin Luther King zitiert und die Freiheit der unterdrückten Schwarzen fordert, ist das eines der größten Comedyszenen des Jahres.

Schade ist, dass neben Downey Jr. fast die komplette Darstellerriege untergeht. Ben Stiller, der eigentliche Hauptdarsteller, spielt ungewöhnlich ruhig und zurückhaltend und schafft es nicht, gegen seinen auch im Film konkurrierenden Kollegen Robert Downey Jr. anzukommen. Stiller nimmt man den Actionheld einfach nicht ab, auch wenn seine komödiantischen Anteile gewohnt sehenswert sind. Schlimmer hat es da noch Jack Black getroffen, dessen Rolle von Grund auf substanzlos und nervig ist, so dass er gar nicht mehr viel ausrichten kann. Besser gefallen haben mir da schon Brendan T. Jackson und Jay Baruchel, die in ihren kleinen Nebenrollen unglaublich viel Leinwandpräsenz ausstrahlen. Lustig ist auch der Auftritt von Tom Cruise als schmieriger und dauerpöbelnder Produzent, auch wenn die Rolle zum Ende hin ausgereizt ist. Von Anfang an blass bleibt Matthew McConaughey als Speedmans Agent. Mit schauspielerischem Talent ist dieser sowieso nicht gesegnet, aber trotzdem hätte man mehr von dem beau erwarten können.

Mein Fazit:

Was als kluge Hollywood-Parodie angepriesen wurde, entpuppt sich unter der Fassade leider als durchschnittliche Komödienkost. Zu viel hat Ben Stiller gewollt, zu viel Geschichte, zu viel Figuren, zu viel Witz, zu viel Explosionen. So ist Tropic Thunder unausgereift und schnell ausgereizt. Trotzdem weiß der Film zu unterhalten. Alleine die Performance von Robert Downey Jr. ist genial und macht den Film sehenswert. Wenn auch nicht unbedingt im Kino, dann auf DVD. (6/10)

★★★★★★☆☆☆☆

BLOGSPIEGEL

Equilibrium: 5,5/10

Symparanekronemoi: 7,5/10

MoviezKult: 6/10

Durchschnittwertung: 6,3/10

Notorious: Teaser Zur Biggie Smalls-Story!

Manchmal kommt es gleich doppelt dick. Nicht nur, dass ich gerade mit meinem schwarzen Notorious B.I.G.-Shirt vor dem Laptop sitze, nein, bei Equilibrium finde ich dazu passend auch noch den ersten Teaser (480p/720p/1080p) zur filmischen Aufarbeitung des Lebens des besten Rappers aller Zeiten. Zwar bekommt man noch nicht viel zu sehen, aber eins ist klar: mit Jamal Woolard fand man die optisch und akkustisch  bestmögliche Besetzung. Spätestens bei Hypnotize bin ich sowieso mehr als glücklich. Kinostart in den Staaten ist übrigens der 16.01.2009.

Wall-E

[Kino]-Review

Pixar hat es wieder getan! Nur ein Jahr, nachdem das Traditionsstudio aus Kalifornien mit Ratatouille neue Maßstäbe in punkto Animation und Story setzte, bringt es mit Wall-E einen Film in die Kinos, der seinem Vorgänger zumindest technisch weit überlegen ist. Regisseur Andrew Stanton (Findet Nemo) hat gut daran getan, mit der Realisierung des Projektes 13 Jahre zu warten, denn erst die moderne CGI-Technik machte es möglich, den blechernen Figuren eine derartige lebensechte Emotionalität einzuhauchen, wie es noch kein Animationsfilm vorher vermag. Wer einmal in die treuen Augen der kleinen Müllpresse gesehen hat, wird dieses einmalige Kinoerlebnis nie wieder vergessen.

Seit nunmehr 700 Jahren geht der fleißige Roboter Wall-E seiner Aufgabe nach, die Erde von riesigen Mengen Abfall zu befreien, sammelt den Müll und presst ihn in kunstvolle Würfel. Er ist der letzte seiner Art, die die Menschheit vor langer Zeit ausgesandt hat, um wieder Ordnung auf den einst blauen Planeten zu bringen. In seiner Einsamkeit entwickelte der kleine Roboter nach und nach eine eigene Persönlichkeit, richtete sich ein gemütlichen Unterschlupf ein und sammelte bei seiner täglichen Arbeit so allerlei Accessoires und Kleinkram. Nur eine kleine Kakerlake leistete ihm Gesellschaft. Eines Tages jedoch kommt Bewegung in sein eremitenhaftes Leben. Vor seinen Augen landet ein riesiges Raumschiff, welches den weiblichen Roboter Eve ausspuckt. Angetan von der Schönheit und Eleganz Eves verliebt sich Wall-E sofort in das neue Wesen. Nach einigen Startproblemen kommen sich die 2 näher und tauchen ein in das von Wall-E erschaffene romantische Universum. Ihre Zweisamkeit endet jedoch abrupt, als das Raumschiff Eve wieder abholt. Wall-E sieht nur eine Chance für die Liebe und folgt Eve in die Weiten des Weltalls.

Die erste Idee zu Wall-E kam Andrew Stanton schon 1994, als ein potentieller Nachfolger für den Hit Toy Story gesucht wurde. Die Zeit für den kleinen Roboter war aber noch nicht reif und so realisierte Pixar vorerst andere Projekte wie Das Große Krabbeln (1998) und Toy Story 2 (1999). Jahre später, mit einer enorm gestiegenen Bandbreite an technischen Möglichkeiten und dem weltweiten Erfolg von Findet Nemo (2003) im Rücken, dachte Stanton wieder über den Roboter nach. Er sah das Potential dieser Figur und entwickelte zuerst ein vorläufiges Design. Nach den ersten gesammelten Eindrücken holte er Jim Reardon mit ins Boot, der von 1990 bis 2004 35 Episoden der Simpsons inszeniert hatte. Zusammen entwickelten sie das Drehbuch, welches sich nach und nach immer mehr zu einer romantischen Liebesgeschichte entwickelte. Großen Einfluss darauf hatte das Musical Hello, Dolly!, ein Schlüsselelement im Film. Daraus zogen sie auch die Geste des Händchenhaltens als Zeichen der Zuneigung und Liebe, eine Geste, die für Wall-E alles bedeutet. Ein großes Risiko gingen Stanton und Reardon ein, die erste Hälfte des Films außer einem Mini-Dialog zwischen Wall-E und Eve gänzlich dialogfrei zu gestalten. Sie setzten sich dadurch immens unter Druck, die Geschichte später allein durch die Animationen und Figuren zu tragen.

Dementsprechend musste das Visuelle als Kernstück des Films auf einem ganz hohen Level realisiert werden. Vor allem Wall-E als Hauptfigur musste alle nötigen Emotionen tragen, so menschlich wie möglich daherkommen. Die Fehler, die man 2006 mit Cars machte, wo die Maschinen emotional noch sehr hölzern agierten, durften nicht wiederholt werden. So ließ man sich viel Zeit, verwarf einige Konzepte und optimierte die Animationen nach und nach. Inspiriert wurden die Animatoren dabei ganz klar von Johnny aus Nummer 5 Lebt!. Aufbauend auf dessen Design erschuf man einen detailgetreuen Roboter, dessen Aussehen hauptsächlich von seiner Aufgabe als Müllpresse bestimmt wird. Am wichtigsten war Stanton dabei die Animation der Augen als Spiegel der Seele, denn Wall-E hat weder einen Mund noch andere Gesichtszüge. Seine Augen sollten ganz im Mittelpunkt stehen und die Emotionalität und das Lebendige der Figur vermitteln.

Parallel zur Arbeit der Animatoren wurde mit Ben Burtt der beste Sound-Designer Hollywoods engagiert, der dem visuellen Konzept mit seiner Arbeit den Feinschliff geben sollte und dadurch die Figuren, gerade weil sie fast gänzlich ohne Dialoge auskommen, zum Leben erweckt. Mit seiner Arbeit an Filmen wie Star Wars und E.T. – Der Außerirdische bewies er, dass er das nötige Gespür besitzt, durch richtige Töne Maschinen so menschlich wie möglich zu gestalten. Der perfekte Mann für Wall-E also. Für den Animationsfilm sammelte Burtt fast 2500 Sounddatein, die er in zahlreichen Situationen des täglichen Lebens mit einem handelsüblichen Mikrofon aufnahm. Am Computer verfremdete er dann die Töne und formte sie zu unnachahmlichen Geräuschen und Soundcollagen zusammen. Das Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen den Animatoren und Burtts ist eine perfekte Symbiose zwischen Bild und Ton, die dem Film seinen Stempel aufdrückt und das menschliche in den Maschinen erst möglich macht. Es ist die Seele der Figuren, die Burtt so feinfühlig auf die Leinwand zu katapultieren vermag.

Das überraschendste an Wall-E sind aber nicht die perfekten Animationen und Sounds, die ja schon im ersten Teaser zu erkennen waren, sondern die gesellschaftskritische Aussage des Films. Die Menschheit der Zukunft musste die Erde verlassen, da der Planet vor Überschmutzung und Verwüstung unbewohnbar geworden ist. Pflanzen starben, wie auch Tiere und andere Lebewesen. Aus diesem Grund wurden Roboter beauftragt, die Erde von dem Unrat zu befreien. Die letzten Menschen flohen in einem riesigen Raumschiff in die Weiten des Weltalls, darauf bedacht, so schnell wie möglich zurückzukehren. Das Leben in der “Ersatzwelt” wurde aber so stark von großen Firmen beeinflusst, dass die Bewohner Generation für Generation immer mehr manipuliert wurden sind, verdummten, das eigene Denken abschafften und lieber dem diktatorisch geregelten Alltag nachkommen. Sie verloren ihre Mündigkeit, auch gegenüber den Maschinen, was im Verlauf des Films weitreichende Konsequenzen nachziehen wird.

Bei aller Kritik, die in Wall-E aufkommt, stehen jedoch die Liebesgeschichte und die komödiantischen Anteile im Vordergrund. Die Einsamkeit der kleinen Müllpresse kommt am Anfang des Films sehr stark zum Vorschein, wenn er zum Beispiel an seinen toten Kameraden vorbeifährt und sich täglich wehmütig ein Video des romantischen Musicals Hello, Dolly! ansieht. Umso erfreulicher ist es dann, als Eve in sein Leben tritt und sich beide nach anfänglichen Startproblemen näher kommen. Als Zuschauer fühlt man mit mit Wall-E, der eine enorme Sympathie ausstrahlt. Er ist wie ein gewöhnlicher Mensch, der um die Liebe und Anerkennung anderer kämpft. Sein Werben, sein Streben nach Zärtlichkeit ist dabei nicht nur romantisch, sondern erzeugt in Verbindung mit der Grobmotorik Eves einige hochkarätige Lacher. So richtig in Fahrt kommt der Film dann ab Minute 35, wo Eve wieder von ihrem Raumschiff abgeholt wird und Wall-E ihr ins Weltall folgt. Im Mutterschiff erwartet den kleinen Eindrinling dann ein Abenteuer nach dem anderen und er begegnet den ungewöhnlichsten Robotern, wie zum Beispiel einen neurotischen Wachmann oder durchgeknallte Maschinen in einer Robo-Psychatrie (!). Ab hier treten dann auch Menschen auf, die den Film dialogreicher gestalten, auch wenn diese weiter nicht im Vordergrund stehen.

Filmfans erfreuen sich außerdem an den vielen kleinen Anspielungen und Referenzen auf große Filmklassiker. So erinnert das Mutterschiff der Menschen, in dem sich der zweite Teil der Handlung abspielt,  ein wenig an Das Fünfte Element. Der Autopilot Otto, rechte Hand des Kapitäns, ist ohne Zweifel angelehnt den Computer HAL 9000 aus Stanley Kubricks Meisterwerk 2001: Odysee Im Weltraum. In manchen Dialogen wird weiteren SciFi-Klassikern wie Star Trek, Star Wars und Blade Runner gehuldigt. In einem Pixar-Film dürfen natürlich auch Anspielungen auf eigene Werke nicht fehlen. So hortet Wall-E in seinem Unterschlupf eine Plüsch-Figur von Rex dem Dinosaurier aus Toy Story, und auch der berühmte Pizzatruck wurde wieder in den Film eingebaut.

Mein Fazit:

Mit Wall-E ist Pixar ein weiteres Fest für die Sinne gelungen, welches alle Altersgruppen ansprechen wird. Vor allem optisch ist der Film allererste Sahne und durch die grandiose Darstellung der Roboter und ihrer menschlichen Gefühle eine neue Referenz im Genre. Die Liebesgeschichte zwischen Wall-E und Eve als Aufhänger des Films begeistert den Zuschauer bis zum Schluss und rührt den einen oder anderen sogar zu Tränen. Leider ist die Story, trotz der beachtlichen Kernaussagen, nicht ganz so kompakt wie bei seinem Vorgänger, so dass dem Film die Höchstwertung versagt bleibt. Trotzdem ist und bleibt Wall-E eines der intensivsten und schönsten Kinoerlebnisse der letzten Jahre. (9/10)

★★★★★★★★★☆

BLOGSPIEGEL

From Beyond: 9/10

MoviezKult: 9/10

Durchschnittwertung: 9/10

Grace Is Gone

[Kino]-Review

Die Amerikaner können keine guten Filme über den Irak-Krieg drehen. Genauer noch über dessen Opfer und deren Hinterbliebenen. Was augenscheinlich noch als provokante These erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als pure Realität. Schon Paul Haggis, immerhin verantwortlich für das großartige Ensemble-Drama L.A. Crash, biss sich mit Im Thal Von Elah die Zähne aus und lieferte ein Werk mit doppelbödiger und fragwürdiger Aussage ab. John Cusack ließ sich dessen nicht beirren und scharrte 17 Produzenten um sich, um für 2 Millionen Dollar die Umsetzung des Dramas Grace Is Gone zu realisieren. Er war überzeugt von dem Skript und dessen Wirkung auf die amerikanische Bevölkerung – 50.000 Dollar box office sprechen dabei Bände…

Stanley Phillips (John Cusack) führt ein außergewöhnliches Leben. Während seine Frau Grace (Dana Lynne Gilhooley) als Seargent der US-Armee im Irak dient, sorgt er sich als allein erziehender Vater um die beiden Töchter Heidi (Shélan O’Keefe) und Dawn (Gracie Bednarczyk). Eines Tages, die Kinder sind in der Schule, stehen ein Captain und ein Pfarrer vor seiner Haustür. Es ist klar, dass sie eine Todesnachricht überbringen. Stanley fällt in einen Schockzustand und bringt es nicht über sein Herz, den Kindern zu erzählen, dass ihre Mutter im Irak umgekommen ist. Stattdessen überrascht er sie mit dem spontanen Vorschlag, sofort eine Reise zum Vergnügungspark enchanted gardens zu machen…

Betrachtet man den Plot oberflächlich, könnte man einen intensiven Film über die Schmerzbewältigung, den Umgang mit Trauer und Selbstfindung erwarten. Leider setzt aber das Drehbuch genau dort an, wo zum Beispiel Im Thal Von Elah aufgehört hat. Ich frage mich, warum Amerikaner zur Zeit unfähig sind, die Trauer über gefallene Soldaten authentisch zu verpacken. Schon in Haggis’ Drama störte die zwanghafte Unterbindung jeglichen nach außen zur Schau gestellten Schmerzes, die gefühllose Kälte in Bezug auf die Nachricht des Todes eines nahen Verwandten. Hier stellt sich doch die Frage nach der Authentizität. Seit Beginn der Invasion amerikanischer Truppen im Irak im Jahr 2003 starben bei dortigen Kampfhandlungen mehr als 4000 US-Soldaten. Sie wurden in einem moralisch und völkerrechtlich fragwürdigen Krieg aus den Händen ihrer Familie, ihrer Freunde und Bekannten gerissen. Wie viele der Hinterbliebenen reagierten wohl so kühl, stagnierend und abgebrüht? Ich denke, die wenigsten. Niemand erwartet von den Filmemachern melodramatische Rührstücke, aber der Griff in das andere Extrem ist mindestens genau so schlimm.

Wenigstens stimmt schauspielerisch alles bei Grace Is Gone. Die Rolle des Stanley Phillips ist wie geschaffen für John Cusack, der mit dem Projekt Mut bewies. Auch, wenn der Zuschauer das Verhalten Stanleys  an vielen Stellen des Films befremdlich findet, schafft es Cusack doch immer, einen Draht zum Publikum zu finden. Trotz der inszenierten Gefühllosigkeit berührt Cusacks Schauspiel, zum Beispiel wenn er den Kindern als Schmerzbewältigung eine heile Welt vorspielt und versucht, ihnen in kurzer Zeit die Sterne vom Himmel zu holen. Man kann sich in die Figur hineinversetzen, bei aller Distance und Fragwürdigkeit. Unterstützt wird er von 2 talentierten Jungdarstellerinnen, die in Grace Is Gone ihre ersten Rollen spielen dürfen. Auffallend ist, dass die Chemie zwischen den 3 Schauspielern stimmt und das Vater-Töchter-Verhältnis authentisch rüberkommt.

Für Drehbuchautor James C. Strouse war Grace Is Gone gleichzeitig seine erste Regiearbeit. Sicher hätte man auch einen erfahreneren Regisseur gefunden, doch Strouse hatte schon ein passendes audiovisuelles Konzept vor Augen. So überrascht er mit einem konsequenten und für einen Anfänger überraschend erwachsenen Stil und taucht seinen Film in zurückhaltende, aber eindringliche Bilder. Schön ist auch der Einsatz verschiedenster intensiver Kameraeinstellungen und Schnitte, die den Film von einer gewissen Sterilheit befreien. Zusätzlich ließ sich niemand geringeres als der viel beschäftigte Altmeister Clint Eastwood nicht lumpen und besorgte einen schönen Soundtrack. Die Musik ist stimmig, niemals melodramatisch aufdringlich und passt sehr gut zu den Bildern. So ist Grace Is Gone wenigstens auf der technischen Seite rund.

Mein Fazit:

Grace Is Gone reiht sich leider ein in die fragwürdigen Irakkriegs-Dramen, die eine unglaubwürdige Trauerbewältigung Hinterbliebener zeigen. Das ist schade, denn bei der Story wäre eindeutig mehr drin gewesen. Schauspielerisch stimmt alles, zeigt John Cusack doch ein eindringliches Spiel, welches wenigstens ein bisschen retten kann. Auch technisch ist der Film, nicht zuletzt wegen des schönen Scores von Clint Eastwood, interessant. (6/10)

★★★★★★☆☆☆☆

BLOGSPIEGEL

Equilibrium: 8,5/10

MoviezKult: 6/10

Durchschnittwertung: 7,3/10

W.: First Look Auf Stone’s Kabinett!

V.l.n.r.: Jeffrey Wright als Colin Powell, Toby Jones als Karl Rove, Dennis Boutsikaris als Paul Wolfowitz, Richard Dreyfuss als Dick Cheney, Josh Brolin als George W. Bush, Thandie Newton als Condoleeza Rice, Rob Corddry als Ari Fleischer, Bruce McGill als George Tenet & Scott Glen als Donald Rumsfeld

Die Vanity Fair präsentierte heute exklusiv einen first look auf das Kabinett von Olivers Stones Bush-Bipoic W. Angelehnt an das berühmte cover shooting für die V.F. im Jahr 2002, zeigt sich, dass die Schauspieler den Originalen zumindest optisch in nichts nachstehen. In einem Interview bekräftigte er außerdem, ein “faires und wahres Porträt” des Präsidenten gefertigt zu haben, welches Bush-Freunde wie auch Hasser überraschen wird. Überraschend war auch seine Aussage, dass eigentlich Robert Duvall die Rolle als Dick Cheney übernehmen sollte, ihm der Stoff aber zu heikel war. Ich jedenfalls werde immer heißer auf das Projekt, welches pünktlich zu den US-Wahlen in die Kinos kommt.

Wall-E: Welcher Robo-Typ Bist Du?

Zum Disney Wall-E Test auf moviepilot.deZu moviepilot - Gute Filme für Kino, DVD & TV

[via:From Beyond]

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Baader Meinhof Komplex: Deutscher Oscar-Kandidat!

Wie das zuständige Gremium heute bekannt gab, soll das von Bernd Eichinger produzierte RAF-Drama Baader Meinhof Komplex schon vor seinem Kinostart am 25. September für den Auslands-Oscar vornominiert werden. Als Begründung nannte man “großartige schauspielerische Leistungen”, die “einen Blick auf die Zeit der frühen siebziger Jahre der Bundesrepublik Deutschland erlauben, ohne dabei die Täter zu glorifizieren”. Neben dem stargespickten Drama standen auch noch Dr. Aleman, Wolke 9, Kirschblüten Hanami und Die Welle in der Vorauswahl. Große Vorschusslorbeeren für den Film also, der mein diesjähriger deutscher most wanted ist. In anderthalb Wochen können wir uns dann alle ein eigenes Bild machen.

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