Die Chroniken Von Narnia – Prinz Kaspian Von Narnia
[Kino]-Review

Nach dem einzigartigen Erfolg der Herr der Ringe-Trilogie von Regisseur Peter Jackson war bei allen großen Studios das Fantasy-Fieber ausgebrochen. Nachfolger wurden gesucht, um auf den Zug aufzuspringen und möglichst viel Geld zu scheffeln. Dabei bewies vor allem Disney den richtigen Riecher, denn mit der Verfilmung des ersten Bandes der Narnia-Reihe von C.S. Lewis konnte man 2005 weltweit fast 800 Millionen Dollar einspielen. Ein Sequel war damit vorprogrammiert und läuft in diesen Tagen als Die Chroniken Von Narnia – Prinz Kaspian Von Narnia in den Kinos.
1300 Jahre sind in Narnia seit dem letzten Abenteuer der Geschwister Peter (William Moseley), Edmund (Skandar Keynes), Susan (Anna Popplewell) & Lucy (Georgie Henley) vergangen. Nach einer Zeit der blutigen Umbrüche herrschen in Narnia jetzt die Telmarer. Der rechtmäßige Thronerbe ist der junge Prinz Kaspian (Ben Barnes). Sein Onkel Miraz (Sergio Castellitto) jedoch, der Bruder des verstorben Königs, erhebt selbst Anspruch auf den Thron. Da kommt die Geburt dessen ersten Sohnes genau Recht. Die Situation will Miraz ausnutzen und Kaspian liquidieren lassen. Mit Hilfe seines Lehrers gelingt diesem jedoch die Flucht aus dem Schloss. Als, die Widersacher im Rücken, seine Flucht in den Wäldern zu Scheitern droht, bläst der Prinz in das sagenumwobene Horn. Dies führt dazu, dass die Geschwister Pevensie aus London direkt nach Narnia transportiert werden. Zusammen mit Kaspian und anderen Narnianern fassen sie einen Plan: Miraz, der sich zwischenzeitlich zum König ernannt hat, muss mit allen Mitteln gestürzt werden. Ein Krieg bahnt sich an, der über das Schicksal und die Zukunft Narnias entscheiden wird…
Zu allererst: den Vorgänger, Die Chroniken Von Narnia – Der König Von Narnia habe ich noch nicht gesehen. Irgendwie hatte ich das alles bisher unter Kinderfilm abgestempelt und links liegen gelassen. Da unser „Dorfkino“, welches auf Grund der Konkurrenz im nahen Göttingen leider immer mehr vor dem finanziellen Ruin steht, das Sequel diese Woche im Programm hat, habe ich ihn mir aber angesehen. Enttäuscht wurde ich nicht, denn Die Chroniken Von Narnia – Prinz Kaspian Von Narnia ist spannende Kino-Unterhaltung.
Was bei dem Fantasy-Spektakel sofort auffällt, ist das Tempo. Ohne langes Drumherum geht es sofort zur Sache. Dieses Tempo kann der Film dann auch die gesamten 144 Minuten halten – ohne eine Minute zu langweilen. Auch der Look sticht dem Zuschauer sofort ins Auge. Angefangen von den Kostümen, über die perfekt fotografierten Landschaften bis hin zu den CGI-generierten Narnianern: alles fügt sich nahtlos in ein gesamtes audiovisuelles Konzept, welches durch einen der stärksten Scores dieses Jahres abgerundet wird. Alleine die Tiere sind ein Augenschmaus und zeigen, dass das Zusammenspiel von realen Schauspielern und am Computer generierten Wesen bei der 200 Millionen Dollar-Produktion fast Referenzklasse hat.
Die Darsteller machen zwar alle einen guten Job und tragen zum positiven Gesamteindruck bei, ein Problem ist aber, dass die Figuren zu oberflächlich charakterisiert werden. So kommt es, dass vor allem die 4 Jungdarsteller manchmal etwas blass wirken. Da haben wir den Chef der Bande, Peter, dessen Figur klischeehaft einen Konkurrenzkampf um die Kompetenzen mit Kaspian austrägt. Sein jüngerer Bruder Edmund ist nur die etwas dümmliche Randerscheinung. Susan ist die starke Frau (ist die Darstellerin übrigens ein Angelina Jolie-Verschnitt?), die dem Prinzen natürlich Avancen macht. Zu guter letzt ist da noch Lucy, die für den Knuddel-Faktor sorgt. Auch die Figur des Kaspian hätte etwas mehr Tiefgründigkeit ertragen können. Vollends überzeugen kann Sergio Castellitto, der als Bösewicht Miraz dem Film eine besondere Note gibt.
Worüber man aber noch diskutieren sollte ist die Darstellung der Gewalt im Film. Bei einer FSK12-Freigabe erwartet man einige nette Schwertkämpfe, die aber für den Inhalt nicht weiter von Bedeutung sind. Bei näherer Betrachtung aber wird Gewalt in dem Film mehr oder weniger verherrlicht. Sie dient als einziges legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen und Völker zu einen. Nicht der Ansatz von diplomatischen Bemühungen ist vorhanden. Auch verkommt die Gewalt hier ein wenig zum Selbstzweck, wenn eine in Unterzahl agierende Armee ein Schloss stürmt und ins sichere Verderben rennt oder auf offenem Feld ohne Rückzugsmöglichkeit gegen eine ganze Armada gut ausgerüsteter Soldaten kämpfen will. Nicht, dass die Gewalt visuell böse dargestellt wird, es fließt nämlich kein Milliliter Kunstblut – es ist vielmehr die Gewalt als sicheres Mittel der Bekämpfung unliebsamer Gegner. Da vor allem Kinder zum Zielpublikum gehören, sollte man diesen Ansatz vielleicht beim nächsten Teil überdenken.
Mein Fazit:
Die Chroniken Von Narnia – Prinz Kaspian Von Narnia ist ein sehenswerter Fantasy-Film, der, gestützt durch ein immenses Budget, mit der vollen Bandbreite an tollen Effekten, Kostümen und einem der besten Scores des Jahres aufwarten kann. In den 144 Minuten wird es nie langweilig auf Grund spannender Kampf-Szenen, schönen Fabel-Kreaturen und einigen inhaltlichen Auflockerungen. Lediglich die Protagonisten sind etwas dünn gezeichnet, auch wenn die Jungdarsteller Talent beweisen. Negativ ins Gewicht fallen die angesprochene Darstellung der Gewalt und das Ende. (7/10)










Bis zur Sichtung des ersten Teils ist meine Wertung eine vorläufige Wertung!
BLOGSPIEGEL
Equilibrium: 6/10
Symparanekronemoi: 6/10
MoviezKult: 7/10
Durchschnittwertung: 6,3/10
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