You Kill Me
[Kino]-Review (Preview)

It isn’t that I’m sorry I killed them; it’s that I’m sorry I killed them badly.
Das Leben in der Mafia ist hart: Mord, Totschlag, Körperverletzung, Drogen, Erpressung. Nicht selten leiden dessen Angehörige unter körperlichen und psychischen Qualen. So führten Depressionen bei dem New Yorker Gangster-Boss Paul Vitti (Robert de Niro, Reine Nervensache) zu starken Erektionsstörungen. Auch Tony Soprano (James Gandolfini, Die Sopranos) musste sich auf Grund akuter Panikattacken in eine therapeutische Behandlung geben. Der neuste Fall ist der des Auftragsmörders Frank Falenczyk (Sir Ben Kingsley). Zu oft greift dieser zur Flasche, mit weit reichenden Konsequenzen für ihn und seinen Clan…
Frank Falenczyk ist passionierter Hitman der polnischen Mafia in Buffalo. Jedoch hat er ein ganz großes Problem: der Alkohol. Trotzdem bekommt er von seinem Onkel und Paten Roman (Philip Baker Hall) einen wichtigen Auftrag. Er soll den Kopf der irischen Mafi, Edward O’Leary (Dennis Farina), zur Strecke bringen. Leider verschläft Frank im Suff den abgemachten Zeitpunkt. Roman hat keine andere Wahl und schickt seinen Neffen nach San Francisco, um dort eine Entziehungskur zu machen und sein Leben wieder zu ordnen. Er beginnt dort einen Job als Bestatter-Gehilfe und besucht regelmäßig Treffen der Anonymen Alkoholiker. Auftrieb verschafft ihm auch die hübsche Laurel (Tea Leoni), die ihm sofort imponiert, als sie ihren verhassten Stiefvater in gestohlenen Bowling-Schuhen beerdigen lassen will. Der Alkohol-Entzug gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht und in Buffalo verliert die polnische Mafia immer mehr Macht…
Der Kampf der polnischen Mafia gegen die Iren und Chinesen, ein alkoholsüchtiger Auftragskiller, der zu den Anonymen Alkoholikern geht und nebenbei beim Bestatter jobbt, dazu Dialoge, die man schon sehr lange nicht mehr auf der großen Leinwand hören durfte – You Kill Me ist von der ersten Sekunde an spaßig hoch zehn. Das Drehbuch von Christopher Markus und Stephen McFeely, die beide schon verantwortlich waren für das Skript von Chroniken Von Narnia, würzen die Geschichte mit einer großen und typisch britischen Portion schwarzen Humor (siehe Eingangszitat). Alleine aus den zahlreichen Treffen bei den Anonymen Alkoholikern erschaffen sie einen Gag nach dem anderen, ohne die Geschehnisse ins Lächerliche zu ziehen. Dafür sorgen auch die Darsteller, die durch die Reihe brilliant besetzt sind.
Sir Ben Kingsley spielt den polnischen Hitman Frank sehr intensiv und vor allem glaubwürdig. Ihm nimmt man die Rolle des eiskalten Killers mit dem weichen Kern und überschwänglichen Hang zur Präzision ab. Mühelos zelebriert er eine One-Man-Show und zeigt, warum er als einer der besten Charaktermimen unserer Zeit gilt. Dabei schafft er es, die komödiantischen Pointen zielgenau zu setzen. Mit Tea Leoni, die mir bis dato recht unbekannt war (lediglich ihr Auftritt in Michael Bays Bad Boys war mir in Erinnerung), fanden die Macher eine passende Darstellerin für den weiblichen Part. Leoni ist wie ihre Figur taff und bringt die Nötige Portion Schlagfertigkeit mit. Auch die weiteren Nebenrollen sind mit Luke Wilson, Dennis Farina oder Philip Baker Hall stark besetzt. Auffallend ist, dass Kingsley zwar den Film dominiert, die anderen Darsteller neben ihm jedoch nicht untergehen. Auch hier liegt eine Stärke von You Kill Me: selbst die zweite Reihe kann vorbehaltlos glänzen.
Atmosphärisch dichter wird der Film dann nur noch durch den starken Soundtrack. Der passt richtig gut und zeigt von polnischer Folklore bis hin zu Lonesome Town (bekannt aus Pulp Fiction) die volle musikalische Bandbreite. Ein Wort will ich noch loswerden zu den Dialogen. Die sind wirklich stark geschrieben, sicherlich die besten, die in diesem Jahr im Kino zu hören waren. Hier wird nicht krampfhaft versucht, der Stil eines Quentin Tarantino zu kopieren, sondern vielmehr entwickeln die Autoren einen eigenen Stil, der sich von Anfang bis Ende wie ein roter Faden durchzieht.
Mein Fazit:
Wer auf Gangster-Komödien steht, wird You Kill Me lieben. Der Film glänzt durch eine coole Geschichte, die durch kultige Dialoge und einer großen Prise schwarzem Humor gewürzt ist. Die Schauspieler, allen voran Sir Ben Kingsley, liefern eine mehr als überzeugende Darstellung ab. Abgerundet wird das ganze durch einen wirklich schönen Soundtrack. Diesen Film kann ich ohne Bedenken empfehlen! Ab 12.Juni in einem Kino in Deiner Nähe! (8,5/10)














