[Rec]

[Kino]-Review
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Der spanische Film boomt in aller Welt. Doch nachdem sie noch Anfang des neuen Jahrtausends mit bezaubernden Kunstfilmen wie Das Meer In Mir oder Sprich Mit Ihr für Furore sorgten, exportieren sie nun vorwiegend erfolgreiche Fantasy-/und Horror-Filme. Nach Pans Labyrinth und Das Waisenhaus stürmt jetzt mit [Rec] das nächste Projekt der Südwesteuropäer in unsere Kinos.

Angela (Manuela Velasco) ist Fernseh-Moderatorin und begleitet zusammen mit ihrem Kameramann die nächtlichen Einsätze der Feuerwehr. Als diese in ein Mehrfamilienhaus gerufen wird, weil eine ältere Dame dort durch laute und undefinierbare Schreie die Nachbarn zum Verzweifeln bringt, ahnt Angela noch nicht, dass es die Story ihres Lebens werden könnte. Mit der Hilfe von 2 Polizisten brechen die Feuerwehrmänner die Wohnung der alten Frau auf. Diese fällt jedoch aus heiterem Himmel einen Polizisten an und tötet diesen. Im selben Moment merken die Bewohner des Hauses, dass die Umweltbehörde das Gebäude unter Quarantäne gestellt hat. Es gibt kein Entrinnen mehr. Die Bewohner, die Feuerwehrmänner und Angela sind gefangen und immer mehr außergewöhnliche Dinge passieren um sie herum…

Mit sehr viel Vorschusslorbeeren gestartet, entpuppt sich [Rec] als einer der größten Rohrkrepierer der letzten Jahre. Was die Regisseure Jaume Balaguero und Paco Plaza hier abliefern, ist technisch sowie inhaltlich auf dem untersten Niveau. Ihr Konzept ist es, den Horror-Film wie eine TV-Reportage aussehen zu lassen, inklusive Wackel-Kamera Cloverfield’schen Ausmaßes. Bei J.J. Abrams’ Monster-Film gelang es noch, eindrucksvolle Bilder auf die Leinwand zu zaubern, was bei [Rec] leider nicht der Fall ist: die Sets sind viel zu schwach beleuchtet, die Schwenks sind zu stark, das Bild zu verzerrt und unscharf. Dadurch verpassen die Regisseure es auch, den Zuschauer intensiv in den Film mit einzubeziehen. Alles läuft sich vor den Augen des Betrachters ab wie eine Traumwelt, im Kern zwar real, aber bis in das Unkenntliche verunstaltet.

Ziel eines Horror-Films muss es sein, den Zuschauer zum Gruseln zu bringen und ihm schockierende Bilder zu liefern. Der Zuschauer muss sich in die Kinosessel pressen und sein Puls muss bestenfalls in die Höhe schnellen. Das mit den Bildern hat sich ja schon geklärt, aber die Entscheidung der Regisseure, dem Horror-Film keinen für das Genre so wichtigen Soundtrack zu verpassen, entzieht [Rec] die letzte Grundlage, etwas Thrill und Grusel zu erschaffen.

So amateurhaft, wie die Regisseure Balaguero und Plaza den Horror-Film umsetzten, so amateurhaft ist auch das Drehbuch. Keine der Figuren, noch nicht einmal die der Angela, wird im Ansatz beleuchtet und aufgebaut. So entsteht schon im Kern eine Basis, die dem Zuschauer jegliche Identifikationsmöglichkeit mit den Protagonisten entzieht. Dialoge sind de facto zwar vorhanden, doch zum Teil an Schwachsinn kaum zu unterbieten. Der Zuschauer erfährt einfach nichts, so bleiben ihm im Verlauf des Filmes nur Fragen. Die Spitze des Eisberges ist das Ende von [Rec]: die Autoren machen aus dem Zombie-Film plötzlich und aus heiterem Himmel eine christliche Verschwörungstheorie. Spätestens in diesem Moment fragt man sich, ob nur Schwachmaten an dem Film gearbeitet haben.

Mein Fazit:

[Rec] ist ein Film, den ich uneingeschränkt empfehlen kann – für alle Menschen mit Schlafstörungen: eine abendliche Dosis des spanischen “Horrors” und den Einschlafproblemen wird der Garaus gemacht. Ohne Risiken. Ohne Nebenwirkungen. Da braucht man auch keinen Arzt oder Apotheker. (1/10)

★☆☆☆☆☆☆☆☆☆

BLOGSPIEGEL

Equilibrium: 8,5/10

From Beyond: 4/10

MoviezKult: 1/10

Durchschnittwertung: 4,5/10

4 Responses to “[Rec]”

  1.   TheRudi (135)
    May 12th, 2008 | 1:16 pm

    Kaltduscher 1, Wackelkamera 0 :D

  2.   Kaltduscher (373)
    May 12th, 2008 | 10:32 pm

    Haha, Danke ;)

  3. October 12th, 2008 | 2:06 pm

    Kramer auto Pingback[...] komplette Kritik lesen 1.0 fko filmblog.ch 914 Bewertungen 70 Kritiken [...]

  4. December 11th, 2008 | 10:03 pm

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