Jumper

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Es gibt leider immer wieder Filme, die den Zuschauer so herb enttäuschen, dass man den 5€, die man für das Kino-Ticket geblecht hat, nachweinen könnte. Filme, deren Story spannend klingen. Filme, deren Trailer zu überzeugen wussten. Filme mit guter Besetzung. Filme, die rein gar nichts aus diesem Potenzial gemacht haben. Jüngstes Beispiel für so einen Flop ist Doug Limans Actioner Jumper.

David (Max Thieriot) ist ein ganz normaler Teenager. Eines Tages ändert sich jedoch sein tristes Leben schlagartig. Während eines Unfalls merkt er, dass er sich an x-beliebige Orte beamen kann. Dies rettet den 15-Jährigen das Leben. Fortan zieht er los in die weite Welt und nutzt seine Fähigkeiten vordergründig dazu, Banken um einige Dollars zu erleichtern. Er beginnt, ein Leben in Saus und Braus zu führen. Doch David benutzt seine Fähigkeiten zu leichtfüßig und die so genannten Paladine um Roland (Samuel L. Jackson) , christliche Jäger der Jumper, kommen ihm auf die Schliche. Den ersten Kampf um Leben und Tod kann der nun schon erwachsene David (Hayden Christensen) für sich entscheiden. Er beamt sich zurück in sein Jugendzimmer und rettet dadurch sein Leben. Zu Hause angekommen, besucht er auch gleich seine Jugendfreundin Millie (Rachel Bislon). Diese ist entzückt von Davids Erscheinen und reist gleich mit ihm nach Rom, wo neuer Ärger auf die beiden wartet…

Viel kann ich zu Jumper gar nicht sagen, zu sehr schmerzen mich die 5€ Eintritt und zu sehr ärgert mich der Film. Ich frage mich, wie man das Potenzial, welches die Romane und allein die Figur David mit sich bringen, so verpulvern kann. Es gibt eigentlich nichts Positives, was ich dem Film abgewinnen kann. Schon das Drehbuch trieft nur so vor Müll. Dialoge sind de facto nicht vorhanden. Es gibt keine Erklärungen zu den Jumpern, warum sie eigentlich diese Fähigkeiten haben und wie diese funktionieren. Auch gibt es keine Erklärungen zu den Paladinen. Man erfährt nur, dass sie christliche Fundamentalisten sind, die schon im Mittelalter Hexen verbrannt haben. Auch die Figur des David, Mittelpunkt des Films, wird viel zu oberflächlich aufgebaut. Den negativen Höhepunkt im Skript bildet die Beziehung zwischen David und Millie, die man in wenigen Worten beschreiben kann: Jugendliebe mit 15 – sie denkt er ist Tod – er kommt nach 8 Jahren wieder – wenige Stunden nach Wiedersehen fliegen sie zusammen nach Rom – Sex & Liebe in Europa – sie merkt, dass etwas nicht stimmt – Zicken-Krieg – Happy End. Totaler Schrott also.

Dem Drehbuch zu verdanken ist schließlich auch die unterirdische Leistung aller Darsteller. Sie können aus dem Stoff einfach nichts mehr herausholen und bleiben bis zum Ende gesichtslos und blass. Ich frage mich sowieso, warum man einen solchen Stoff mit Schauspielern aus der B-Riege Hollywoods besetzt. Lediglich Samuel L. Jackson spielt routiniert den Bösewicht herunter, doch man fragt sich, wann er mal wieder bei einem guten Film mitspielen will.

Jumper ist von vorne bis hinten für Teenies aufgebaut. Für die Jungs gibt es ein wenig Special Effects, die für Hollywood-Verhältnisse wirklich unter aller Sau sind. Für die Mädchen gibt es den süßen Milchbart Christensen, der auch mal nett in die Kamera lächeln darf. Nahtlos schließt sich da auch der Soundtrack an. Während der Vorstellung dachte ich auf Bezug dessen oft an Transformers, der ja ähnliche Züge (viele Effekte, wenig Dialoge, für Teenies) aufwies und trotzdem vollends überzeugen konnte. Aber vielleicht in Liman kein Bay, Christensen kein LeBeouf und Bilson keine Fox.

Jumper hätte der erste Film werden können, dessen Vorstellung ich vorzeitig verlasse. Auf Grund der lachhaften Spielfilmlänge von 88 Minuten erübrigte sich dies jedoch. Die 88 Minuten erweisen sich nämlich als einziger positiver Punkt des Films, somit wird der Zuschauer nicht zu lange gequält. Dem Film gebe ich aber noch eine zweite Chance. Sollte Liman auf DVD einen Directors Cut rausbringen, der viel mehr auf die Hintergründe der Geschichte eingeht (da müsste er aber noch eine halbe Stunde oder mehr hinzufügen), ist eine Aufwertung um einige Punkte möglich.

Mein Fazit:

Jumper ist totaler Schrott. Selbst Leute, die gern auf Story verzichten, werden enttäuscht aus dem Kino kommen. Die Schauspieler bleiben weit unter ihren Möglichkeiten, die Special Effects sind schwach und die Aufnahmen von Weltmetropolen kann man auch bei Google Earth sehen. Selbst Meine Frau, die Spartaner und ich war ein besserer Film – und das muss was heißen! (1,5/10)

★½☆☆☆☆☆☆☆☆

BLOGSPIEGEL:

Equilibrium: 7/10

Symparanekronemoi: 6/10

MoviezKult: 1,5/10

Durchschnittwertung: 4,7/10

2 Responses to “Jumper”

  1. December 29th, 2008 | 5:03 pm

    Kramer auto Pingback[...] komplette Kritik lesen 1.5 Corsovilla SchönerDenken 353 Bewertungen 46 Kritiken [...]

  2. December 13th, 2009 | 9:05 pm

    Kramer auto Pingback[...] suggeriert comihaften Hochglanztrash ohne Sinn und Verstand, zum Abschalten quasi. Auch wenn ich Böses ahne, vielleicht nutze ich die Gunst der Stunde, in dieses cineastische Meisterwerk reinzuschalten. [...]

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