Kurzkritiken: Kinoschnelldurchlauf #4

A Serious Man

Mit ihrer rabenschwarzen Tragikomödie A Serious Man besinnen sich Joel und Ethan Coen nach Filmen wie No Country For Old Men oder Burn After Reading zurück auf ihre jüdischen Wurzeln. Im Mittelpunkt des Films steht Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg), ein Physikprofessor im Amerika der späten 60er  Jahre. Sein idyllisches Leben kommt auf einmal ins Bröckeln, als seine Frau (Sari Lennick) ihm eröffnet, eine Affäre mit seinem verwitweten Nachbarn Sy Ableman (Fred Melamed) zu haben, seine Kinder statt Schule lieber Kiffen und Stehlen, sein Bruder Arthur (Richard Kind) sich auf Grund privater Probleme bei ihm einnistet und zu guter letzt ein Student ihn mit einer Stange Geld zu bestechen versucht. Wie ein Kartenhaus fällt sein Leben zusammen. Eine Kettenreaktion tritt in Gang, an deren Ende der geschasste Larry Hilfe bei den Rabbis der Gemeinde sucht. Die Coens bedienen sich offensichtlich der Geschichte von Ijob aus dem Tanach, der hebräischen Bibel. Ijobs Glaube wurde von Satan schwer geprüft – Prüfungen und Schicksalsschläge sollten Gott zeigen, dass sein Glaube nur so lange besteht, wie Gott eine schützende Hand über seinen Besitz hält. Larry, der sich fragt, welche abscheulichen Taten er begangen haben muss, um so bestraft zu werden, fällt nicht vom Glauben ab. Bei den Rabbis wähnt er seelischen Beistand, sucht Antworten, die er jedoch nicht erhalten wird. Anders als Ijob erliegt er schließlich am Ende des Films der satanischen Versuchung und wird prompt bestraft. Wie, zeigen die Coens nicht. Sie blenden einfach ab. Die Coens überlassen ihre Figuren dem Schicksal, etwas, was nur sie mit ihrem tiefschwarzen und zynischen Stil zu vermögen können. A Serious Man ist ein Kuriosum, ein Sammelsurium mysteriöser Ereignisse, eine wundervolle Parabel mit einer echten Neuentdeckung in der Hauptrolle. (7.5/10)

It’s Complicated (Wenn Liebe So Einfach Wäre)

Im Pool der zahlreichen RomComs, die jedes Jahr das Licht der Welt erblicken, ist es manchmal nicht leicht, kleine Perlen zu entdecken. Zu durchwachsen ist meist die Qualität, zu kommerziell ihre Ausrichtung. Mit It’s Complicated jedoch vermag endlich mal wieder eine RomCom zu gefallen. Als Glücksgriff erweisen sich dabei zwei Dinge: das Drehbuch und der Cast. Nancy Meyers gelingt der schwierige Spagat zwischen gekonntem Witz und übertriebener Gefühlsduselei und präsentiert einen Film, der 120 Minuten Spaß macht. Jane Adler (Meryl Streep) ist eine typisch moderne Frau. Als dreifache Mutter und erfolgreiche Inhaberin einer Bäckerei führt sie ein geregeltes Leben, auch ohne Mann, denn vor zehn Jahren ließ sich ihr Ehemann Jake (Alec Baldwin) für eine jüngere Frau scheiden. Auf einer Familienfeier jedoch landen Jane und Jake nach genügend Drinks wieder gemeinsam im Bett. Es entwickelt sich eine Affäre, die sie auch vor ihren Kindern geheim halten. Als zusätzlich der bodenständige Innenarchitekt Adam (Steve Martin) in Janes Leben tritt, ist das Chaos perfekt. Meyers treibt ihre Figuren durch allerlei komische und pointierte Situationen, nimmt sich jedoch zwischendurch immer wieder Zeit, mit zurückgenommenem Tempo in sie hineinzuschauen. It’s Complicated lebt so unter anderem von seinem Abwechslungsreichtum, seinen lustigen wie auch dramatischen Momenten. Einen erheblichen Anteil daran hat der blendend aufgelegte Cast, dem man den Spaß am Drehen ansieht. Meryl Streep liefert eine Performance ab, die zwar subtiler und ruhiger als die in Julie & Julia, aber gerade deswegen um einiges stärker ist. Es ist schon erstaunlich, wie man der mittlerweile 60-Jährigen die Hauptrolle in einer romantischen Komödie immer noch abnimmt. It’s Complicated dürfte jetzt schon ein Anwärter auf die Komödie des Jahres sein, so rund, wie sich der Film präsentiert. (7/10)

Sherlock Holmes

Nach mehr als zehn Jahren im Filmgeschäft wagt Regisseur Guy Ritchie nun den Sprung nach Hollywood – mit einer typisch englischen Geschichte im Gepäck und einem für seine Verhältnisse bombastischen Budget. Regietechnisch macht Ritchie dabei auch alles richtig, er transformiert die etwas angestaubte Figur Sherlock Holmes in die Moderne. Zwar spielt die Geschichte immer noch Ende des 19. Jahrhunderts, doch der Detektiv wirkt in Ritchies Version wie aus einem Superheldencomic entsprungen, modern, hip und trendig. Robert Downey Jr. brilliert in der Rolle mit purem Zynismus und sichtlichem Spaß, darf sich austoben wie sich Darsteller nur bei Ritchies Filmen austoben dürfen. Selbst Jude Law spielt seinen Part als Dr. Watson ohne größere negative Auffälligkeiten. Doch so gut Ritchie auch gegen das mangelhafte Drehbuch ankämpft, ausmerzen kann er dessen Probleme nicht ganz. Die Geschichte plätschert nur so vor sich hin, der Plot ist alles andere als spannend und vorhersehbar. Für eine Laufzeit von mehr als zwei Stunden passiert zu wenig, um den Zuschauer wirklich zu begeistern.  Zwar wird das Geschehen durch einige gute vor allem komödiantische Einfälle aufgelockert, doch wahres Krimi-Feeling kommt nie auf. Zu unentschlossen ist das Drehbuch, ob es nun Komödie, Kriminal-/, Abenteuer-/ oder Actionfilm sein will. Guy Ritchies Version von Sherlock Holmes hinterlässt einen zwiegespaltenen Eindruck. Auf der technischen Seite überragend, kommt die inhaltliche Komponente viel zu kurz. Auf das sichere Sequel darf man sich trotzdem freuen, denn als Start in ein neues Franchise taugt der Film allemal. (5/10)

Friendship!

Ein Roadmovie aus Deutschland hat es bisher noch nicht oft gegeben. Ein gutes Roadmovie aus Deutschland war noch seltener. Umso erfrischender kommt Friendship! daher, ein Film, der die beiden Freunde Veit (Friedrich Mücke) und Tom (Matthias Schweighöfer) auf ihrer Reise quer durch die USA begleitet. Es ist 1989, die Mauer ist gerade gefallen. Veit und Tom wollen endlich die große weite Welt sehen – am besten in Form der Golden Gate Bridge, dem westlichsten Punkt der Erde. Danach kommt bekanntlich schon Asien. Ihr Geld reicht jedoch nur für einen Flug nach New York. Ohne Geld in der Tasche trampen sich die beiden durch Amerika und begegnen dabei den unterschiedlichsten Charakteren. Ob verkiffte Cartoon-Zeichner, dumme Südstaaten-Blondchen oder eine Rockergang – Friendship! lebt von seinen Figuren, die glücklicherweise nicht ins Unerträgliche überspitzt sind, sondern mit einem kleinen Augenzwinkern die große weite Welt aus der Sicht der zwei Ex-DDR-Bürger zeigen. Sowieso, der Comedy-Faktor kommt zwar nicht zu kurz, doch Friendship! als reine Komödie zu bezeichnen, wäre schlichtweg falsch. Dafür sorgen schon die zwei großen Neuentdeckungen des Films. Friedrich Mücke liefert neben den gewohnt aufgeregten Matthias Schweighöfer ein ruhiges und pointiertes Spiel ab, das gerade im Hinblick auf das Ende, welches vielleicht nicht jedem gefallen dürfte, sich aber vollends in das Gesamtbild fügt, eine große Bereicherung für die Geschichte darstellt. Regiedebütant Markus Goller hingegen besinnt sich auf seine Wurzeln als Werbefilmer und legt einen technisch einwandfreien Film mit teilweise wunderschönen Fotografien vor. Friendship! ist, gerade nach dem verulkten Trailer, eine der größten Überraschungen des noch jungen Kinojahres. Ein Film über Freundschaft und Abenteuer, aber auch ein Film über die große Freiheit in einem weiten Land. (7/10)

Oscars 2010: Die Nominierten

Erst vor wenigen Minuten in einer Pressekonferenz bekanntgegeben, haben die Kollegen von den Fünf Filmfreunden schon die komplette Liste der Oscar-Nominierten am Start. Erfreulich sind vor allen Dingen die nicht allzu überraschende Nominierung von Christoph Waltz als Bester Nebendarsteller sowie die Nominierungen für Das Weiße Band als Bester Fremdsprachiger Film und Beste Kamera (Christian Berger). Eine ausführlichere Wertung der Nominierungen folgt in ein paar Tagen.

Actor in a Leading Role
Jeff Bridges in “Crazy Heart”
George Clooney in “Up in the Air”
Colin Firth in “A Single Man”
Morgan Freeman in “Invictus”
Jeremy Renner in “The Hurt Locker”

Actor in a Supporting Role
Matt Damon in “Invictus”
Woody Harrelson in “The Messenger”
Christopher Plummer in “The Last Station”
Stanley Tucci in “The Lovely Bones”
Christoph Waltz in “Inglourious Basterds”

Actress in a Leading Role
Sandra Bullock in “The Blind Side”
Helen Mirren in “The Last Station”
Carey Mulligan in “An Education”
Gabourey Sidibe in “Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire”
Meryl Streep in “Julie & Julia”

Actress in a Supporting Role
Penélope Cruz in “Nine”
Vera Farmiga in “Up in the Air”
Maggie Gyllenhaal in “Crazy Heart”
Anna Kendrick in “Up in the Air”
Mo’Nique in “Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire”

Animated Feature Film
“Coraline” Henry Selick
“Fantastic Mr. Fox” Wes Anderson
“The Princess and the Frog” John Musker and Ron Clements
“The Secret of Kells” Tomm Moore
“Up” Pete Docter

Art Direction
“Avatar” Art Direction: Rick Carter and Robert Stromberg; Set Decoration: Kim Sinclair
“The Imaginarium of Doctor Parnassus” Art Direction: Dave Warren and Anastasia Masaro; Set Decoration: Caroline Smith
“Nine” Art Direction: John Myhre; Set Decoration: Gordon Sim
“Sherlock Holmes” Art Direction: Sarah Greenwood; Set Decoration: Katie Spencer
“The Young Victoria” Art Direction: Patrice Vermette; Set Decoration: Maggie Gray

Cinematography
“Avatar” Mauro Fiore
“Harry Potter and the Half-Blood Prince” Bruno Delbonnel
“The Hurt Locker” Barry Ackroyd
“Inglourious Basterds” Robert Richardson
“The White Ribbon” Christian Berger

Costume Design
“Bright Star” Janet Patterson
“Coco before Chanel” Catherine Leterrier
“The Imaginarium of Doctor Parnassus” Monique Prudhomme
“Nine” Colleen Atwood
“The Young Victoria” Sandy Powell

Directing
“Avatar” James Cameron
“The Hurt Locker” Kathryn Bigelow
“Inglourious Basterds” Quentin Tarantino
“Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” Lee Daniels
“Up in the Air” Jason Reitman

Documentary (Feature)
“Burma VJ” Anders Østergaard and Lise Lense-Møller
“The Cove” Nominees to be determined
“Food, Inc.” Robert Kenner and Elise Pearlstein
“The Most Dangerous Man in America: Daniel Ellsberg and the Pentagon Papers” Judith Ehrlich and Rick Goldsmith
“Which Way Home” Rebecca Cammisa

Documentary (Short Subject)
“China’s Unnatural Disaster: The Tears of Sichuan Province” Jon Alpert and Matthew O’Neill
“The Last Campaign of Governor Booth Gardner” Daniel Junge and Henry Ansbacher
“The Last Truck: Closing of a GM Plant” Steven Bognar and Julia Reichert
“Music by Prudence” Roger Ross Williams and Elinor Burkett
“Rabbit à la Berlin” Bartek Konopka and Anna Wydra

Film Editing
“Avatar” Stephen Rivkin, John Refoua and James Cameron
“District 9” Julian Clarke
“The Hurt Locker” Bob Murawski and Chris Innis
“Inglourious Basterds” Sally Menke
“Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” Joe Klotz

Foreign Language Film
“Ajami” Israel
“El Secreto de Sus Ojos” Argentina
“The Milk of Sorrow” Peru
“Un Prophète” France
“The White Ribbon” Germany

Makeup
“Il Divo” Aldo Signoretti and Vittorio Sodano
“Star Trek” Barney Burman, Mindy Hall and Joel Harlow
“The Young Victoria” Jon Henry Gordon and Jenny Shircore

Music (Original Score)
“Avatar” James Horner
“Fantastic Mr. Fox” Alexandre Desplat
“The Hurt Locker” Marco Beltrami and Buck Sanders
“Sherlock Holmes” Hans Zimmer
“Up” Michael Giacchino

Music (Original Song)
“Almost There” from “The Princess and the Frog” Music and Lyric by Randy Newman
“Down in New Orleans” from “The Princess and the Frog” Music and Lyric by Randy Newman
“Loin de Paname” from “Paris 36” Music by Reinhardt Wagner Lyric by Frank Thomas
“Take It All” from “Nine” Music and Lyric by Maury Yeston
“The Weary Kind (Theme from Crazy Heart)” from “Crazy Heart” Music and Lyric by Ryan Bingham and T Bone Burnett

Best Picture
“Avatar” James Cameron and Jon Landau, Producers
“The Blind Side” Nominees to be determined
“District 9” Peter Jackson and Carolynne Cunningham, Producers
“An Education” Finola Dwyer and Amanda Posey, Producers
“The Hurt Locker” Nominees to be determined
“Inglourious Basterds” Lawrence Bender, Producer
“Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” Lee Daniels, Sarah Siegel-Magness and Gary Magness, Producers
“A Serious Man” Joel Coen and Ethan Coen, Producers
“Up” Jonas Rivera, Producer
“Up in the Air” Daniel Dubiecki, Ivan Reitman and Jason Reitman, Producers

Short Film (Animated)
“French Roast” Fabrice O. Joubert
“Granny O’Grimm’s Sleeping Beauty” Nicky Phelan and Darragh O’Connell
“The Lady and the Reaper (La Dama y la Muerte)” Javier Recio Gracia
“Logorama” Nicolas Schmerkin
“A Matter of Loaf and Death” Nick Park

Short Film (Live Action)
“The Door” Juanita Wilson and James Flynn
“Instead of Abracadabra” Patrik Eklund and Mathias Fjellström
“Kavi” Gregg Helvey
“Miracle Fish” Luke Doolan and Drew Bailey
“The New Tenants” Joachim Back and Tivi Magnusson

Sound Editing
“Avatar” Christopher Boyes and Gwendolyn Yates Whittle
“The Hurt Locker” Paul N.J. Ottosson
“Inglourious Basterds” Wylie Stateman
“Star Trek” Mark Stoeckinger and Alan Rankin
“Up” Michael Silvers and Tom Myers

Sound Mixing
“Avatar” Christopher Boyes, Gary Summers, Andy Nelson and Tony Johnson
“The Hurt Locker” Paul N.J. Ottosson and Ray Beckett
“Inglourious Basterds” Michael Minkler, Tony Lamberti and Mark Ulano
“Star Trek” Anna Behlmer, Andy Nelson and Peter J. Devlin
“Transformers: Revenge of the Fallen” Greg P. Russell, Gary Summers and Geoffrey Patterson

Visual Effects
“Avatar” Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham and Andrew R. Jones
“District 9” Dan Kaufman, Peter Muyzers, Robert Habros and Matt Aitken
“Star Trek” Roger Guyett, Russell Earl, Paul Kavanagh and Burt Dalton

Writing (Adapted Screenplay)
“District 9” Written by Neill Blomkamp and Terri Tatchell
“An Education” Screenplay by Nick Hornby
“In the Loop” Screenplay by Jesse Armstrong, Simon Blackwell, Armando Iannucci, Tony Roche
“Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” Screenplay by Geoffrey Fletcher
“Up in the Air” Screenplay by Jason Reitman and Sheldon Turner

Writing (Original Screenplay)
“The Hurt Locker” Written by Mark Boal
“Inglourious Basterds” Written by Quentin Tarantino
“The Messenger” Written by Alessandro Camon & Oren Moverman
“A Serious Man” Written by Joel Coen & Ethan Coen
“Up” Screenplay by Bob Peterson, Pete Docter, Story by Pete Docter, Bob Peterson, Tom McCarthy

Livestream: Oscar-Nominierungen ab 14:38 Uhr

Um 14:38 Uhr werden in Los Angeles die diesjährigen Oscar-Nominierungen bekannt gegeben. Wer die Pressekonferenz, die in Deutschland nicht im Fernsehen übertragen wird, live sehen will, hat dank dieses Streams die Möglichkeit. (via Kinocast)

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Der Coen-Test: Welche Coen-Figur Bist Du?

Die Besten Filme Des Jahres 2009 und der Dekade

Nicht nur das Filmjahr 2009, sondern auch die erste Dekade des neuen Jahrtausends sind beendet. Zeit, sich wie die meisten Filmbloggerkollegen an die obligatorischen Best-Of-Listen zu machen. Fakt ist eines: in quantitativer Sicht hat sich das Filmjahr für mich gelohnt. Gegen 55 Kinobesuche im letzten stehen 63 in diesem Jahr. Außerdem habe ich, dank der ausgedehnten Semesterferien, 385 weitere Filme auf Blu-ray, DVD und im TV sehen können. Qualitativ jedoch gehört das Filmjahr 2009 eher zu den schwächeren. Vor allem die zweite Jahreshälfte war geprägt von unzähligen Flops und uninspirierten Blockbustern. Nichtsdestotrotz konnte der geneigte Filmfan auch in diesem Jahr wieder einige Highlights im Kino und auf DVD entdecken.

Beste Filme Des Jahres 2009
(Berücksichtigt sind alle Filme, die im Jahr 2009 in Deutschland veröffentlicht worden.)

slum

10 Slumdog Millionaire (Regie: Danny Boyle)

mart

09 Martyrs (Regie: Pascal Laugier)

gran

08 Gran Torino (Regie: Clint Eastwood)

rev

07 Revanche (Regie: Götz Spielmann)

eden

06 Eden Lake (Regie: James Watkins)

durst

05 Durst (Regie: Park Chan-wook)

04 Avatar (Regie: James Cameron)

band

03 Das Weisse Band (Regie: Michael Haneke)

wres

02 The Wrestler (Regie: Darren Aronofsky)

bas

01 Inglourious Basterds (Regie: Quentin Tarantino)

Runner-ups: Dead Snow, Milk, Glaubensfrage, Der Vorleser, The Hurt Locker


Beste Filme Des Jahrzehnts

young

10 Young @ Heart (Regie: Stephen Walker, Sally George)

09 Das Leben Der Anderen (Regie: Florian Henckel von Donnersmarck)

lady

08 Lady Vengeance (Regie: Park Chan-wook)

07 No Country For Old Men (Regie: Joel & Ethan Coen)

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06 Das Meer In Mir (Regie: Alejandro Amenábar)

05 There Will Be Blood (Regie: Paul Thomas Anderson)

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04 Der Untergang (Regie: Oliver Hirschbiegel)

03 Schmetterling & Taucherglocke (Regie: Julian Schnabel)

02 Inglourious Basterds (Regie: Quentin Tarantino)

kill

01 Kill Bill 1&2 (Regie: Quentin Tarantino)

Runner-ups: Brokeback Mountain, Into The Wild, Abbitte, The Dark Knight, Million Dollar Baby

Ab Februar wird der Blog mit verändertem Design und neuer Frische zur Aktivität zurückkehren. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein frohes und glückliches Jahr 2010!

Der Hippie-Test: Wie Hippie Bist Du?

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Avatar: Heiß Erwarteter Teaser Online!

avatar

Lange mussten wir darauf warten, heute releaste Apple pünktlich um 16 Uhr MESZ den heiß ersehnten ersten Teaser (480p/720p/1080p) zu Avatar, dem neuesten und ersten Film von Regielegende James Cameron nach dem weltweiten Megaerfolg Titanic. Und was soll ich sagen? Die angekündigte Offenbarung und Revolution der Filmwelt scheint es nicht zu werden, aber eines steht fest: der Teaser verspricht so einiges. Zwar offenbart er keine großen Details des bisher völlig unbekannten Plots, doch die Marschrute steht. Cameron verbindet geschickt Realbilder mit motion capturing und CGI und erzeugt gerade mit den Farbspielen eine eigene Atmosphäre.  Das set und art design sieht super aus und erinnert, zumindest in der Labor-Szene, an Aliens 2. Und einen Krieg epischen Ausmaßes scheint es auch zu geben. Was will das Filmherz, beziehungsweise der James Cameron-Jünger mehr? Böse nur, dass Cameron beim Teaser die Rolle von Sigourney Weaver völlig außer Acht lässt und so die Erwartungshaltung weiter steigert. Weltweiter Kinostart ist übrigens der 17. Dezember. Es wird eine lange Vorfreude.

Public Enemies

Filmkritik

In den 90er Jahren etablierte sich Michael Mann mit den zwei großartigen Filmen Heat und The Insider endgültig als Regisseur in Hollywood. Sein Name stand für spannungsgeladene Thriller mit einer großen Portion handfester Action. Mann wurde als Wunderkind gefeiert – ein Status, den sich der Regisseur verdiente, jedoch seit der Jahrtausendwende Film für Film stetig verspielt. Denn Manns Kino ist gewöhnlich geworden, trägt zwar noch die Handschrift des Regisseurs, doch setzt leider immer weniger auf Inhalte, sondern hauptsächlich auf eine perfekt durchgestylte Visualisierung. Umso erfreulicher war die Nachricht, dass Mann sich mit seinem nächsten Projekt der Geschichte des berüchtigten Bankräubers und US-amerikanischen Staatsfeindes Nummer 1, John Dillinger widmet. Eine Geschichte, die durch die Konfrontation zweier starker Männer, die sich gegenseitig bekämpfen doch gleichzeitig brauchen, wie gemacht ist für den Regisseur, den genau dieses Motiv groß gemacht hat. Ob Lieutnant Vincent Hanna (Al Pacino) gegen den Gangster Neil McCauley (Robert De Niro), ob Lowell Bergman (Al Pacino) gegen Jeffrey Wigand (Russell Crowe), stets war dessen Kino geprägt von den Gegensätzen zweier Männer, die trotz aller Unterschiede letztendlich gleich waren. John Dillinger (Johnny Depp) gegen den Kriminalbeamten Melvin Purvis (Christian Bale). Dass Potential wäre vorhanden gewesen, aus dieser Grundkonstellation mit den nötigen Mitteln einen Film zu schaffen, der an Manns große Erfolge anknüpfen kann. Doch Mann setzt traurigerweise seinen Abstieg fort und präsentiert mit Public Enemies den (vorläufigen) Tiefpunkt seiner Karriere, der so bedeutend ist für das Kinojahr 2009. Es zählt nicht der Inhalt, der Tiefgang, die Entwicklung der Figuren. Dass, was einzig und allein zählt, sind audiovisuelle Schauwerte, Schießereien und Materialschlachten. Doch dies bekommt einer Gangsterstory, die angesiedelt ist in den 30er Jahren, alles andere als gut. Dies bricht ihr das Genick im Ansatz, zerstört jegliche Atmosphäre und jegliche Spannung. Doch Mann setzt dem sogar noch einen drauf, denn das Drehbuch strotzt von der ersten Seite an vor dümmlichen Dialogen, spannungsleeren Handlungssträngen und verkorksten Nebenplots.

Nicht einmal im Ansatz versuchen er und seine Drehbuchautoren Ronan Bennett (Face) und Ann Biderman (Fräulein Smillas Gespür Für Schnee), Manns filmischen Drang nach einer epischen Erzählung zu befriedigen. Zu oberflächlich bleibt die Geschichte, die deutlich angelehnt ist an die von Heat, doch niemals dessen Intensität zu erreichen vermag. Ein Spannungsbogen existiert de facto überhaupt gar nicht, denn Public Enemies ist ein steter Wechsel zwischen typischen Mann’schen shoot outs und filmischem Füllmaterial, welches zwischen Bedeutungslosigkeit und Kitsch, Langeweile und fehlender Tiefe pendelt. Public Enemies hat eine Laufzeit von knapp 140 Minuten, welche sich auf Grund der Tatsachen aber mindestens doppelt so lang anfühlt. Nicht einmal in den Dialogen funkt ein wenig Brillanz auf. Dialoge, die entweder aufgesetzt wirken und schlicht und einfach peinlich sind. Mann hat anscheinend nichts zu erzählen, obwohl die Geschichte um John Dillinger sicherlich eine der berühmtesten Kriminalfälle der USA ist. Dass letztlich der zumindest auf dem Papier großartige Cast dem nichts mehr hinzuzufügen hat, ist besonders schade, zeugt aber auch von Manns inszenatorischen Fähigkeiten, die sich irgendwo zwischen HD-Cam und Ausstattungsfetisch in Luft aufgelöst zu haben scheinen. Johnny Depp, Garant für Rollen mit Ecken und Kanten, scheint nie warm zu werden als John Dillinger. Zwar schafft er es auf Grund seiner Erfahrung und vor allem seines Talents, der Figur ein klein wenig den Stempel aufzudrücken, doch das Drehbuch – vor allem die eindimensionale Figurenskizzierung – gibt nicht mehr her. Wo Depp aber wenigstens noch den Versuch unternimmt, seine Rolle zu interpretieren, ist Christian Bale mit all seiner Kraft an der Spitze seines Unvermögens angelangt. Nach dem Terminator-Fiasko, in dem Bale wohl einen der peinlichsten Auftritte dieser Dekade abgeliefert hat, setzt er mit seinem Auftritt in Public Enemies noch einen drauf. Egal welche Gefühlsregung, egal in welcher Szene, Bale beherrscht nur einen Gesichtsausdruck, der selbst Sylvester Stallones Mimik wie die eines Nicholson oder eines De Niro aussehen lassen. Auch Marion Cotillard verkommt zum Spielball Mann`scher Ästhetik und schafft es in keiner Sekunde, auch nur einen Ansatz von Interpretation der Rolle abzuliefern.

Public Enemies reiht sich somit ein in die Riege der großen Enttäuschungen des Kinojahres, in denen Stars und Budgets unnötig für noch unnötigere Projekte verheizt wurden. Dass aber Michael Mann nach mehreren noch befriedigenden Filmen so tief abrutscht, hätte sicherlich niemand gedacht. Dem minimalistischen Drehbuch kann aber auch seine Regie nichts mehr entgegensetzen, zu unausgegoren wirkt das ganze, zu sehr auf optische Schauwerte aus. Selbst die shoot outs, immerhin ein Markenzeichen des Regisseurs, sind in Public Enemies nicht mehr als nett anzusehen. Zu gewöhnlich ist die Action, um den geneigten Fan vom Hocker zu hauen. Zu prätentiös die Inszenierung, die vollgestopft und durch die wackelige HD-Cam emitionsarm und frei von jeglicher Atmosphäre wirkt. Zu krude die Handlungsstränge, zu peinlich die zum Teil armseligen schauspielerischen Leistungen. Nein, dass war nichts. Man darf gespannt sein, ob und wie Mann sich von diesem Film erholen wird. (2/10)

★★☆☆☆☆☆☆☆☆

BLOGSPIEGEL:

From Beyond: nach der Hälfte die Flucht ergriffen

Blockbuster Entertainment: 4.5/10

Kino, TV & Co.: 4/10

Movie Addiction: 6/10

Marcus Kleine Filmseite: 7.5/10

moep0r.com: 7/10

MoviezKult: 2/10

Durchschnittwertung: 5.2/10 (mit großer Tendenz nach unten)

The Hurt Locker – Tödliches Kommando

Filmkritik

hurtlocker

Als am 11. September 2001 die westliche Welt mit den Anschlägen auf das World Trade Center in seinen Grundfesten erschüttert wurde, änderte sich nicht nur das politische und gesellschaftliche Bild auf den Nahen Osten, sondern analog auch das Kino, welches seither den Drang der Menschen nach komplexeren Themen über Religion und Politik, Kultur und Militär mehr oder weniger erfolgreich zu befriedigen versucht. Umso erstaunlicher, dass die Filmmaschinerie Hollywood das Medium bisher noch nicht erfolgreich als Diskussionsforum für die Kriege in Afghanistan und Irak nutzte. Alle Versuche, die Kriege und deren Folgen bisher zu thematisieren, scheiterten entweder an doppelbödigen Drehbüchern (Im Tal Von Elah), unglaubwürdigen und fragwürdigen Handlungssträngen (Grace Is Gone) oder letztlich am Publikum, welches genug Kriegsbilder in den täglichen Nachrichten serviert bekommt und so auch großartige Projekte wie Von Löwen Und Lämmern abstrafte. Einen gänzlich neuen Ansatz verfolgt die Regisseurin Kathryn Bigelow, deren Irakkriegs-Drama The Hurt Locker auf typisch amerikanischen Pathos und politische Hintergründe verzichtet und stattdessen einen Blick wirft auf einfache junge Männer, die hineingeworfen wurden in einen Krieg, der von westlicher Seite aus nicht zu gewinnen ist.

Im Mittelpunkt steht eine Eliteeinheit des US-amerikanischen Bombenräumkommandos, die tagtäglich ihrer lebensgefährlichen Mission nachgeht und Zündsätze aller Art entschärft. Es sind noch 38 Tage, und Sergeant JT Sanborn (Anthony Mackie), Spezialist Owen Eldridge (Brian Geraghty) und ihr Vorgesetzter Matt Thompson (Guy Pearce) kommen nach einjährigem Kriegsdienst zurück in die Heimat. Ein Jahr, in dem das Team unzählige Bomben erfolgreich entschärft und vernichtet hat. Doch an diesem Tag soll alles schief gehen. Zu spät bemerken Sanborn und Thompson einen Terroristen, der mit seinem Handy den Sprengsatz zündet, den Thompson gerade unschädlich machen will. Als wäre das nicht schon schlimm genug, bekommt das Team in Staff Sergeant William James (Jeremy Renner) einen neuen Vorgesetzten, der mit seiner draufgängerischen Arbeitsweise nicht nur sich, sondern auch seine Kollegen in Gefahr bringt.

Dass Kathryn Bigelow Action inszenieren kann, dürfte jedem geneigten Filmfan klar sein. Doch nach dem Kassenflop K-19: Showdown In Der Tiefe, dessen Budget von 100 Millionen Dollar ein US-Einspiel von lediglich 35 Millionen Dollar gegenüberstand, war die talentierte Regisseurin erst einmal verschwunden von der Bildfläche. Für ihr ambitioniertes Projekt The Hurt Locker fand sie schließlich ein paar Produzenten, die bereit waren, 11 Millionen Dollar in den Film zu investieren. Und dieses Geld war gut angelegt, denn was Bigelow letztlich abliefert, ist eine der größten Überraschungen des mageren Kinosommers. Sie inszeniert geradlinige Action, die das minimalistische Budget schnell vergessen macht und die Zuschauer von der ersten Sekunde an fesselt. Schon alleine die Entschärfungsszenen, die natürlich einen großen und wichtigen Teil des Films einnehmen, sind ein Highlight. Wie Bigelow hier mit Hilfe von gekonnten Schnitten, ungewöhnlichen Perspektiven und einer Handkamera mit der Erwartungshaltung der Zuschauer spielt, zeugt von ihrem inszenatorischen Talent. Aber auch die Schusswechsel der Einheit mit verschanzten Terroristen sind blendend inszeniert. Stets hat man das Gefühl, direkt im Geschehen zu sein und erlebt die Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit der Soldaten hautnah mit. Ein Grund dafür ist der Einsatz von Handkameras, der aber glücklicherweise erträglich gestaltet wurde. The Hurt Locker ist kein Wackelporno á la Quantum Of Solace oder [Rec], sondern ein durchdachter und vor allem behäbig inszenierter Film. Und das tut ihm auch gut.

Gut tut ihm auch das Drehbuch, welches von dem Journalisten Mark Boal verfasst wurde. Boal gehörte 2003 zu einer privilegierten Gruppe von Medienvertretern, die die US-Einheiten beim Einmarsch im Irak begleiten durfte. Aus diesen Erfahrungen und Erlebnissen Boals resultierte schon ein Artikel im Playboy, der als Grundlage für Paul Haggis’ Im Tal Von Elah diente. Doch wo Haggis noch eine krude Geschichte formte, konzentriert sich Boal einzig und allein auf einfache Soldaten, auf drei beziehungsweise vier Hauptpersonen, auf ihre Ängste und Sorgen, auf ihre spezifische Art und Weise, dem Schrecken Krieg entgegenzutreten. Boal verzichtet dabei glücklicherweise auf politische Hintergründe und auf offensichtlichen Pathos, um so den Figuren genügend Freiraum zur Entfaltung zu geben. Die Figuren sind der Mittelpunkt des Films, das, an dem sich der Film aufhängen kann. Jegliche politische Vereinnehmung des Drehbuches wäre hier nicht nur fehl am Platz gewesen, sondern hätte The Hurt Locker höchstwahrscheinlich das Genick gebrochen. Boal hat viel zu erzählen in seinem Drehbuch, letztlich sogar etwas zu viel. Kurz reißt er Themen an wie die Unfähigkeit der Soldaten, sich in das zivile Leben zu reintegrieren, ohne sie jedoch weiter zu beleuchten. Da fehlt an manchen Stellen eine größere Portion Tiefgang, ein schärferer Blick in die Psyche der Soldaten. Bei 130 Minuten Laufzeit und dem Anspruch, kein reiner Actioner, sondern ein Antikriegsdrama zu sein, hätte die Skizzierung der Figuren noch feiner sein dürfen. Aber auch so bleibt ein Film, der niemals zum blanken Unterhaltungskino verkommt, sondern stets die Schrecken und Gefahren und deren Wirkungen auf die Soldaten beleuchtet. Ein Film, dessen Drehbuch trotz der angesprochenen Schwächen intensiv und erschreckend real ist, und dessen Regisseurin durch eine klare visuelle Line überzeugt. Ein starker Film. (7.5/10)

BLOGSPIEGEL:

Equilibrium: 8/10

From Beyond: 7/10

Symparanekronemoi: 4.5/10

Kino, TV & Co.: 7.5/10

Marcus Kleine Filmseite: 8/10

Zeitverschwender: 3/10

MoviezKult: 7.5/10

Durchschnittwertung: 6.5/10

Halloween 2: Neuer Trailer

halloween

Auch wenn ich mit dieser Meinung in Bloggerkreisen sicherlich alleine da stehe – ich liebe Rob Zombie, und ja,ich liebe dessen Remake von Halloween. Umso enttäuschender waren die bisherigen Bilder zum zweiten Teil, die mich alle nicht vom Hocker hauen konnten. Ein neuer, bei Bloody Disguisting aufgetauchter Trailer, rockt dafür umso mehr. Schon alleine, wie Zombie “Nights In White Satin” von Moody Blues einbaut – herrlich. Kinostart in den Staaten ist übrigens nächste Woche, der deutsche Start steht leider Gottes noch in den Sternen. Ich geh jetzt erstmal Halloween gucken…

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